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Handwerks-Fuhrpark Mittelklasse-Transporter: Die neuen 2,8-Tonner im Vergleich

Fahrzeuge der Klasse bis 2,8 Tonnen Gesamtgewicht sind die Handwerkerautos schlechthin. Hohe Nutzlast, trotzdem städtetauglich, und ein breites Angebot machen die Mittelklasse-Transporter zu den beliebtesten im Handwerk. Die neuesten Modelle im Vergleich.

Themenseiten: TS Fuhrpark und TS Transporter

Fahrzeuge der Klasse bis 2,8 Tonnen Gesamtgewicht sind die beliebtesten Handwerkerautos. Hohe Nutzlast, trotzdem städtetauglich, und ein breites Angebot machen die Mittelklasse-Transporter zu den beliebtesten im Handwerk. Mit schadstoffarmen Motoren sind die Innenstädte für sie nicht tabu. Und jetzt kommen auch immer mehr Transporter mit Elektroantrieb. Hier ein Marktüberblick.

 

Mercedes-Benz Vito

Jetzt auch als Elektroversion
Während Mercedes-Benz die Großraumlimousine V-Klasse gerade einem kleinen Facelift mit modifizierter Frontpartie und überarbeitetem Interieur unterzogen hat, lässt das bei der Transporterversion Vito noch auf sich warten. Dafür bekam die seit 2014 gebaute dritte Modellgeneration des Vito einen Elektroableger, der auf der letztjährigen Nutzfahrzeug-IAA präsentiert worden ist und bereits bei den Händlern steht. Der eVito hat eine Höchstleistung von 84 kW und ein maximales Drehmoment von 300 Newtonmetern. Seine Batteriekapazität beträgt 41 kWh, was für eine Reichweite von rund 150 Kilometern reichen soll. Die konventionell angetriebenen Vito verfügen über Euro-6-Dieselmotoren mit 65 bis 140 kW Höchstleistung, sind in drei Längenversionen und sowohl mit Front-, Heck- wie auch Allradantrieb lieferbar. In Zusammenarbeit mit über 240 Umbaupartnern bietet Mercedes rund 370 branchenspezifische Auf- und Umbaulösungen für den Vito an. Für den Sommer hat Mercedes angekündigt, den Vito mit digitalen Mehrwertpaketen auszustatten. Sie sollen helfen, die Effizienz zu steigern, die Betriebskosten zu senken und die Verfügbarkeit der Fahrzeuge zu verbessern.

Volkswagen Transporter T6

Volkswagen Transporter T6

Facelift im Herbst
Der Transporter von VW Nutzfahrzeuge ist seit Jahren ein Bestseller in dieser Fahrzeugklasse, was vor allem an seiner Modellvielfalt liegt: Zwei Radstände, Front- oder Allradantrieb und die Aufbauversionen Kastenwagen mit drei unterschiedlichen Dachhöhen, Kombi mit bis zu neun Sitzplätzen und Pritschenversionen mit Einzel- oder Doppelkabine stehen zur Wahl. Die Motorenpalette umfasst Diesel und Benziner mit Höchstleistungen von 62 kW (84 PS) bis 150 kW (204 PS), die alle die Abgasnorm Euro 6b bzw. 6d Temp erfüllen.

In Zusammenarbeit mit Volkswagen Nutzfahrzeuge hat ABT e-Line, die Elektromobilitätsabteilung des Kemptener Unternehmens, den Transporter elektrifiziert. Der ABT e-Transporter basiert auf dem T6 mit langem Radstand und bietet auch als Elektro-Variante das volle Laderaumvolumen von 6,7 qm. Seine Reichweite beträgt in der Standardversion 208 Kilometer, als Variante mit doppelter Batteriekapazität (74,6 statt 37,3 kWh) ergibt sich eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern.

Ende des Jahres wird der Bulli dann ein umfangreiches Facelift bekommen, das eine überarbeitete Frontpartie, eine Vielzahl neuer Assistenzsysteme und ein digitales Cockpit umfasst. Der VW T6.1 – so die neue Modellbezeichnung – rollt mit sauberen Euro-6d-TEMP-EVAP-Dieseln (66 kW / 90 PS bis 146 kW / 199 PS) oder dem Elektroantrieb von ABT zu den Händlern.

