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Nutzfahrzeuge Lohnt sich der Umstieg auf moderne Diesel?

Handwerksunternehmer sind zunehmend verunsichert, wenn sie sich einen neuen Transporter kaufen wollen. Lohnt sich der Umstieg auf moderne Diesel oder schützen nur alternative Antriebe vor Fahrverboten?

Topic channels: TS Elektromobilität und TS Fuhrpark

Der Abgasskandal, der im September 2015 durch die Umweltschutzbehörde EPA aufgedeckt wurde, war ein schwerer Schlag für die gesamte Automobilbranche. Aufgrund der zu hohen Stickoxidwerte mussten in kurzer Zeit hunderttausende Autos sämtlicher Klassen zurückgerufen werden. Auch Nutzfahrzeuge sind betroffen.

Die vom Dieselskandal betroffenen Hersteller kämpfen seitdem um die Zukunft ihrer Autos und um ihre Kunden. Doch wie sieht der Automarkt für Dieselfahrzeuge und insbesondere Nutzfahrzeuge zurzeit aus? Soll man diese verkaufen oder nicht? Onlineportale wie zum Beispiel www.wirkaufendeinauto.de bieten hier kostenlose Bewertungen mit Hilfe von Online-Preisrechnern – auch für Nutzfahrzeuge.

Doch mit dem Verkauf des alten Fahrzeugs sind noch nicht alle Probleme gelöst. Mit einem Umstieg auf die künftigen modernen Euro-6D-Diesel würde die Abgasnormen erfüllt werden. Ab September gilt für Autos bei der Typenzulassung die neue Euro-6D-Abgasnorm. Die 6D-Variante unterscheidet sich zwar nicht völlig vom schlichten Euro 6. Doch werden die Fahrzeuge dafür nicht mehr nur auf dem Rollenprüfstand getestet, sondern unter Realbedingungen auf der Straße. Die Skepsis der Verbraucher bezüglich der angekündigten Nachrüstungen in den Fahrzeugen bleibt jedoch weiterhin groß. Lohnt sich der Umstieg auf umweltschonendere Alternativen?

Umweltprämie kassieren

Automobilhersteller bieten Anreize, auf ein umweltfreundliches und modernes Fahrzeug umzusteigen. Bei Volkswagen haben vom 8. August bis zum 31.Dezember 2017 Fahrzeugbesitzer die Chance auf eine Umweltprämie von bis zu 10.000 Euro beim Kauf eines neuen Euro-6-Nutzfahrzeuges. Voraussetzung dafür ist die Verschrottung eines älteren Diesel-Modells. Ford bietet seinen Kunden eine Prämie bis zu 8.000 Euro, sofern der alte Diesel gegen einen neuen eingetauscht wird. Das Angebot gilt jedoch nur für Autos der Euro-Normen 1 bis 4. Auf eine Verschrottung des alten PKW besteht der Automobilhersteller auch.

Umweltbonus vom Staat

Der Diesel-Gipfel Anfang September brachte zunächst eine Aufstockung des zuvor initiierten Mobilitätsfond s. Dieser wurde auf eine Milliarde aufgestockt und soll Kommunen mit starken Stickoxid-Emissionen helfen, die Infrastruktur für E-Mobilität zu verbessern. Gleichzeitig soll damit auch der öffentliche Nahverkehr gestärkt werden. Hier stehen Elektrofahrzeuge und Plug-In-Hybride im Vordergrund.

Beim Kauf eines solchen Autos gibt es vom Staat einen Umweltbonus. Dieser gilt für alle Fahrzeuge, die ab dem 16. Mai 2016 erworben wurden. Elektroautos werden mit 4.000 Euro belohnt, Plug-In-Hybride mit bis zu 3.000 Euro. So können Volkswagen-Fahrer für einen Caddy mit Erdgasantrieb eine Umweltprämie von 5.000 Euro erwarten, für einen Multivan sogar 10.000 Euro. Die Angebote sind abhängig von den jeweiligen Herstellern. Im Vergleich dazu bietet Audi seinen Interessenten sogar eine sogenannte Zukunftsprämie. Entscheidet man sich für ein Modell mit Plug-In-Hybrid-Technologie oder ein mit Erdgas betriebenes g-tron-Modell, wächst die Prämie.

Post baut eigenes E-Nutzfahrzeug

Einen Schritt in Richtung E-Mobilität hat die Deutsche Post bereits getan. Der sogenannte „Streetscooter“, ein Elektro-Lieferwagen, der von einem Tochterunternehmen der DHL produziert wird, ist seit Dezember 2016 auf deutschen Straßen unterwegs. Bereits 2000 dieser E-Fahrzeuge sind derzeit im Einsatz. Mit vollständig aufgeladener Batterie können Distanzen von bis zu 80 Kilometern problemlos gemeistert werden. Künftig können auch Handwerksbetriebe einen Streetscooter erwerben.

Wie sieht die Zukunft aus?

Aktuelle Modelle, wie der VW Caddy zeigen, dass Nutzfahrzeuge ständig weiterentwickelt werden und mittlerweile großen Wert auf die Schonung der Umwelt legen. So braucht der Caddy auf 100 Kilometer circa 4,3 Liter und stößt rund 113 Gramm C0₂ aus.

Nichtsdestotrotz bleibt die hohe Schadstoffbelastung ein ernstzunehmendes Problem. An Lösungen wird ständig gearbeitet. Das dänische Clean-Tech Unternehmen Amminex stellte laut auto.de eine neue Hardware-Lösung vor, die den Stickoxid-Ausstoß (NOx) um 95 Prozent reduzieren soll. Damit würde der Emissionsstandard Euro 6 mit Leichtigkeit übertroffen werden. Für Nutzfahrzeuge hat das Unternehmen in der Vergangenheit bereits eine neue Technologie entwickelt, die die NOx-Emissionen um 99 Prozent reduziert. Das dabei verwendete ASDS (Ammoniak Storage and Delivery System) konnte bei Tests auf mehr als 360 Millionen Kilometern, um die 360 Tonnen NOx einsparen. Fahrer, die einen Umstieg auf emissionsarme Nutzfahrzeuge planen, sollten derartige Nachrüstungsbeispiele bei ihrer Entscheidung nicht außer Acht lassen.

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