Betrieb -

Online-Marketing Nutzen Sie die Goldgrube Internet richtig

Online-Auktionen, E-Mail-Newsletter, Suchmaschinen – das Internet eröffnet viele neue Wege zum Kunden. Zwar entpuppen sich manche Modethemen als Zeit- und Geldverschwendung. Wer aber die richtigen Trends nutzt, kann sich auf hohe Umsätze und zufriedene Käufer freuen.

Themenseite: Online-Marketing

Online informieren, offline kaufen – nach einer Studie von EIAA Mediascope Europe recherchiert jeder zweite Deutsche im Internet nach Preisvergleichen, Produktinformationen oder Qualitätsbewertungen, bevor er etwas kauft oder einen Auftrag vergibt. Nicht nur für ambitionierte Firmenchefs ist die eigene Website oder die Präsenz in spezialisierten Internetportalen deshalb Pflicht. Und wer seinem Geschäft einen weiteren Kick geben will, der glänzt auch in der Kür: zum Beispiel mit einem attraktiven Webshop, einem nützlichen Newsletter oder einer optimalen Verlinkung der eigenen Homepage mit anderen interessanten Websiten zu passenden Themen.

Nicht nur Händler müssen sich heute mit den Finessen und Fallen des Internetauftritts beschäftigen, sondern alle Handwerksunternehmer, selbst wenn sie ausschließlich als beim Kunden tätige Dienstleister verstehen wie etwa Maler. Denn auch für solche Angebote gibt: Bevor der Auftraggeber den Zuschlag gibt, verschafft er sich einen Marktüberblick – natürlich am Rechner. Wie man diese neue Art der Informationsbeschaffung nutzt, um Kunden zu gewinnen, demonstriert der Münchner Malerbetrieb Zenglein vorbildlich. Oliver Zenglein, der den Online-Auftritt www.maler-zenglein.de betreut, hat erkannt: „ Gerade Interessenten mit wenig Zeit nutzen das Internet und stoßen dort auf uns.“ Und lächelnd fügt er hinzu: „Erfahrungsgemäß sind das sehr gute Kunden.“

Gestalten Sie Ihre Website nutzerfreundlich und transparent

Um die zu finden und langfristig zu binden, reicht aber keine 08/15-Website. Für den Erfolg entscheidend ist, dass die Homepage gleich auf den Punkt kommt. Wichtig sind Informationen darüber, was der Betrieb bietet – und die Fakten müssen nu tzerfreundlich in transparenten Strukturen sowie mit einer professionellen Gestaltung dargeboten werden. Genau diese Anforderungen erfüllt die Seite von Maler Zenglein. Weil detailliert analysiert wird, wie die Kunden den Internetauftritt nutzen, weiß Oliver Zenglein beispielsweise, dass Abbildungen mit Arbeitsbeispielen besonders beliebt sind: „Diese Elemente werden am häufigsten angeklickt.“

Potenzielle Kunden lockt Zenglein derzeit vor allem über das Werbeprogramm Google AdWords auf die eigene Internetseite. Seit 2005 nutzt er die bezahlten Suchanzeigen, die auf den Google-Suchergebnissen in der rechten Spalte oder über den regulären Suchergebnissen als „Anzeige“ gekennzeichnet erscheinen. „Für uns ist das ein effizientes Werbemittel“, betont Oliver Zenglein. „Wir können unsere Schlüsselwörter lokal ausrichten und zielgerichtet auf die Kunden zugehen.“ Google Adwords will er künftig noch besser nutzen und Sonderaktionen mithilfe von speziellen Werbeseiten, bewerben, den so genannten Landingpages.

So nutzen Sie Google AdWords richtig

Adwords erlauben eine gute Kontrolle von Kosten und Erfolgsfaktoren. Der Unternehmer kann ein Tagesbudget setzen und bestimmen, wie viel er pro Klick ausgeben will. Ist sein Budget erschöpft, erscheint die Anzeige nicht mehr. Seit einiger Zeit gewichtet Google auch nach Qualitätskriterien, an welcher Stelle die Werbung steht. Wichtigster Erfolgsfaktor ist dabei die Auswahl der Suchworte: Es nützt beispielsweise wenig, eine Website für den Begriff „Sanitär- und Heizungsbau“ zu optimieren, wenn der Kunde nach „Klempner“ sucht. Welche Begriffe besonders oft gesucht werden und wie groß der Wettbewerb hier ist, steht in Keyword-Datenbanken, die Google zur Verfügung stellt. Bestimmt werden kann auch die Region, in der die Anzeige erscheinen soll. Die Suchmaschine analysiert, woher die Anfrage kommt, und schaltet die passende Anzeige.