Ford Transit Custom

Ford Transit Custom

Auch als Plug-in-Hybrid
Die mittelgroße Baureihe der Transitfamilie erhielt zum Modelljahr 2018 ein umfassendes Facelift, weshalb der Custom unverändert in die 2019er-Saison geht. Neu ist aber der Transit Custom PHEV, der über einen Plug-in-Hybridantrieb verfügt und in der zweiten Jahreshälfte 2019 auf den Markt kommen wird.

Seine kompakte, flüssigkeitsgekühlte Lithium-Ionen-Batterie befindet sich unter der Ladefläche und ermöglicht eine emissionsfreie Fahrt von mehr als 50 Kilometern. Aufgeladen wird das Akku-Pack während der Fahrt über einen 1,0-Liter-Benzinmotor, der als Range-Extender dient und so auch längere Fahrtstrecken mit dem Custom PHEV ermöglicht. Die Markteinführung ist für die zweite Jahreshälfte 2019 geplant.

Die konventionellen Modelle der Transit-Custom-Baureihe sind in zwei Radständen und ebenso vielen Dachhöhen lieferbar. Zulässige Gesamtgewichte von 2,6 bis 3,4 Tonnen und Nutzlasten von bis zu 1.384 Kilogramm sowie Aufbauten vom Kastenwagen über Kombi bis zur Doppelkabine bieten darüber hinaus vielfältige Kombinationsmöglichkeiten. Der Antrieb erfolgt jeweils über Zweiliter-TDCi-Dieselmotoren

Hyundai H1 Cargo

Hyundai H1 Cargo

Lange Garantiezeit
Der Transporter der Koreaner kann als Dreisitzer rund eine Tonne Nutzlast in seinem über fünf Kubikmeter großen Laderaum aufnehmen. Alternativ ist er auch mit einer zweiten Sitzreihe erhältlich, dann finden sechs Insassen Platz an Bord.

Dahinter erstreckt sich ein beim Dreisitzer 3,37 Meter und beim Sechssitzer 1,58 m langer Laderaum, dessen Gesamtkapazität 5.194 (6-Sitzer: 3.440) Liter beträgt. Das Beladen erleichtern zwei seitliche Schiebetüren, die beim H1 Cargo serienmäßig sind. Dazu gibt es eine 180 Grad weit öffnende Doppelflügeltür am Heck oder eine Heckklappe.
Für Vortrieb sorgt ein 2,5-Liter-Common-Rail-Diesel, der wahlweise 85 kW (116 PS), 100 kW (136 PS) oder 125 kW (170 PS) leistet und die Hinterachse antreibt. Während die beiden schwächeren Triebwerke über ein Sechsgang-Schaltgetriebe verfügen, übernimmt beim Top-Motor eine Fünfstufen-Automatik die Schaltarbeit, was aber die Anhängelast auf 1,5 Tonnen reduziert. Allen gemeinsam ist dagegen ihre Dreijahres-Garantie ohne Kilometerbegrenzung sowie eine ebenso lange Mobilitätsgarantie.

Fiat Talento / Nissan NV 300 / Renault Trafic

Fiat Talento

Tragbare Batterielösung
Der Renault/Nissan-Konzern und Fiat Professional brachten 2016 ihre Gemeinschaftsentwicklung in der 2,8-Tonnen Transporterklasse auf den Markt. So teilen sich die Schwestermodelle Renault Trafic, Nissan NV 300 sowie Fiat Talento die Technik und unterscheiden sich nur im optischen Auftritt.

Das Ladevolumen beträgt beim kurzen Radstand 5,2 Kubikmeter, mit langem Radstand und normalem Dach sind es 6,0, mit Hochdach sogar 8,6 Kubikmeter. Für Vortrieb sorgt ein Turbodiesel mit 1,6 Liter Hubraum, der in vier Leistungsstufen von 70 kW (95 PS) bis 107 kW (145 PS) erhältlich ist.

Auf der Motor Show in Brüssel im Januar zeigte Nissan seinen NV300 Concept mit einer integrierten tragbaren Batterielösung namens Nissan Energy ROAM, die aus wiederaufbereiteten Elektroauto-Batterien aus dem Nissan Leaf besteht. Mit 700 Wh Kapazität und 1 kW Leistung eignet sich das Batteriepaket, das noch im Frühjahr 2019 in Europa eingeführt werden soll, als innovative Energiequelle für mobile Einsätze im Handwerk.

