Betrieb -

Unikate Möbelstück trifft Whiskyfass

Whisky - ein Stück Lebensqualität. Man kann ihn trinken - und aus seinen Fässern wunderbare Möbelstücke fertigen lassen. Das ist es, was Tischler Nils Greese aus gebrauchten, 40 bis 50 Jahre alten Whiskyfässern macht. Die Unikate sind eine Marktlücke und finden gerade bei Whiskyliebhabern großen Anklang.

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Vom Liebhaber für Liebhaber. Nils Greese aus Laage bei Rostock tischlert n eue Möbel aus 40 bis 50 Jahre alten, gebrauchten Whiskyfässern. „Ich fahre jedes Vierteljahr nach Schottland. Dort kaufe ich die Fässer direkt in den Brennereien, etwa bei der Springbank Distillery auf der Halbinsel Kintyre“, erzählt Greese.

Auftragsnot führt zur Idee

2002 übernahm der Tischlermeister den Familienbetrieb „Tischlerei Greese“ in dritter Generation von seinem Vater. Gegründet hatte derGroßvater, Heinrich Greese, kurz vor dem zweiten Weltkrieg, am 30. April 1930. 1965 übergab er ihn an seinen Sohn Hans-Heinrich, der die Tischlerei bis Ende 2001 führte.

Wie jede Generation gab auch Nils Greese dem Betrieb eine neue Richtung. Neben Haustüren; Fenstern, Einbaumöbeln, Treppen und Terrassen hat er eine neue Idee für die Angebotspalette seines Betriebs: Er wollte Gebrauchsmöbel wie Stühle, Tische und Barschränke aus Whiskyfässern bauen. Entstanden ist die Idee aus einer Auftragsnot vor knapp sechs Jahren. „In Amsterdam habe ich ein Whiskyfass gesehen, das zu einer Vitrine verarbeitet war. Ich habe es nachgebaut, und meine Freunde waren begeistert. Danach begann ich mit dem Verkauf über den Online-Shop. Ich glaube, ich bin wohl der einzige Tischler in Deutschland, der so etwas herstellt“, erläutert Greese. Im Shop können Liebhaber auch fertige Whisky-Devotionalien erwerben. Derzeit beispielsweise ein Cask-Lid Brora Whiskyfass-Deckel aus dem Jahr 1976 aus den schottischen Highlands, das als Wanddecko genutzt werden kann. Preis für das rund acht Kilo schwere Holzteil: knapp 360 Euro. Nils Greese bietet auch an, aus diesem Deckel eine Tischplatte zu machen - den Fuß gibt es als Steh-, Bistro-, Couch- oder Loungetisch und kostet ab 215 Euro.

Spannende Arbeit mit Ertrag

Nils Greese begeistert dieses Geschäftsfeld, dort kann er seine Kreativität ausleben. Und das Geschäft boomt. Etwa 30 Prozent seines Umsatzes, das sind circa 70.000 Euro, macht Greese mit den alten Whiskyfässern. Mit seinem Transporter überführt er viermal jährlich rund 20 Fässer nach Deutschland. Pro Monat verkauft er zwischen fünf und sieben umgestaltete Fässer. Der Verkaufspreis liegt zwischen 700 und 1.300 Euro.

Unikate nach Kundenwünschen

Die Kunden suchen im Online-Shop ihr Fass aus und l egen fest, was sie gefertigt haben wollen. „Ich schaffe Unikate individuell nach Kundenwunsch. Aktuell arbeite ich an einem Briefkasten für einen Kunden“, so Greese. Das Möbelstück entsteht aus nicht weiterbehandeltem Holz. Danach wird es für etwa zwei Wochen getrocknet. „Die Kunden mögen das Flair des unbehandelten Holzes, sind vorwiegend Whiskyliebhaber und suchen das Fass beispielsweise anhand ihres Geburtsdatums oder der Lieblingsbrennerei aus“, erklärt der Tischler.

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