Mehr Gründungen, mehr Pleiten

Die Zahl der Existenzgründungen in Deutschland liegt im ersten Halbjahr 2010 bei rund 216.200. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das eine Steigerung um 4,0 Prozent (alte Bundesländer plus 4,5 Prozent, neue Bundesländer plus 1,8 Prozent). Es gab jedoch auch mehr Insolvenzen in diesem Zeitraum.

Gleichzeitig sind die Liquidationen (Auflösung eines Geschäftes) gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,9 Prozent auf 192.100 zurückgegangen. Damit ergibt sich laut dem Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn für das 1. Halbjahr 2010 ein Gründungssaldo von 24.100.


Ausgehend von der Entwicklung im 1. Halbjahr 2010 rechnet das IfM Bonn für das gesamte Jahr 2010 mit schätzungsweise 425.000 Existenzgründungen und 385.000 Liquidationen, was einem Gründungssaldo von rund 40.000 entspräche.


Die Zahl der Betriebsgründungen mit einer größeren wirtschaftlichen Bedeutung (Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen) ist im 1. Halbjahr 2010 gegenüber dem 1. Halbjahr 2009 nur geringfügig um 0,6 Prozent auf rund 54.000 Betriebsgründungen angestiegen, während bei den Kleinbetriebsgründungen mit 7,5 Prozent ein starker Anstieg auf rund 140.900 zu verzeichnen ist. Jede 4. Existenzgründung stellt somit eine Betriebsgründung einer Hauptniederlassung dar.


Betriebsaufgaben von Kleingewerben sinkt


Der Anteil der Kleingewerbegründungen an allen Existenzgründungen liegt bei rund 65 Prozent und rund 80 Prozent der Existenzgründungen sind Einzelunternehmen. Der Anteil der Frauen, die eine Existenzgründung eines Einzelunternehmens anmelden, liegt im 1. Halbjahr 2010 bei 30,8 Prozent und ist damit niedriger als in den letzten fünf Jahren, in denen der Anteil jeweils über 32 Prozent lag.


Rund 32,6 Prozent der Existenzgründungen im 1. Halbjahr 2010 eines Einzelunternehmens werden von Personen vorgenommen, die keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Dieser Anteil nimmt seit Jahren zu. Im 1. Halbjahr 2006 lag der Ausländeranteil bei 22,4 Prozent.


Die Zahl der Liquidationen von Hauptniederlassungen geht im 1. Halbjahr 2010 um 3,3 Prozent auf rund 42.100 gegenüber dem 1. Halbjahr 2009 zurück, die Zahl der Betriebsaufgaben von Kleinbetrieben sinkt dagegen stärker um 5,4 Prozent auf rund 132.700. Die Unternehmensinsolvenzen sind hingegen im 1. Halbjahr 2010 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,0 Prozent auf 16.468 gestiegen.


Tipp: Bei einer Insolvenz sollte schnell gehandelt werden. Welche Punkte Sie beachten müssen, haben wir für Sie zusammengestellt.

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