Wirtschaft -

Mindestlohn: Erhöhung auf 8,84 Euro beschlossen

Arbeitnehmer bekommen künftig einen höheren gesetzlichen Mindestlohn. Die Lohnuntergrenze steigt Anfang 2017 von derzeit 8,50 Euro auf 8,84 Euro pro Stunde. Das legte die Mindestlohnkommission von Arbeitgebern und Arbeitnehmern fest.

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Der Unternehmerverband Handwerk Baden-Württemberg nannte die Erhöhung absehbar, kritisiert aber, dass der von der Bundesregierung versprochene Bürokratieabbau aus den Augen verloren wurde und man auf halbem Wege stehen geblieben sei. Das Ausfüllen notwendiger Dokumente zum Mindestlohn bleibe u nverhältnismäßig aufwendig.

Grundlage für die Entscheidung der Mindestlohnkommission ist der vom Statistischen Bundesamt ermittelte Tarifindex. In ihn fließen rund 500 Tarifverträge ein. In den vergangenen eineinhalb Jahren stiegen die Löhne und Gehälter um durchschnittlich 3,2 Prozent.

Der Mindestlohn gilt für alle volljährigen Arbeitnehmer, außer für Langzeitarbeitslose nach einer Arbeitsaufnahme in den ersten sechs Monaten. Auch für Azubis, Menschen mit Pflichtpraktikum oder Praktikum unter drei Monaten gilt er nicht.

Auswirkungen auf die Flüchtlingsintegration

Ifo-Präsident Clemens Fuest hat die Erhöhung des Mindestlohns bedauert. "Angesichts der Flüchtlingszuwanderung hätte ich es für angemessen gehalten, den Mindestlohn vorerst nicht zu erhöhen", sagte er. Er befürchte, dass das Auswirkungen auf die Flüchtlingsintegration habe. Positiv sei, dass die Kommission öffentlichen Forderungen, den Mindestlohn auf über neun Euro zu erhöhen, nicht nachgekommen ist.

Der gesetzliche Mindestlohn war von der großen Koalition zum Jahresbeginn 2015 eingeführt worden. Er gilt für rund vier Millionen Beschäftigte des Niedriglohnsektors. Das Gesetz sieht alle zwei Jahre eine Anpassung vor. Die nächste Anhebung steht zum 1. Januar 2019 an.

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