Wichtig sind Keywords auch beim organischen Suchmaschinenmarketing – das ist der Fachbegriff für die nicht mit Klickpreis bezahlten Sucheinträge. Außerdem müssen die Wörter zum Inhalt der Seite passen, die relevante Inhalte liefern sollte, die Suchmaschinen erkennen können. Dazu zählen weder Flash-Animationen noch Frames, die daher nur sparsam eingesetzt werden sollten. Stark an Bedeutung im Rennen um eine Top-Position im Google-Ranking gewinnt die Offline-Optimierung: Das sind Links und Empfehlungen, die auf Ihre Homepage verweisen. Allerdings gilt hier nicht das Prinzip viel hilft viel: Die Links müssen thematisch relevant sein und von einer seriösen Seite kommen.

Ebay - Ihr virtueller Verkaufshelfer

Immer interessanter wird auch für Handwerksunternehmer eine Präsenz bei Ebay. Zu den Shopbetreibern gehört Metzgermeister Bernhard Schießl aus Teunz nahe der tschechischen Grenze. Als „Landmetzger Schießl“ bietet er seit Jahren Fleisch- und Wurstspezialitäten aus Bayern an. Traumhaft hoch ist die Zufriedenheit der Kunden mit den Leistungen des virtuellen Metzgerladens: 99,9 Prozent der Kunden gaben ihm bei den Bewertungen gute Noten, nur zwei hatten etwas auszusetzen. Die Spezialisierung auf bayrische Spezialitäten und das clevere Marketing haben dafür gesorgt, dass sich Schießl mittlerweile eine internationale Klientel aufgebaut hat. Seine Spezialitäten verschickt er bis in die USA.

Schießl bietet seine Waren sowohl zum Sofort-Kaufen-Preis als auch zum Ersteigern mit dem Mindestpreis ein Euro an. Was Schießl erhält, wird durch Angebot und Nachfrage geregelt. Ausnahme sind die Produkte, die er über die Funktion „Sofort Kaufen“ anbietet. Hier gibt der Verkäufer einen festen Preis vor, zu dem der Artikel erworben werden kann. Der bayrische Landmetzger ist ein erfahrener Internethändler: Schon seit zehn Jahren betreibt er unter www.landmetzger-schiessl.de einen Online-Shop. Den hat er auch nicht zugunsten seines Ebay-Auftritts stillgelegt, denn er möchte alle Vertriebskanäle nutzen – und sich nicht von Ebay abhängig machen.

Schießl macht inzwischen 30 Prozent des Umsatzes im Internet und gleicht damit das Kaufkraftdefizit seines Heimatortes aus, denn sein stationärer Metzgerladen befindet sich im 900 Einwohner-Dorf. „Per Internet kann ich ganz neue Kundenkreise erschließen, und meine Waren in alle Welt verschicken“, sagt der bayerische Metzgermeister. „Man muss sich halt immer was Neues überlegen, wenn man den anderen einen Schritt voraus sein will.“

Auch E-Mail-Newsletter helfen bei der Kundenbindung

Deshalb feilt Schießl kontinuierlich an seinem Verkaufskonzept: Seit kurzem nutzt er Google AdWords, um neue Kunden zu erreichen. Zur Kundenbindung und Neukundengewinnung setzt er außerdem auf E-Mail-Newsletter, die Interessenten auf seine übersichtliche und nutzerfreundliche seine Website locken sollen. Da der Handwerksunternehmer weiß, dass Online-Geschäfte harte Arbeit sind und viel Zeit beanspruchen, ist er immer bemüht den Kontakt mit zufriedenen Kunden zu halten.

Hierfür eignen sich E-Mail-Newsletter hervorragend: Über sie kann man den Interessenten regelmäßig Informationen zu Angeboten zukommen lassen, sich aber gleichzeitig auch einen Ruf als dienstleistungsorientierter Experte erwerben.

Sinnvoll ist es etwa, nicht nur die Werbetrommel zu rühren, sondern auch ein paar Praxistipps zu geben. Beispielsweise könnte ein Elektriker über Energiespartipps informieren oder ein Kfz-Betrieb darüber, wie Autofahrer ihren Wagen am besten winterfest machen. So ein Newsletter sollte kurz und prägnant formuliert sein, denn am Bildschirm will keiner lange Texte lesen. Bilder dürfen nur sparsam verwendet werden, denn sie erhöhen die Ladezeit.

Damit die Kunden auf den Newsletter aufmerksam werden, sollte ihnen an prominenter Stelle auf der Website die Möglichkeit gegeben werden, den elektronischen Informationsdienst zu abonnieren. Außerdem brauchen sie einen guten Grund für die Anmeldung. Der könnte beispielsweise sein, dass den Emfängern des Newsletters versprochen wird, jeden Monat Tipps zur Reduzierung der Heizkosten zu bekommen.

