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Der neue Iveco Daily im Test "Mulatz fährt": Auch Transporter fahren immer autonomer

In Turin stellte Iveco den neuen Daily vor. handwerk-magazin-Redakteur Reinhold Mulatz testete den 3,5-Tonnen-Transporter. Fazit: Harte Fakten wie Nutzlast oder Motorisierung sind nicht mehr wichtig. Es geht um Konnektivität, um Assistenzsysteme und um Telematiklösungen.

Themenseiten: TS Fuhrpark und TS Transporter

Der erste Eindruck: Rein äußerlich ist der neue Iveco Daily ganz der alte. Das Facelift ist eher sparsam ausgefallen. Im Wesentlichen sind das neu gestaltete LED-Leuchten, die laut Iveco während der gesamten Lebensdauer des Fahrzeugs nicht ausgewechselt werden müssen, ein vergrößerter Kühlergrill und eine neue Stoßstange, die in drei Abschnitte unterteilt ist. So muss bei kleineren Unfällen nur der beschädigte Teil anstelle der gesamten Stoßstange ausgetauscht werden. Dadurch ergeben sich deutlich niedrigere Reparaturkosten.

Erst mal Platz nehmen

Platz nimmt man gerne im neuen Daily, der Fahrersitz ist sehr gut gefedert, das Lenkrad wurde verkleinert und kann in der Höhe und der Neigung verstellt werden. Das hochauflösende TFT-Farbdisplay ist gut angebracht und leicht ablesbar – alles in allem Pkw-Ambiente der gehobenen Klasse.

Schon bei der ersten Testfahrt – unterstützt von einem Instruktor – wird klar, worauf Iveco mit dem neuem Modell abzielt: Es geht nicht mehr um Ladevolumen oder Motorisierung, es geht um Konnektivität und um Sicherheitsfunktionen bis hin zum autonomen Fahren. Unser Testauto, ein Kastenwagen mit 2,3-Liter-Dieselmotor (Euro 6D/Temp) und Automatikgetriebe, ist so ziemlich komplett ausgestattet. Ein erster Versuch zeigt, wie das Notbremssystem AEBS in Kombination mit City Brake pro funktioniert. Das System verhindert Kollisionen bei Geschwindigkeiten unter 50 km/h und mildert den Aufprall bei höheren Geschwindigkeiten ab. Es erfasst eigenständig die Wahrscheinlichkeit für eine bevorstehende Kollision und bremst entsprechend, falls der Fahrer nicht eingreift, um einen Unfall zu verhindern. Die City Brake PRO geht noch einen Schritt weiter. Damit werden Unfälle auch bei sehr langsamem Tempo (5 km/h) verhindert.

Folgt selbstständig dem vorderen Fahrzeug

Im Stadtverkehr sorgt die Funktion Queue Assist durch Überwachung des vorausfahrenden Fahrzeugs im zäh fließenden bis stehenden Verkehr für Erleichterung. Das Auto folgt einfach dem vorderen Fahrzeug, der Fahrer muss nicht eingreifen. So ist der Start-Stopp-Verkehr nicht mehr so nervenaufreibend. Laut Iveco ist der neue Daily das erste 7,2-Tonnen-Fahrzeug mit Queue Assist und City Brake PRO.

Sichere Autobahnfahrt

Vom Stadtverkehr geht es auf die Autobahn. Hier behält die Adaptive Cruise Control in Kombination mit Queue Assist die Geschwindigkeit und den Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug, wenn der Fahrer das möchte. Tatsächlich funktioniert der Assistent sehr gut, der Abstand lässt sich in mehreren Stufen einstellen, ebenso die Geschwindigkeit. Das sorgt auf Autobahnen und Landstraßen für entspanntes und sicheres Fahren.

Ein kurzer Test der ProActive Lane Keeping Assist, einer aktiven Lenkunterstützung zeigt, dass das Auto nicht unfreiwillig die Spur verlässt. Bei seitlichen Windböen hilft der Crosswind Assist dem Fahrer, das Fahrzeug stabil in der Spur zu halten.

Fuhrparkmanagement inklusive

Im anschließenden Workshop erklären die Iveco-Experten, was ihnen in Sachen Konnektivität so alles eingefallen ist. So stehen die neuen Dailys in direktem Kontakt mit Ivecos Control Room durch Lieferung von Echtzeitdaten. So können die Iveco-Spezialisten die Betriebszeit des Fahrzeugs mittels Durchführung proaktiver Diagnosen, des Ergreifens von vorbeugenden Maßnahmen und der effizienten Planung von Wartungs- und Serviceeingriffen maximieren. Außerdem macht es der Remote Assistance Service möglich, Datensatzänderungen, Diagnosesitzungen und sogar Software-Uploads aus der Ferne durchzuführen, um Stopps in der Werkstatt zu vermeiden.

Doch das ist noch nicht alles: Die Konnektivität des Neuen Daily bietet auch Telematiklösungen. Über das MyDaily-Portal, das auch über eine App zugänglich ist, können Fahrzeugeigentümer ihren Daily von ihrem PC aus oder unterwegs von ihrem Mobilgerät aus überwachen. Sie können Leistung und Kraftstoffverbrauch sowie den Fahrstil des Fahrers analysieren. Überdies sendet der Daily regelmäßige Reports zu den Schlüsselparametern für das Fahrzeug mit Empfehlungen, wie man den Fahrstil verbessern kann, um Kraftstoff zu sparen. Die Kunden können auch die Serviceeingriffe des Daily planen. Für Flottenmanager bietet der neue Daily eine Komplettlösung von Verizon Connect, mit der die Flottenausgaben mit besserer Navigation, Flottensichtbarkeit, Motordiagnose und Echtzeit-Kilometerstandberichten reduziert werden können.

Leistungsfähiges Motorenpaket

Der neue Iveco Daily wird mit zwei Motoren angeboten:

- Dem 2,3-Liter-F1A-Motor mit einer Nennleistung zwischen 116 und 156 PS.

- Dem 3-Liter-Heavy-Duty-F1C-Motor mit verbesserter Performance und bis zu 210 PS (155 kW), auch erhältlich in der CNG-Variante. Auch die Elektrovariante bleibt nach wie vor im Programm.

Die Preise für den neuen Daily gehen beim Kastenwagen bei rund 32.400 Euro (ohne Mehrwertsteuer) los.

Weitere Downloads zu diesem Artikel
  • Transporter mit 2,8 Tonnen Gesamtgewicht (PDF, 94 kB)

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