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Arbeiten bei Sommerhitze „Oben ohne“ gefährdet die Gesundheit von Handwerkern

Wenn die Sonne vom Himmel brennt, lassen Bauarbeiter gerne ihre Oberbekleidung fallen. Oder schwitzen ihr Baumwollhemd so durch, dass es nur noch am Körper klebt und deshalb kaum mehr vor UV-Strahlen schützt. Funktionsshirts kühlen, schützen besser vor der Sonne und sind pflegeleicht.

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Wer körperlich arbeitet, schwitzt. Egal ob als Bauarbeiter unter freiem Himmel im Straßen- oder Gebäudebau oder als Dachdecker in luftiger Höhe. Allen Diskussionen um das Krebsrisiko zum Trotz sind auf Deutschlands Baustellen immer noch viele Männer mit freiem Oberkörper zu sehen. Kein Wunder: Braune Haut gilt immer noch immer als gesund und schick, obwohl sie es nachweislich nicht ist. Eigentlich ist das Schwitzen zumindest aus Sicht des menschlichen Körpers eine gute Sache, zeigt es doch, dass die körpereigene "Klimaanlage" funktioniert. Schwitzen reguliert nämlich grundsätzlich den Wärmehaushalt des Menschen und schützt vor Hitzeschlag. Doch was hat Schwitzen unter praller Sonne mit Funktionsunterwäsche zu tun?

Experten haben das klar definiert: Während Funktionswäsche bei kalten Temperaturen, also im Herbst, Winter und Frühjahr den Körper wärmt und Feuchtigkeit von der Haut ableitet, braucht der Mensch im Sommer beim Arbeiten - oder beim Sport - einen sehr viel höheren Schweißtransport. Doch wenn es richtig heiß ist will der Mensch natürlich so wenig Stoff wie möglich am Körper haben. Umso wichtiger also, dass er sich dabei für die richtige Kleidung entscheidet.

Vorteil 1: Angenehmer Kühleffekt

Funktionswäsche bringt gesunde Kühlung. Während bei nacktem Oberkörper der Schweiß unangenehm herunterrinnt, saugt ihn ein Funktionshirt schnell auf, verteilt ihn großflächig im Stoff und gibt ihn an die Außenluft ab. Die Restfeuchtigkeit auf der Haut verdunstet; das bringt Kühlung. Man fühlt sich wohler. Je mehr Schweiß verdunstet, desto angenehmer kühlt es, vorausgesetzt, Shirt oder Wäsche machen das mit. Ist es sehr heiß, sollte das Textil nicht zu eng auf der Haut liegen, sondern darf leger sitzen. Das bringt zusätzliche Ventilation zwischen Stoff und Haut, und unterstützt damit die angenehme Kühlung. Wer sich allerdings Shirt oder Unterhemd aus Baumwolle anzieht, wird schnell merken, dass es zwar den Schweiß aufsaugt, dann aber langsam trocknet und unangenehm auf der Haut klebt. Funktionelle Stoffe tun das nicht.

Vorteil 2: Besserer UV-Schutz

Interessant ist der Aspekt UV-Schutz: Viele glauben, ein klassisches Baumwollshirt gäbe genügend Schutz vor UV-Strahlung. Das stimmt definitiv nicht: Ein weißes Shirt hat maximal UV-Schutz Faktor 10, ein dunkles maximal bis zu 15. Ist es aber feucht oder gar nass geschwitzt, reduziert sich der Schutz bis auf einen mageren Faktor von 5. Laut Forschungsinstitut Hohenstein wird UV-Schutz durch Material und Stoffkonstruktion erreicht, nur sehr wenige Anbieter verwenden zusätzlich noch chemische Filter. Synthetische Fasern geben grundsätzlich viel mehr UV-Schutz als Baumwolle.
Beispiel: Die leichte Premium-Arbeitsschutzwäsche der Münchner Marke TESS hat einen UV-Schutzfaktor 40. Der Träger kann also 40 Mal länger in der Sonne bleiben kann als mit ungeschütztem, nackten Oberkörper.

Kauftipp: Shirts einfach eine Nummer größer kaufen

Thomas Essers, Firmengründer von Tess in München, rät bei hohem Schweißaufkommen, warme Außentemperaturen und höheren Aktivitätslevel zu besonders leichter Wäsche, wie sie Tess etwa mit der Premium-Kollektion bietet. Diese sorgt für einen sehr hohen Feuchtigkeitstransport,  eine extrem schnelle Rücktrocknung und schützt mit UV-Schutz Faktor 40. Die Wäsche passt leicht unter jede Arbeitskleidung, kann aber auch solo getragen werden. Essers Tipp: „Dann einfach eine Nummer größer kaufen!“

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