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Planen und optimieren Fünf-Punkte-Checkliste: So gelingt nachhaltiger Gewerbe- und Hallenbau im Handwerk

Haltung statt nur Pflichterfüllung: Darin liegt die Kunst für nachhaltiges Bauen bei Hallen und Gewerbebauten. Zertifizierung wie zum Beispiel von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) helfen dabei, von Anfang an richtig zu planen und zu optimieren.

Topic channels: TS Nachhaltigkeit und TS Gewerbebau

1. Das richtige Mindset

Nachhaltiges Bauen beginnt mit einer grundsätzlichen Haltung. Wer dies nicht als lästige Pflichtaufgabe sieht, sondern bei Planung und Umsetzung Qualität und Zukunftsfähigkeit als Maßstäbe setzt, macht bereits vieles richtig.

2. Frühzeitig das Thema angehen

Jedes Projekt ist ein Unikat. Die eigentliche Aufgabe bei nachhaltigem Bauen liegt daher darin, dass Bauherren die individuell richtigen Entscheidungen treffen: für die konkreten Nutzungsanforderungen, unter Berücksichtigung des – städtebaulichen – Kontextes, im Rahmen des vorhandenen Budgets. Um dies zu erreichen, ist es wichtig, schon in einer frühen Planungsphase die vielfältigen Aspekte der Nachhaltigkeit zu betrachten. Anpassungen zu einem fortgeschrittenen Projektzeitpunkt sind vermeidbare Aufwands- und Kostentreiber.

3. Ganzheitlichen Ansatz verfolgen

Nachhaltigkeit ist mehr als Öko- und Energieeffizienz. Es geht neben Klima und Umwelt genauso um die Menschen als Gebäudenutzer sowie die Wirtschaftlichkeit über den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie. Hier gilt es, die richtige Balance zu finden. Orientierung bieten die Kriterien des Zertifizierungssystems der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB), die kostenfrei online verfügbar sind.

4. Zertifizierung richtig einsetzen

Wer eine Zertifizierung rein als Marketinginstrument betrachtet, greift zu kurz. Als Planungs- und Optimierungstool hilft sie, alle wichtigen Nachhaltigkeitsanforderungen im Blick zu behalten. Sie dient der Qualitäts- und Investitionssicherheit und unterstützt dabei, Gebäude langfristig werthaltiger zu machen. Zudem trägt sie zu gesunden, zufriedenen und produktiven Nutzern bei. Über die unabhängige Konformitätsprüfung und das Zertifikat am Ende erhalten Bauherren Gewissheit, dass die geplante Qualität tatsächlich auch umgesetzt wurde.

5. Betrieb nicht vergessen

Nachhaltigkeit hört nicht bei der Inbetriebnahme eines Neubaus auf. Die dort umgesetzten Potenziale müssen in der Nutzung auch ausgeschöpft werden. Hier ist ein konsequentes Monitoring der wichtigsten Kennwerte empfehlenswert. Die DGNB hat hierfür ein eigenes Zertifizierungssystem für Gebäude im Betrieb entwickelt. Als Managementtool hilft es, Immobilien systematisch zu optimieren und Richtung Klimaneutralität zu führen.

*Über die Autorin:

Dr. Christine Lemaitre ist geschäftsführender Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) und wurde 2019 sowohl mit dem W.I.R.E.-Award (Women In Real Estate) der Heuer Dialog GmbH und dem Eco Innovator Award des Global Green Economic Forum ausgezeichnet.




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