Wichtig, so Jens Mundhenke, Bereichsleiter Mittelstand und Start-ups beim Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom), sind aber auch ganz einfache Vorgaben, die es zu beachten gilt: „Sorgen Sie dafür, dass alle Angaben auf dem neuesten Stand sind, die Links nicht ins Leere laufen und Sie Ihren Newsletter an die richtigen Adressen schicken.“

Unterschätzen Sie lokale Plattformen nicht

Ein weiterer Megatrend im Online-Business ist die lokale Suche. Weil viele Kunden online recherchieren, bevor sie offline kaufen, zahlt sich Präsenz in entsprechenden Verzeichnissen oder Portalen aus. Eine kostenlose Möglichkeit, in diesen Markt der lokalen Suche einzusteigen, bietet das Programm Google Maps. Nutzer, die in der Google-Suchmaske einen Suchbegriff und einen Ort oder eine Postleitzahl eintippen, erhalten in der Google-Maps-Übersicht eine Liste passender Betriebe. Sucht ein User beispielsweise einen Bäcker in Bonn und tippt „Bäcker Bonn“ ein, erhält er eine Liste mit passenden Betrieben.

Zu den Google-Maps-Einträgen gehören die Kontaktdaten wie Telefon, Fax und Internetadresse sowie ein kleiner Stadtplan, auf dem die Position des Betriebs mit einer kleinen Stecknadel angezeigt wird. Besonders praktisch ist der integrierte Routenplaner, mit dem sich der Kunde in spe seinen Weg zum Betrieb seiner Wahl berechnen kann. Ein Bewertungstool ermöglicht es dem registrierten Nutzer, seine Meinung zu dem ausgewählten Betrieb kundzutun.

Wer mit Google Maps arbeiten will, muss sich nur für einen kostenlosen Account eintragen. Klicken Sie dazu auf der Seite www.google.de auf den Begriff „Unternehmensangebote“ unter der Eingabemaske. Sie kommen dann zu einem Fenster, in dem Sie sich für die Google-Dienste wie Google Maps registrieren können. Nachdem Sie Ihre Informationen eingetragen haben, kann etwas Zeit vergehen, bevor Ihr Eintrag freigeschaltet ist. Die Zahl der eingehenden Anfragen ist groß, deshalb bei Verzögerungen nicht die Geduld verlieren.

Setzen Sie auf Social Media

Zur Kür der Geschäftsanbahnung via Internet zählen Online-Pressemitteilungen sowie Mundpropaganda im Internet. Zur Zeit wird viel über Web 2.0 gesprochen. Der Begriff ist nicht scharf umrissen, gemeinhin wird er mit von Nutzern erstellten Inhalten gleichgesetzt. Beispiele dafür sind Produktrezensionen, die der Kunde bei Amazon eingeben kann, oder die auf der Videoplattform YouTube eingestellten Kurzfilme.

Wichtig ist, dass auch Handwerksunternehmer im Internet verstärkt für positive Mundpropaganda in eigener Sache sorgen sollten. Positive Bewertungen und qualitativ gute Links von anderen beispielsweise gewinnen für ein gutes Google-Ranking stetig an Bedeutung.

Ein gutes Beispiel dafür, wie man sich ins Gespräch bringt, ist www.Stollenbaecker.de. Auf dieser monothematische Internetseite der auf Stollenspezialitäten konzentrierten Eifeler Bäckerei „Die Lohner’s“ empfängt den Kunden eine nutzerfreundliche und unterhaltsame Seitenstruktur. Erfinder der Stollenbäcker-Seite ist Bäckermeister Bernd Kütscher. Er entwarf die Website, nachdem er eine Auszeichnung für seinen Spezialstollen erhalten hatte. Kütscher erinnert sich: „Das Ganze ging damals durch die Presse. Ich war mehrfach in Fernsehsendungen, und die Leute wurden auf meine Stollenspezialitäten aufmerksam.“ Diese Aufmerksamkeit wollte er nutzen: Der konsequente nächste Schritt war die Website Stollenbaecker.de, die mehrfach für ihre Qualität prämiert wurde.

Auf den erworbenen Lorbeeren ausruhen wollten sich weder Kütscher noch die Bäckerei „Die Lohner’s“, die den Stollen in Lizenz herstellt und die Stollenbäcker-Website betreut. Gerade ist eine neue Kampagne angelaufen: Die Seite www.winzerstollen.de konzentriert sich auf den Vertrieb eines einzigen Produkts, eines mit Wein hergestellten Stollens, und folgt damit den Trend zur Vereinfachung. Der Clou: Die Winzer aus der Region liefern den Wein an, mit dem der „Winzerstollen“ gebacken wird, der Vertrieb erfolgt dann über den Winzer selbst oder über „Die Lohner’s“. Eine breite Berichterstattung in den Medien kalkuliert Marketingchef Thomas Gerling dabei ein: „Solche Aktionen können auch kleineren Unternehmen zur überregionaler Bekanntheit verhelfen.“

Linksammlung mit wichtigen Adressen

Hier haben wir für Sie eine Sammlung mit den wichtigsten Tools für Ihr erfolgreiches Online-Marketing zusammengestellt:

Keyword-Recherchetools

Tipps zum Online-Handel

Rechtsinformationen

Website-Analyseprogramme

© handwerk-magazin.de 2018 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen