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Neustart 2020 Messe in Coronazeiten: Hygienekonzepte funktionieren, erste Events erfolgreich abgewickelt

Neue Kunden gewinnen, die Bekanntheit stärken und persönliche Kontakte pflegen – 60 Prozent der Aussteller wollen laut Umfrage des Messeverbands AUMA trotz Corona an ihren geplanten Messe-Engagements festhalten. Doch längst nicht alle Veranstaltungen können trotz Hygienekonzept als klassische Präsenzmesse stattfinden.

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Noch in der zweiten Septemberwoche hatten sich 60 Prozent der Innungsbetriebe bei einer Befragung durch den Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) für eine Beibehaltung des analogen Formats bei der Weltleitmesse für Klimaschutz und Hygiene (ISH)  im Frühjahr 2021 ausgesprochen. Doch der vom ZVSHK geforderte „ Mut zum Kundenkontakt“ wurde von der Messe Frankfurt schon eine gute Woche danach wegen der aktuellen Pandemieentwicklung, verschärften Reiserestriktionen und den Absagen vieler Hersteller als „nicht durchführbar“ abgelehnt.

Obwohl Messehallen durch umfassende Lüftungs- und Hygienekonzepte nach Aussage von Frankfurts Messechef Wolfgang Marzin zu den sichersten überdachten Gebäuden gehören, in denen sich Menschen ohne erhöhtes Infektionsrisiko aufhalten können, wird die Leitmesse der SHK-Branche zum Leidwesen des Verbands und der Betriebe nur in einem virtuellen Format stattfinden. Verbandspräsident Michael Hilpert kommentiert die Entscheidung zwar als schmerzhaften Schritt für die Branche, zeigt sich aber pragmatisch: „Besser digital als gar nicht.“  

Messe München will Plattform für Kundengespräche bieten

Während die Messe Frankfurt generell entschieden hat, bis einschließlich März 2021 keine eigenen physischen Messen am Standort zu veranstalten, will die Gesellschaft für Handwerksmessen (GHM) in München das in der Vorweihnachtszeit platzierte Messeduo aus „Heim + Handwerk“ sowie „Food & Life“ wie geplant als Präsensmesse durchführen. „München ist weltweit der renommierteste Messestandort für das Handwerk, das Messegelände in Riem bietet Ausstellern und Besuchern ein leistungsstarkes Umfeld und dem Handwerk ein perfektes Podium“ erklärte Franz Xaver Peteranderl, Präsident des Bayerischen Handwerkstages.

Um die bayerische Wirtschaft aus dem coronabedingten Konjunkturtal herauszuführen, sollen die Betriebe die Möglichkeit erhalten, ihre innovativen Produkte zu präsentieren und mit den Kunden ins Gespräch zu kommen. Bei den handwerklichen Ausstellern kommt diese Einstellung bislang prima an, schon Ende August waren die Anmeldezahlen beachtlich. „So früh wie in diesem Jahr habe ich mich noch nie für die Heim + Handwerk angemeldet. Wir müssen wieder mit unseren Kunden ins Gespräch kommen und brauchen dafür die nötigen Plattformen“, erklärt Schreinermeister Günter Ziegelmeister, Inhaber des gleichnamigen Betriebs im bayerischen Nördlingen.  

Regionale Veranstaltungen im Vorteil - Reisebeschränkungen erschweren internationale Events

Doch wie kann es sein, dass der eine Veranstalter bis ins Frühjahr 2021 auf klassische Präsenzveranstaltungen verzichtet, der andere aber schon in zwei Monaten wieder Besucher in die örtlichen Messehallen locken will? Harald Kötter, Pressesprecher des Messeverbands AUMA, erklärt dies vor allem mit unterschiedlichen Zielgruppen. Während Events mit eher regional oder national orientierten Ausstellern und Besuchern wie etwa die Heim + Handwerk in München relativ zuverlässig planen könnten, sei es bei Veranstaltungen mit hoher Internationalität deutlich schwerer, Aussteller und Besucher vor allem aus großen Unternehmen zu einer Teilnahme zu bewegen. Verantwortlich dafür sind nach Aussage des Experten vor allem die sich häufig ändernden Reisebeschränkungen, die für Veranstalter und Teilnehmer keinerlei Planungssicherheit zulassen. Zudem gäbe es in manchen Großunternehmen auch über die Messen hinaus hausinterne Reisebeschränkungen. An mangelhaften Hygienekonzepten liegt es laut Kötter jedenfalls nicht: „Bei den bislang durchgeführten Veranstaltungen gab es keine Probleme, Besucher und Aussteller gehen sehr diszipliniert mit den Vorgaben um. Eine Messeteilnahme unterscheidet sich kaum von der Situation in einem Shopping-Center."

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