Opel Vivaro / Peugeot Expert / Citroen Jumpy / Toyota Proace

Opel Vivaro

Neues Viergespann
Der Besitzerwechsel bei Opel bedingt eine grundlegende Änderung beim Transporter der Rüsselsheimer: Der V ivaro steht ab Spätsommer 2019 als Derivat des PSA-Konzers beim Händler – basiert also technisch nicht mehr auf der Renault-Nissan-Plattform.

Da das Debut des französisch-japanischen Trios im Jahr 2016 noch nicht lange genug zurück liegt, als dass bereits grundlegende Modifikationen angesagt wären, baut auch der neue Vivaro auf der vom Peugeot Expert, Citroen Jumpy und Toyota Proace bekannten Basis.

Alle vier Kastenwagen werden auch 2019 mit zwei Radständen, in drei Karosserielängen und zwei unterschiedlichen Höhen angeboten, daneben gibt es eine Pritschenausführung sowie eine Kleinbus-Version. Hinter den markenspezifisch eigenständigen Frontpartien arbeiten Vierzylinder-Turbodiesel mit 1,6- und 2,0-Liter Hubraum, die eine Bandbreite von 70 kW (95 PS) bis 130 kW (177 PS) abdecken und die Vorderräder per Fünf- bzw. Sechsgang-Schaltgetriebe oder optionaler Sechsstufen-Automatik antreiben. Bereits 2020 wird es vom Vivaro eine rein batterie-elektrische Variante geben.

Streetscooter Work

Streetscooter Work

Nicht ganz vergleichbar
Der Streetscooter lässt sich mit den anderen Transportern in dieser Übersicht nicht direkt vergleichen, denn das Elektrofahrzeug ist kein geschlossener Transporter, sondern eher ein Fahrgestell mit Kofferaufbau.

Aber von den Ladekapazitäten passt er durchaus zu den 2,8-Tonnern. Die Varianten Work und Work l in der Version als Box haben eine Zuladung von 750 beziehungsweise 905 Kilo und ein zulässiges Gesamtgewicht von 2,1 beziehungsweise 2,6 Tonnen. Angetrieben werden die Fahrzeuge von Elektromotoren mit einer Leistung von 48 kW (65 PS). Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 85 km/h, die Reichweite nach NEFZ bei 101 beziehungsweise 205 Kilometern, je nach Batteriekapazität. Beim Streetscooter gibt es mehrere Modellvarianten, Aufbauten lassen sich zudem individuell gestalten. Der noch größere WORK XL wird aktuell nur für die Deutsche Post AG gefertigt.


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  • Transporter mit 2,8 Tonnen Gesamtgewicht (PDF, 89 kB)

    Kastenwagen und Kombis der 2.8-Tonner-Klasse sind die Allroundtalente für Handwerker in großen und kleinen Städten: Sie überzeugen mit einem Pkw-gemäßen Handling, sind kompakt und wendig, benötigen keinen extrem mehr...

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Da ist dann noch die Steuer...

Habe feststellen müssen, das ein neues Steuer-Gesetz meinen 6 Jahre alten Firmentransporter, Vito, Fahrer + Beifahrer von ca. 180 € auf 470 € katalpultiert hat. Grund: Eintragung bis zu 7 Personen.
Vorrichtungen sind nur bis insgesamt 5 Personen vorhanden. Lösung: Fachwerkstatt, Verankerungen unbrauchbar machen, dokumentieren und zum Tüv, dann in Zulassungsstelle eintragen lassen- fertig. Oder beim Zoll vermessen lassen. Hab ich machen lassen(2 Stunden)
Bei mir war ich von der Fläche mit 52%, 2 % darüber, ...Joker: Berechnung über Gewicht: Da im Schein von - bis eingetragen ist, war der untere Wert über eine Berechnung Ok, der Obere darüber. die nächste Instanz, Obere Zollbehörde hat dann entschieden: Mein Fahrzeug mit 2 Sitzen und eingebauten Regalen ist ein: ....Geschäftsfahrzeug!!! Dies gelang jedoch nur, da ich einen sehr gut arbeitenden Zöllner bei der Vermessung hatte und das ist nicht Ironisch gemeint!