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Fuhrpark Neue Trends bei Tankkarten

Tankkarten sind praktisch und machen Fuhrparkkosten transparent. Mit den entsprechenden Apps kommen Komfortfeatures dazu. Die neueste Entwicklung: Das Smartphone ersetzt die Plastikkarte.

Themenseiten: TS Fuhrpark und TS Tankkarten

Zehn feste Fahrzeuge plus Leihautos, bundesweite bis internationale Einsätze, Zusammenarbeit mit Subunternehmern und Aushilfskräften: „Ohne Tankkarten könnten wir das gar nicht organisieren“, ist sich Thomas Heidenreich sicher. Der Betriebswirt ist Chef der Nomadic Systems GmbH in Hamburg. Das Unternehmen zählt zu den führenden Anbietern mobiler Messe- und Präsentationssysteme in Deutschland. Die insgesamt 30 festen Mitarbeiter sind laufend unterwegs, bauen Messestände auf oder organisieren Events, zum Beispiel in Hotels. 20 Tankkarten sind bei Heidenreich im Einsatz, alle sind vom Anbieter UTA (Union Tank). „Früher hatten wir unterschiedliche Systeme, jetzt machen wir alles mit einem Anbieter, das ist übersichtlicher“, so Heidenreich.

Zeitersparnis durch Tankkarten


Wichtig bei der Auswahl war für ihn das markenunabhängige Tanken in ganz Europa, die Mautabrechnung und das Versorgungsnetz. Bei UTA sind es zum Beispiel 55.000 Akzeptanzstellen in 40 europäischen Ländern.
Tankkarten erleichtern den Mitarbeitern nicht nur den Zahlvorgang, sondern ersparen allen Beteiligten auch eine zeitaufwändige Spesenabrechnung innerhalb der Arbeitsstunden. Aber das ist laut einer Analyse des Flotten-Research-Dienstes „Dataforce“ nur einer von vielen Gründen, warum bei mittlerweile rund 73 Prozent der deutschen Unternehmen-Fuhrparks Tankkarten gang und gäbe sind. Denn sie machen dem Flottenmanager über Analyse-Tools im dazugehörigen Kundenportal auch die laufenden Fahrzeugkosten transparent: durch automatisierte Verbrauchsauswertungen oder die Auflistung von Zusatzausgaben für Schmiermittel, Ersatzteile und Wäsche.

Viele Komfort-Features

Dazu kommen die Smartphone-Apps der Tankkarten-Anbieter. Fast alle beinhalten mittlerweile standardmäßig Komfortfeatures wie einen Online-Preisfinder inklusive Routenplaner sowie die Möglichkeit, die GPS-Position der Tankstellen für das Navigationssystem herunterzuladen. Verschiedene Gesellschaften haben ihre Apps mit weiteren praxisgerechten Anwendungen ergänzt, die vor allem für den Fuhrparkmanager interessant sind: So lassen sich beispielsweise die Fahrerdaten des digitalen Tachografen auslesen oder regelmäßig eine elektronische Führerscheinkontrolle durchführen, wie sie für jedes Unternehmen als Halter seiner Dienst- beziehungsweise Einsatzfahrzeuge gesetzlich vorgeschrieben ist.

Bezahl-App statt Plastikkarte

Der neueste Trend: Das reale Plastikgeld wird von einer Bezahl-App abgelöst. Autohersteller wie BMW machen es vor: Mit den Fahrzeugen des Carsharing-Dienstes „Drive Now“ ist das kartenlose Bezahlen bereits bei Total-Tankstellen in Hamburg und Berlin möglich. Dabei kommuniziert das Fahrzeug schon bei der Anfahrt mit dem Kassensystem der Station, die Tankfüllung wird damit automatisch online abgerechnet. Daten wie Spritmenge, Kilometerstand und der Name des Fahrers werden verschlüsselt direkt an die Vermietzentrale übertragen.
Ein Procedere, das in gleicher Form auch für Flottenfahrzeuge von Unternehmen denkbar ist: Die Daten werden in diesem Fall vom Auto oder dem Smartphone des Mitarbeiters an den Computer des Fuhrparkleiters gesendet. An einer solchen App-basierten Lösung arbeitet derzeit VW Financial Services und hat dazu mit einem Entwicklungspartner Anfang dieses Jahres ein entsprechendes Pilotprojekt gestartet. Auch die Tankkartenanbieter DKV und Shell arbeiten an solchen Lösungen.

Art Funktionen Vorteile Nachteil
Tankkarten bargeldloses Bezahlen von ­Kraftstoffen, teils Mautgebühren zentrale Rechnung mit Einzelauflistung (Controlling) am Monatsende, Datenanalyse Sperren bei Verlust, Zeitfaktor Wieder­beschaffung
Smartphone-App kontaktloses Bezahlen von ­Kraftstoffen zentrale Rechnung per App/Mail/Online, Controlling, Datenanalyse, Online-Preis­finder, Routenplaner Bindung an einen Paydienst, Hacking
Kreditkarten bargeldloses Bezahlen von Kraftstoffen, Serviceleistungen (z.B. Haftpflicht, Reise-/Rechtsschutz) Bargeldabhebung, zentrale ­Rechnung am Monatsende Gebühren
Kundenkarten bargeldloses Bezahlen von ­Kraftstoffen ­ Tankrabatte, Bonuspunkte Rabatte je nach Anbieter ­limitiert

Umfrangreicher Standard-Service

Wer seine Mitarbeiter künftig nicht mit einem Smartphone zum Tanken ausstatten will, ist mit den herkömmlichen Tankkarten gut bedient. So hat beispielsweise Aral mit seiner „Card Komfort“ ein Paket geschnürt, das auf Betriebe mit nicht mehr als fünf Fahrzeugen zugeschnitten ist. Interessant ist dabei unter anderem auch eine persönliche Karten-PIN für jeden Fahrer, die eine Kostenkontrolle vor allem bei häufigen Fahrer- und Fahrzeugwechseln erleichtert.


Die vier großen Tankkarten

An Features wie der persönlichen PIN kann man die Qualitätsunterschiede der einzelnen Karten-Anbieter festmachen, da ihr Serviceangebot ansonsten nicht wesentlich differiert. In fast allen Verträgen sind mittlerweile Standards enthalten, zu denen auch eine Mobilitätsgarantie, die Übernahme der Kosten vom Abschleppdienst, Werkstatt-Arbeiten, eine Abrechnung von Maut- und Tunnelgebühren oder gar eine Mehrwertsteuer-Rückerstattung enthalten ist. Individuelle Highlights sind Features wie etwa ein 24-Stunden-Zugriff auf alle Daten, eine Online-Kartenanalyse oder ein Bußgeldservice.


In diesem Zusammenhang lohnt sich immer wieder der Vergleich der Serviceleistungen des aktuellen Kartenanbieters mit jenen der Wettbewerber: Die lancieren mitunter interessante neue Angebote. So schnürte Anbieter UTA unlängst drei unterschiedliche Tankkarten-Pakete für Fuhrparks mit Pkw und Nutzfahrzeugen bis 3,5 Tonnen – eine gängige Klasse bei Handwerksbetrieben. Alle drei verzichten auf eine Aufnahmegebühr, einen Mindestumsatz oder eine Mindestanzahl von Fahrzeugen.

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  • Tankkarten im Vergleich (PDF, 83 kB)

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