Unternehmerfrauen im Handwerk UFH -

Bundesverband Miriam Schulze: Den Nachwuchs und die Frauen im Blick

Miriam Schulze hat im März 2020 die Geschäftsführung des Bundesverbandes der Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH) übernommen. Trotz erschwerter Bedingungen durch Corona hat sie schon einiges bewegt und einen klaren Blick für die Zukunftsaufgaben des Verbands.

handwerk magazin: Sie sind jetzt fast ein Jahr im Amt. Wie geht es Ihnen?

Miriam Schulze: Prima. Ich mag die Zusammenarbeit mit den Frauen sehr und bewundere ihr Engagement. Sie haben alle ein Unternehmen zu führen und schaffen es trotzdem, im Ehrenamt Großes zu bewegen. Es motiviert mich, da mitzumachen. Und ich lerne viel über die Gewerke, da ich ja im direkten Kontakt mit ihnen bin. Erstaunt bin ich immer wieder über den hohen Digitalisierungsgrad, den viele Betriebe bereits haben.

Was waren die großen Herausforde­rungen im vergangenen Jahr?

Wir haben unser UFH-Logo neu designt. Es ist jetzt frischer und moderner. Wichtig war auch, die Homepage serviceorientierter zu gestalten. Dort ist jetzt eine Datenbank hinterlegt, die die Kommunikation mit den Mitgliedern vereinfacht. Dazu gehört ein Newsletter-Modul, das uns mehr Gestaltungsspielraum verschafft. Wir haben die Texte aktualisiert, das Corporate Design erneuert und stringent umgesetzt. Das Design und die neue Technik können bald von den Mitgliedern übernommen werden.

Welche Themen sind die Herausforderungen für 2021 und danach?

Corona bleibt, das ist wohl allen klar. Wir werden mit dieser Krankheit leben müssen. Deshalb denken wir über digitale Kommunikation nach, also Online-Seminare. Für unsere Mitglieder wollen wir viel Nutzwertiges digital aufbereiten. So etwa das Thema E-Rechnungen. Wir ­bieten praxisnahe Seminare an, die von unseren Mitgliedern in den Betriebsablauf integriert werden können. Der Bund-Länder-Dialog der UFH läuft coronabedingt ebenfalls online. Dort stellt der Bundesverband seine Aktivitäten vor und die Mitglieder bieten sich gegenseitig ­Hilfe an.

Das Halten und Gewinnen von Mitgliedern ist eine wichtige Aufgabe.

Ja, das stimmt. Corona hat uns bisher keine Abgänge beschert. Im Gegenteil. In unserem Netzwerk können sich die Mitglieder mit Gleichgesinnten auf Augenhöhe austauschen, das ist in der Krise besonders wichtig. Die neue Datenbank hilft uns, die Entwicklung der Mitlieder im Blick zu behalten. Derzeit sind wir eine mittelalte bis ältere Gemeinschaft. Damit wir in fünf Jahren kein Mitgliederproblem bekommen, müssen wir nun gezielt Jüngere ansprechen und integrieren. Da ich selbst zu den Jüngeren gehöre, bin ich ein erster Schritt in diese Richtung.

Wie steht es denn um den weiblichen Nachwuchs im Handwerk?

Wir haben die Aktion „Mädels willkommen im Handwerk“ gestartet. Sie ist exklusiv für unsere Mitglieder, eine Art Auszeichnung, mit der sie werben können – wie ein Label. Die Betriebe verpflichten sich zu einer Unternehmenskultur, in der sich junge Frauen wohlfühlen können. Wir starten das Projekt in der zweiten Jahreshälfte. Eine Ausweitung auf alle Handwerksbetriebe können wir uns zukünftig vorstellen. Für diesen Schritt bräuchten wir aber die Unterstützung der Handwerksorganisationen, da wir mit einem Fragebogen die Qualität der Unternehmenskultur abfragen und der Aufwand der Auswertung groß ist. Da finden wir bestimmt eine Lösung.

Vita Miriam Schulze

  • geboren am 6.9.1985 in Berlin
  • Bachelor in Volkswirtschaft an der TU Berlin
  • Bachelor in Geschichte und Wirtschaftswissenschaften an der Uni Halle/Saale
  • Master in Industrial and Network Economics an der TU Berlin
  • Studentische Hilfskraft im EU-Projektmanagement während des Studiums
  • Erster Job im Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)
  • 15.3.2020 Geschäftsführerin UFH
  • Hobbys: Goldschmieden und Skifahren


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