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Fuhrparksteuerung mit dem Smartphone Tankkarten: Volle Kontrolle über den Fuhrpark

Tankkarten bieten eine umfassende Kostenübersicht und sind bequem im Handling. Noch bequemer wird es, wenn eine Smartphone-App die Plastikkarte ersetzt.

Themenseiten: TS Fuhrpark, TS Tankkarten und TS Smartphone

Dass Tankkarten weit mehr leisten können als nur das bargeldlose Bezahlen an der Tankstelle, stellte Katja Hobler eher zufällig fest. Sie führt zusammen mit ihrem Mann das Unternehmen Natursteine Glöckner im saarländischen Neunkirchen, Markus Glöckner ist Steinmetzmeister und Restaurator im Handwerk, Katja Hobler ist für die kaufmännische Leitung zuständig. Tankkarten sind für beide schon länger eine praktische Hilfe, jedes der sieben Firmenfahrzeuge ist mit einer Fleetcor-Karte ausgestattet, die insgesamt 26 Mitarbeiter zahlen damit bargeldlos Kraftstoff oder die Fahrzeugwäsche.

Spritverbrauch dokumentiert

„Unsere Unternehmensstrategie ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet, und da hilft uns die monatliche Auswertung des Tankkartenanbieters, weil wir exakt den Kraft-stoffverbrauch unseres Fuhrparks feststellen können“, erklärt Katja Hobler. Denn der Betrieb ist über das Umwelt-Managementsystem EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) zertifiziert und dokumentiert mit Unterstützung des Saar-Lor-Lux-Umweltzentrums seine Umweltleistung. Dazu gehört auch ein Energiebuch, in das alle Energieverbräuche und auch die Kraftstoffverbräuche eingetragen werden. „Das geht mit den Auswertungen des Tankkartenanbieters sehr einfach“, so Hobler, „außerdem habe ich immer den Überblick, wie viel wir unterwegs waren und wie viel jedes Fahrzeug verbraucht.“ Im letzten Jahr hat der Fuhrpark des Steinmetzbetriebes immerhin 9.600 Liter Diesel und 750 Liter Benzin verbraucht, da sei ein Kontrollsystem sicher wichtig.

Kosten managen

Mit digital verwalteten Tankkarten können Handwerksbetriebe schon mit kleinen Fuhrparks ihre Kosten relativ einfach managen. Vor allem als Apps auf dem Mitarbeiter-Smartphone gehen die Funktionen weit über die reine Bezahlmöglichkeit hinaus: Sie liefern Infos für die Fuhrparkverwaltung bis hin zu Daten über die Energiebilanz der Dienstwagenflotte.

Auf diese umfassenden Serviceleistungen greift mittlerweile über ein Drittel aller deutschen Betriebs-Fuhrparks zurück. Der Vorteil liegt auf der Hand: Ein Analyse-Tool im Kundenportal des jeweiligen Anbieters ermöglicht dem Flotten-Manager oder der Buchhaltung des Handwerkbetriebs einen raschen und einfachen Überblick über die laufenden Fahrzeugkosten – unter anderem durch automatisierte Auswertungen des Verbrauchs und diverser Zusatzausgaben, beispielsweise für Schmiermittel, Ersatzteile, Autowäsche oder Wartungsarbeiten.

Inzwischen gibt es auch einige Tankkartenanbieter, die statt der Plastikkarte eine Smartphone-App anbieten (siehe Kasten), auch wenn sich das laut Umfrage des Marktforschers Dataforce noch nicht so stark durchgesetzt hat. Bei aktuellen Systemen meldet sich das Fahrzeug bereits in der Anfahrt beim Kassensystem der Station an, die Tankfüllung wird dann automatisch online abgerechnet.

Zahlen an der E-Ladestation

Im Zuge der sukzessiven Ausweitung von urbanen Umweltzonen und Einfahrverboten für Dieselfahrzeuge werden immer mehr städtische Handwerksbetriebe auf alternative, ökologische Antriebe setzen, zum Beispiel auf Transporter mit Elektromotoren oder Plug-in-Hybride. Viele Unternehmer installieren dazu eigene Ladestationen auf dem Firmengelände. Und die Reichweite der aktuellen Elektromodelle erlaubt in der Regel einen Arbeitstag ohne aushäusiges Aufladen.
Sind aber Aufträge außerhalb des Aktionsradius zu erledigen, werden Angebote einer Abrechnungskarte für Ladestationen interessant. Hier ist der Markt noch klein, aber es gibt beispielsweise von Novofleet die „Card +CHARGE“, deren Gültigkeit rund 3.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Deutschland sowie 100 Stationen in Österreich umfasst. Der Mitarbeiter kann seine Karte je nach Säulenbetreiber mittels des integrierten RFID-Chips oder per QR-Code und der +CHARGE-App authentifizieren. Orlen Deutschland hat im Juli mit dem Aufbau eines Schnell-Ladestationen-Netzes an seinen Tankstellen begonnen: In den ersten Monaten darf hier kostenlos geladen werden, danach wird eine Payment-Lösung mit App und QR-Code eingeführt.

Tankfüllung per App bezahlen

Bei den Bezahl-Apps der Tankkartenanbieter ist das Handling einfach. Allerdings darf man das Handy aus Sicherheitsgründen nicht direkt an der Zapfsäule nutzen (Aufkleber mit durchkreuztem Mobiltelefon beachten!), sondern nur im Fahrzeug.
So funktioniert es:
  1. Beim Anbieter registrieren (Mailadressse)
  2. App des jeweiligen Anbieters auf das Smartphone herunterladen
  3. Bezahlverfahren in der App hinterlegen (Lastschriftverfahren, Kreditkarte, Paypal)
  4. Tankstelle anfahren und Zapfsäulennummer eingeben
  5. gewünschten Tankbetrag oder „Volltanken“ wählen
  6. Mit Fingerabdruck oder PIN-Eingabe autorisieren
  7. Zahlbestätigung wird an das Kassensystem der Tankstelle gemeldet
  8. Zahlbestätigung wird auf der App angezeigt
  9. Tanken beenden und losfahren
  10. Rechnung wird an die bei der Registrierung hinterlegte Mailadresse gesandt
Diese Anbieter gibt es:
Bertha.app, Carpay-diem.com, Clever-tanken.de (Ryd Pay-App, paydirekt.de), Orlen-Star (fuel & go), Shell SmartPay, Total (e-wallet), baywa.de

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  • Tankkarten im Vergleich (PDF, 109 kB)

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