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Gebäudereinigung Mit der Drohne an die Fenster

Marcus Fritzsche hat einen Prototyp für eine Drohne entwickelt, die Fenster an schwer zugänglichen Stellen reinigt.

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Leise surren die vier Rotoren der Drohne, als sie an die Glasscheibe in der zweiten Etage andockt. Marcus Fritzsche nimmt die Hände von der Steuerung: Die Drohne drückt den nassen Schwamm an das Fenster und beginnt mit dem Einweichen der Glasfläche.

Das klingt zwar wie Science-Fiction, ist aber Realität. Mathematiker Marcus Fritzsche aus Braunichswalde im Landkreis Greiz hat eine Spezialdrohne entwickelt, die Fenster putzt. Das könnte zur technischen Revolution für das Gebäudereinigerhandwerk werden, die Probleme mit schwierig zu erreichenden Glasflächen wären Vergangenheit.

Noch gibt es das Gerät nur als Prototyp, aber das Interesse ist groß, nachdem Fritzsche seine Fensterputzdrohne auf einem internationalen Wettbewerb in Dubai vorstellte. Dort wurde die beste Drohne für eine zivile Anwendung gesucht. Zum Sieg und zum Preisgeld von einer Million Dollar hat es nicht gereicht, aber Platz sechs bei 800 Bewerbungen ist beachtlich.

Fritzsche investierte einen fünfstelligen Betrag in die Entwicklung. Weil Bauteile von der Stange nicht weiterhalfen, nutzte er einen 3D-Drucker, der eigens konstruierte Spezial­stücke für den Rahmen fertigte. Mindestens genauso wichtig wie die Technik ist aber die Programmierung. Er experimentierte mit dem Anstellwinkel beim Putzen oder mit der Traglast der Drohnen. Schleppen sie zu viel Wasser, bringen sie nicht mehr genug Anpressdruck an die Scheibe. Geht kein Wasservorrat mit in die Höhe, sind zu viele Flugbewegungen notwendig.

Fritzsches Vater Mathias bringt als weiteres Einsatzgebiet große Solaranlagen ins Gespräch. „Die müssen aller paar Jahre gereinigt werden. Das könnten Drohnen erledigen“, sagt der Inhaber von Fritzsche Haustechnik in Braunichswalde. Der Handwerksunternehmer kann sich vorstellen, das Drohnenprojekt als neuen Geschäftszweig aufzunehmen oder eine extra Firma dafür zu gründen.

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