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Branchencheck Metallbau: Zuversicht bei vielen Betrieben, Zulieferer in der Krise

Während die im Metallbau tätigen Betriebe für 2021 optimistisch sind, kämpfen viele der metallhandwerklichen Zulieferer ums Überleben. Steigende Materialkosten, ein sich weiter verschärfender Fachkräftemangel sowie ein harter Preiswettbewerb stellen die Branche aktuell vor große Herausforderungen.

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Unter Druck geraten sind die handwerklichen Zulieferer im Bereich Feinwerktechnik schon in der Finanzkrise, weil sich die Industrieproduktion immer stärker nach Asien verlagert hat. Um mithalten zu können, so Karlheinz Efkemann, Pressesprecher des Branchenverbands Metallhandwerk (BVM), „haben viele Betriebe ordentlich in Technologie investiert“. Doch angesichts von Brexit und Russlandembargo blieben die Auftraggeber zurückhaltend. Dann kam die Coronapandemie – und die Nachfrage brach im Zulieferbereich teilweise erdrutschartig ein. Ganz anders dagegen die Lage im Metallbau: Dort sorgte Corona 2020 lediglich dafür, dass dieser Bereich der Branche 2020 nicht weiter wuchs, doch im Frühjahr 2021 meldete der BVM schon wieder eine verhalten positive Stimmung.

So unterschiedlich die Märkte, so unterschiedlich sind auch die Herausforderungen in einer Branche, deren Betriebe überwiegend im B2B-Geschäft tätig sind. Während das Wachstum im Metallbau durch den Mangel an Fachkräften und Auszubildenden erschwert wird, ächzen die Zulieferer unter der Last ihrer Investitionen, deren Amortisierung sich mangels Nachfrage immer weiter verschiebt. Da die Zulieferer zwar nur ein Drittel der Betriebe stellen, aber ungefähr gleich viel zum gesamten Umsatz beitragen wie der Bereich Metallbau, ist keine für alle ­Betriebe der Branche zutreffende Trendaussage möglich.

Laut Frühjahrsumfrage des Bundesverbands Metall rechnen 35 Prozent der baunahen Betriebe mit einer Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Situation. Rund 45 Prozent planen für 2021 zwar Investitionen, sind aber skeptisch, wie sich die Nachfrage der öffentlichen Hand, des gewerblichen Wirtschaftsbaus und bei den privaten Auftraggebern entwickelt. Weil den Kommunen durch Corona Einnahmen fehlen, befürchtet Verbandspressesprecher Karlheinz Efkemann, „dass das Geld knapp wird“.

Metallhandwerk: Die wichtigsten Branchentrends

  • Digitalisierung
    Die digitale Transformation und der damit einhergehende Strukturwandel verlangen von den sowieso durch Kundenwünsche schon sehr technologie- und effizienzgetriebenen Betrieben, in hohem Tempo in Prozessoptimierung und Digitalisierung zu investerieren.
  • Einkauf
    Preissteigerungen bei Materialien (vor allem Stahl) und Komponenten stellen zunehmend ein wachsendes Kalkulationsrisiko dar, zusätzlich belastet der Preiswettbewerb beim Kunden die Geschäftserwartungen.
  • Finanzstabilität
    Die schon vor der Pandemie angeschlagenen Betriebe der Feinwerkmechanik sind durch Corona weiter unter Druck geraten und kämpfen teilweise hart um ihre finanzielle Stabilisierung.
  • Mitarbeiter
    Der nach wie vor hohe Fachkräftebedarf verlangt von der Branche und deren Betrieben sehr große Anstrengungen in der Fachkräfte- und Nachwuchssicherung, der Bundesverband hat dazu mit „lets-play-metal.de“ eine eigene Recruiting-Kampagne gestartet.

Geschäftslage 2021

Geschäftslage 2021 Metallhandwerk

Nahezu die Hälfte der Betriebe schätzt die eigene Geschäftslage bei der Frühjahrsumfrage des Verbands als gut ein, 15 Prozent sogar als sehr gut. Knapp zehn Prozent halten ihre Geschäftslage für ausreichend, nahezu eben so viele schätzen ihre Situation als mangelhaft ein.

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Aktueller Auftragsebestand

aktueller Auftragsbestand Metallhandwerk

Jeweils ein Viertel der Betriebe gab in der Frühjahrs­umfrage des Bundesverbands Metall an, noch für den nächsten Monat beziehungsweise die nächsten drei Monate ausgelastet zu sein. Gute 20 Prozent haben noch Aufträge für die nächsten zwei Monate.

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Herausforderung Fachkräftemangel

Herausforderung Fachkräftemangel

Für mehr als 70 Prozent der Betriebe ist der Fachkräftemangel laut Frühjahrsumfrage des Bundesverbands Metall die aktuell größte Herausforderung, jeder zweite nennt dazu die Preissteigerungen der Lieferanten, gute 40 Prozent den Preiswettbewerb beim Kunden.

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