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Transport Ladungssicherung: So kommen Mensch und Material heil an

Ungesicherte Ladung produziert jährlich zahlreiche Verkehrsunfälle und verursacht Schäden von bis zu 500 Millionen Euro. Laut Unfallforschern könnte jeder fünfte Unfall mit einem Nutzfahrzeug vermieden werden, wenn die Ladung stets korrekt gesichert würde. Dies betrifft auch Fahrten zu Kunden oder Baustellen mit Kleintransporter und Pkw.

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Eine weit verbreitete Fehleinschätzung ist, dass Ladungssicherung ein Thema nur für Lkw und Berufskraftfahrer auf der Autobahn sei. Jeder, der Güter auf öffentlichen Straßen transportiert, muss eine Vielzahl von Gesetzen und Vorschriften beachten, sowohl aus dem öffentlichen Recht wie dem Arbeitsschutz. Schon die Straßenverkehrsordnung (STVO) gibt in Paragraf 22 ganz eindeutig vor: Die Ladung ist „so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und her rollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen“ kann. Dies gilt für den privaten Pkw wie auch für jedes Firmenfahrzeug, ob Lkw, Lieferwagen oder Kombi.

Der Akku-Schrauber als gefährliches Geschoss

Die Gesetze der Physik sind nicht immer intuitiv erfassbar. Daher unterschätzen viele Menschen, welche Eigendynamik ungesicherte Gegenstände in ungeplanten Fahrsituationen entwickeln, etwa bei einer Vollbremsung. Man sollte sich klar machen, dass Gegenstände bei einem Aufprall bei 50 km/h mit etwa 40-facher Wucht durch den Innenraum des Fahrzeugs fliegen. Da beschleunigt ein Smartphone schnell mal auf das Gewicht eines ansonsten fünf Kilogramm schweren Gegenstands und ein Akku-Schrauber wird zum lebensgefährlichen Geschoss.

Ganz abgesehen von den massiven Verletzungsrisiken kann schlampiges Beladen teuer werden. Die Folgen reichen von Bußgeldern über Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg bis zu Haftstrafen. Dazu kommen Materialschäden, Lieferverzögerungen und verärgerte Kunden.

Jeder Akteur der Transportkette trägt Verantwortung

Bei Unfällen oder Transportschäden durch schlecht gesicherte Ladung ist keineswegs automatisch stets der Fahrer schuld. Hier stehen alle Beteiligten in der Verantwortung und in der Haftung. Kommen bei einem Verkehrsunfall durch schlecht gesicherte Ladung Personen zu schaden, müssen mehrere Akteure mit kritischen Fragen der Polizei sowie Anzeigen, hohen Geld- oder gar Freiheitsstrafen rechnen.

Der Fahrzeughalter – oft der Betriebsinhaber – ist laut Paragraf 23 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung dafür verantwortlich, dass „die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs durch die Ladung“ nicht leidet. Er steht in der Pflicht, das Fahrzeug in ordnungsgemäßem Zustand zu halten, angemessen auszurüsten und einen geeigneten Fahrzeugführer zu wählen.

Der Fahrzeugführer (der Fahrer) muss dafür sorgen, dass die Beladung betriebssicher ist. Das bedeutet, er muss sich davon überzeugen, dass die Ladung nicht zulasten der Lenkfähigkeit oder anderer Fahreigenschaften geht. Dies gilt auch, wenn der Fahrer das Fahrzeug nicht selbst belädt, sondern fertig beladen übernimmt. Er muss sich in jedem Fall vor der Abfahrt überzeugen, dass sämtliche Transportgüter – ob Werkzeuge, Waren, Baustoffe, Gasflaschen oder was auch immer – ordnungsgemäß gesichert sind und dies gegebenenfalls. in Fahrpausen nachkontrollieren.

Die be- und entladenden Personen, die sogenannten Verlader, sind für die beförderungssichere Beladung zuständig, dies beinhaltet das sichere Stauen, das sachgerechte Nutzen von Ladeeinheiten wie Paletten oder Gitterboxen sowie das Befestigen der Ladung.

Geeignete Methoden der Ladungssicherung

Mitarbeiter, die Arbeitsmittel und Materialien transportieren, müssen zur Ladungssicherung unterwiesen sein. Nur wer geeignete Verfahren und Hilfsmittel kennt, kann sie gezielt und sachgerecht einsetzen. Unterschieden werden zwei Grundprinzipien:

  • Formschluss: Das Transportgut füllt den Ladebereich bündig und ohne Lücken aus und kann somit nicht verrutschen.
  • Kraftschluss: Das Transportgut wird durch Zurrgurte auf den Boden gepresst, um die Reibung zu erhöhen.

Ebenso wichtig ist das korrekte Verwenden geeigneter Hilfsmittel. Je nach Ladegut müssen Zurrgurte, Sperrstangen, Sicherungsnetze, Keile, Anti-Rutsch-Matten, Staupolster usw. gezielt genutzt werden, auch für kurze Strecken. Die Ladung muss laut STVO stets so befestigt sein, dass sie weder umkippen noch wegrutschen kann, auch nicht bei Vollbremsung. Andernfalls drohen selbst beim stehenden Fahrzeug Verletzungsrisiken, wenn dem Fahrer oder Beifahrer beim Öffnen einer Tür oder Bordwand ungesicherte Werkzeuge oder Metallteile entgegenkommen.

Die Top 10 Grundregeln der Ladungssicherung für Kleintransporter

  1. Das für den Transport am besten geeignete Fahrzeug wählen.
  2. Die Ladung mit geeigneten Zurr- und Hilfsmitteln konsequent sichern.
  3. Fahrzeugausrüstungen wie Zurrösen, Lochschienen, Boxen für Werkzeuge und Kleinteile sowie Gasflaschenhalter zum sicheren Befestigen nutzen.
  4. Lasten richtig platzieren und den Fahrzeugschwerpunkt beachten, schwere Teile stets nach unten oder formschlüssig an der Rückwand im Kofferraum verstauen.
  5. Niemals höher als bis zur oberen Rücksitzkante laden.
  6. Die Fahrzeuginsassen durch Gepäckgitter, Trennwand, Sicherheitsnetz oder ähnliche Vorrüstungen schützen.
  7. Den Ladungsüberstand gemäß Paragraf 22 STVO mit einer roten Fahne kennzeichnen.
  8. Die zulässigen Gesamtgewichte und Achslasten von Fahrzeugen und Anhängern einhalten.
  9. Je nach Beladung den Reifenluftdruck sowie die Einstellung der Scheinwerfer prüfen und anpassen.
  10. Die Fahrgeschwindigkeit dem Beladungszustand und Gesamtgewicht anpassen.

Chefs und ihre Führungskräfte sollten darauf bestehen, dass ihre Mitarbeiter diese Regeln ernst nehmen. Aussagen wie „ Es ist doch nur eine kurze Strecke“ oder „ Was soll schon groß passieren“ zeugen von Naivität und Verantwortungslosigkeit. Mit einer konsequent ordnungsgemäßen Ladungssicherung trägt ein Betrieb erheblich zur Verkehrssicherheit bei und schützt sich und andere vor Unfällen mit hohen Folgekosten und erheblichen rechtlichen Konsequenzen.

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