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Modellprojekt Lkw-Navigation verbessern und Vorrang-Routen schaffen

Ein bekanntes Problem für Handwerksbetriebe: selbst die besten Navigationsgeräte haben Grenzen, vor allem, wenn sie nicht für Transporter und Lkws optimiert sind. Ein Modellprojekt für die Region Rheinland und NRW soll die Lkw-Navigation verbessern.

Topic channels: TS Fuhrpark und TS Transporter

Ein bekanntes Problem für Handwerksbetriebe: selbst die besten Navis haben Grenzen. Mal fehlen Höhenangaben bei Brücken, mal ist die Überfahrt für LKWs gesperrt, oder die Straßen sind zu eng. In einem ersten Modelversuch soll sich diese Situation zumindest in Nordrhein-Westfalen nunmehr ändern.

Der Lkw-Fahrer wird dringend erwartet. Seine geladene Fracht ist wichtig für den Baufortschritt. Die Fahrt führt ihn in unbekanntes Gebiet, deshalb verlässt er sich auf sein erst wenige Monate altes Navigationsgerät. Aber dann leitet ihn die Technik vor eine Brücke, der Auflieger passt nicht durch – wenden, Umweg fahren. Ergebnis: Chef sauer, Kunde sauer, wertvolle Zeit geht verloren.

Modellprojekt soll für optimale Routenführung sorgen

„Effiziente und stadtverträgliche Lkw-Navigation für die Region Rheinland und NRW“ heißt das gemeinsame Projekt des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg, des NRW-Verkehrsministeriums und der Industrie- und Handelskammern im Rheinland.

Ziel: Daten für eine optimale Routenführung von Lkw im kommunalen Straßennetz zu schaffen. Die dafür notwendige so genannte Erfassungssoftware (SEVAS), mit deren Hilfe Kommunen des Rheinlandes ihre unter Verkehrs- und Umweltaspekten bevorzugten Lkw-Routen erfassen und einspeisen können, steht nun bereit.

Lkw-Durchfahrtsverbote werden erfasst

Der Plan: Für die künftige Routenwahl der Schwerlastverkehre erfasst jede Kommune in SEVAS neben dem Vorrangroutennetz in ihrem Zuständigkeitsbereich als Mindestanforderungen Restriktionen. Wie etwa Höhen-, Gewichts- und Breitenbegrenzung sowie Lkw-Durchfahrtsverbote. Entstehen soll so ein „Lkw-Vorrangnetz“, bei dem Städte und Gemeinden die notwendigen Ortskenntnisse und Fachkompetenz zur Festlegung dieser Vorrangrouten einbringen.

Im ersten Schritt bezieht es sich auf das Gebiet der Metropolregion Rheinland mit 148 Städten und Gemeinden. Es wird aber, so die Initiatoren, für eine landesweite, beziehungsweise darüberhinausgehende Ausdehnung konzipiert und umgesetzt.

Die derart eingespeiste Datengrundlage soll dann zukünftig den Herstellern von Navigationskarten zur Verfügung gestellt werden. Bis dato beteiligen sich 110 Kommunen an dem Projekt.

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