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Psychische Gesundheit Nette Kollegen und gutes Betriebsklima wichtig

Die gute Konjunktur im Handwerk hat auch ihre Schattenseiten: Stress und Leistungsdruck gehören für viele Mitarbeiter zum Arbeitsalltag. Der Forschungsmonitor des Projekts „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt“ (psyGA) hat untersucht, was die Mitarbeiter mental belastet.

Themenseite: Arbeitsschutz und Gesundheit

Wie gehen die Mitarbeiter in Deutschlands Unternehmen mit Stress um? Was hält sie gesund? Welche Faktoren können sie belasten oder sogar krankmachen? Die Analyse des Projekts „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt“ (psyGA) zeigt: Drei Viertel der Beschäftigten schätzen die eigene psychische Gesundheit als gut ein. Wer seine Kollegen mag, hat eine der wichtigsten Stellschrauben für die eigene Gesundheit in der Hand. Auch der Handlungs- und Entscheidungsspielraum, den Mitarbeitende am Arbeitsplatz erleben, ist für die Motivation im Job zentral. Verhält sich die Chefin oder der Chef fair und bietet ausreichend Unterstützung, kann das die Gesundheit der Mitarbeitenden entscheidend fördern. Wenn es im Unternehmen darüber hinaus die Möglichkeit gibt, sich weiterzuentwickeln, stehen die Chancen für eine hohe Zufriedenheit, Gesundheit und Bindung an die Organisation gut.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie belastet häufig

Unter den Faktoren, die Mitarbeitende im Arbeitsalltag am meisten belasten, finden sich die fehlende Vereinbarkeit von Beruf und Familie, emotional fordernde Arbeit und ein zu hohes Arbeitspensum. Auch wenn Mitarbeitende an den Gegebenheiten im Unternehmen wenig ändern können, sind persönliche Ressourcen und Rückendeckung durch die Führungskraft eine wichtige Kraftquelle. Um diese für das Team perfekt nutzen zu können, haben die am psyGA-Projekt beteiligten Wissenschaftler vier Tipps für Unternehmer und Führungskräfte parat.

Tipp Nr. 1: Lernen Sie Ihr Team kennen!

„Jedes Team besteht aus ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten – und jede Persönlichkeit braucht etwas anderes. Damit ich als Führungskraft auf die individuellen Bedürfnisse reagieren kann, sollte ich mein Team möglichst genau kennen“, sagt die Sportpsychologin Marion Sulprizio von der Deutschen Sporthochschule Köln.

Tipp Nr. 2: Schaffen Sie klare Verhältnisse!


„Jedes Teammitglied sollte wissen, welche Rolle es im Team hat und was der Trainer oder die Führungskraft von ihm erwartet. Nur dann kann jeder einen guten Job machen“, so die Sportpsychologin. Warum es gerade für Führungskräfte wichtig ist, Handlungsspielräume zu schaffen, erfahren Sie im psyGA-Hörbuch unter psyga.info/angebote.

Tipp Nr. 3: Sorgen Sie für Pausen!


„Es ist ganz wichtig, dass ich mich von belastenden Situationen auch erholen kann. Musikhören, Spazierengehen, den Kopf freibekommen und generell achtsam mit sich umgehen – all das kann zur Erholung beitragen und ist wichtig, damit ich erfolgreich bin“, empfiehlt die Expertin.

Tipp Nr. 4: Begreifen Sie Niederlagen als Chancen!


„Auch im Arbeitsalltag sind meist mehrere Personen an einer Niederlage oder einem fehlerhaften Prozess beteiligt“, sagt Marion Sulprizio. Das schützt unser Selbstwertgefühl. Außerdem sollten Fehler immer als Chance, etwas zu verbessern, gesehen werden.


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