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Branchencheck Metall Metallhandwerk: Gute Stimmung im Metallbau, Skepsis in der Feinwerkmechanik

Das Metallhandwerk ist zwiegespalten. Die Stimmung im ­baunahen Metallbau ist weiter gut, die Feinwerkmechanik-Betriebe schauen dagegen deutlich skeptischer in die Zukunft.

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Die aktuelle Konjunkturumfrage des Bundesverbands Metall, an der rund 650 Handwerksbetriebe beteiligt waren, zeigt: In den beiden Gewerken Metallbau (Konstruktionstechnik, Nutzfahrzeugbau, Metallgestaltung) und Feinwerkmechanik (Maschinenbau, Feinmechanik, Werkzeugmacher) gibt es deutliche Unterschiede.
Die Stimmung im baunahen Metallbau ist weitgehend stabil geblieben. Der Umsatz 2018 konnte im Metallbau mit 5,5 Prozent erneut zulegen. Zunehmend schwieriger wird das Geschäft bei größeren Metallbau-Unternehmen im Objektgeschäft, zum Beispiel im konstruktiven Glasbau, die im Wettbewerb mit internationalen Anbietern stehen.

Anlass zur Sorge

Anders das Bild bei den Betrieben der Feinwerkmechanik. Sie schauen deutlich skeptischer ins laufende Jahr. Die Zahl der Feinwerkmechanik-Betriebe, die eine Verschlechterung erwarten, ist von 8,6 Prozent im vergangenen Jahr auf knapp 30 Prozent zu Jahresbeginn 2019 gestiegen. Gerade angesichts des traditionell guten vierten Quartals in diesem Bereich gibt diese Entwicklung Anlass zur Sorge.
Nur noch 3,4 Prozent der Feinwerkmechaniker haben Auftragsbestände, die über sechs Monate hinausgehen (2018 waren es 6,9 Prozent). Bei den Metallbauern haben 6,28 Prozent Auftragsbestände über sechs Monate (2018 waren es 3,6 Prozent).

Verhalten optimistisch

Jedes fünfte Metallbauunternehmen (22,7 Prozent) erwartet im ersten Halbjahr 2019 noch einmal eine Verbesserung seiner wirtschaftlichen Lage. Das ist annähernd das Niveau des Vorjahres. Zwei Drittel erwarten, dass die Lage so bleibt, wie sie ist. Bei den Feinwerkmechanikern erwarten dagegen nur noch 14 Prozent in den nächsten Monaten eine Verbesserung (2018: 23,6 Prozent). Die Zahl der Feinwerkmechanik-Betriebe, die eine Verschlechterung erwarten, ist von 8,6 Prozent auf 28,4 Prozent gestiegen. Ein deutlicher Hinweis, dass die Branche sich unterschiedlich entwickelt.

Herausforderung Fachkräftebedarf

Zentrale Herausforderung für metallhandwerkliche Unternehmen bleibt die Frage nach der ausreichenden Versorgung mit Fachkräften. Fast vier von fünf Unternehmen kennzeichnen diesen Bereich als zentrales Problem. Hierzu korrespondieren die Probleme bei der Nachwuchsgewinnung. Gut 40 Prozent der Unternehmen haben Probleme Ausbildungsstellen zu besetzen.

Fast jedes zweite metallhandwerkliche Unternehmen verspürt zusätzlich einen erhöhten Kostendruck durch gestiegene Vorlieferantenpreise. Bei den feinwerkmechanischen Unternehmen verspüren bereits jedes zweite Unternehmen einen deutlich sich verschärfenden Preiswettbewerb, während dessen es bei den Metallbauern lediglich gut 40 Prozent sind.

Branchentrends im Metallhandwerk

  • Feinwerkmechanik
    Derzeit sinken die Aufträge aus der Automobilindustrie, für die viele Zulieferer aus der Feinwerkmechanik tätig sind. Hinzu kommt die internationale Entwicklung, Handelshemmnisse und Strafzölle sowie das ungelöste Problem mit dem Brexit. Das setzt die internationale Wertschöpfungskette und damit die feinwerkmechanischen Zulieferer unter Druck.
  • Metallbau
    Die im Bau- und Ausbaubereich tätigen Metallbau-Unternehmen profitieren nach wie vor von der guten Auftragslage in der Baubranche. Sie bleibt auf Sicht der Motor für die positive Entwicklung des Metallbaugewerbes. Demgegenüber melden die Bauverbände erste Anzeichen einer rückläufigen Rohbauerstellung. Das wirkt sich erfahrungsgemäß mit einer Verzögerung von zwei bis drei Jahren im baunahen Metallbaubereich aus.
  • Kosten
    Das Metallhandwerk kämpft mit steigenden Kosten, vor allem auch getrieben durch steigende Bürokratie. Viele Betriebe agierten deswegen inzwischen zurückhaltend bei der Personalaufstockung.
  • Digitalisierung
    Bei Geschäfts- und Produktionspro­zessen werden die Möglichkeiten der Digitalisierung bereits ausgiebig genutzt. In der Produktion besteht nach wie vor Aufholbedarf, hier ist die Digitalisierung allerdings auch am kostenintensivsten.
  • Weiterbildung
    Genutzt werden immer mehr eLearning-Angebote, um weniger Abwesenheitszeiten zu haben und letztlich auch, um die Fachkräfte an die Firmen zu binden. Der Verband entwickelt solche Angebote verstärkt.

Das Gesamtmetall-Handwerk in Zahlen

Das Metallhandwerk ist vielfältig. Dazu zählen: Metallbautechnik, Fahrzeugbau, Stahlbau, Metallgestaltung, Hufbeschlag, Feinwerkmechanik, Schließ- und Sicherungstechnik, Landtechnik.

Die wichtigsten Daten im Überblick:
Gesamtumsatz 60 Milliarden Euro
Unternehmen 34.000
Auszubildende 27.000
Beschäftigte 465.000

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