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KWK-Umlage: Erhöhung verteuert Verbraucherpreise

Nicht nur die Ökostrom-Umlage steigt, auch die Umlage zur Modernisierung und zum Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erhöht sich im kommenden Jahr um 0,191 Cent pro Kilowattstunde.

Themenseite: Stromeinkauf

Ähnlich wie beim Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wird die Förderung (bzw. Vergütung), die Betreiber von KWK-Anlagen erhalten, auf den gesamten Stromverbrauch, also auf jede in Deutschland verbrauchte Kilowattstunde, umgelegt. Ferner hat Strom, der in KWK-Anlagen erzeugt wird, denselben Einspeisevorrang in das öffentliche Stromnetz wie Strom aus Anlagen, die nach dem EEG gefördert werden. Die Umlage der Kosten erfolgt über einen Aufschlag auf die Netznutzungsentgelte auf die Letztverbraucher:

In Summe steigen Umlagen und Netzentgelte für Strom und Gas in den 25 größten Städten um durchschnittlich 5,7 Prozent. Diese Entwicklung ist regional unterschiedlich: In Leipzig ist der Zuwachs mit 11,8 Prozent am größten, in Münster mit 2,1 Prozent am geringsten. Das zeigt eine Auswertung des Vergleichsportals TopTarif. Geben die Versorger die höheren Kosten an den Verbraucher weiter, zahlt ein Musterhaushalt, der mit Gas heizt, im kommenden Jahr durchschnittlich 55 Euro mehr. In Leipzig wären es sogar über 100 Euro.

Regionale Unterschiede

Die regionalen Unterschiede sind vor allem auf die Netznutzungsentgelte zurückzuführen, die von den Netzbetreibern für die Durchleitung der Energie erhoben werden. Sie allein machen etwa ein Viertel des Strom- und Gaspreises aus – schwanken aber je nach Region. Gerade in strukturschwachen Regionen mit geringerer Bevölkerungsdichte müssen Verbraucher höhere Entgelte zahlen, weil sich die Kosten auf vergleichsweise wenige Haushalte verteilen und hohe Investitionen in den Netzausbau die Kosten nach oben treiben.

Ob sich die Erhöhung der Energiekosten auf auch auf der Strom- und Gasrechnung bemerkbar macht, hängt in großem Maß davon ab, ob die Energieunternehmen die gefallenen Einkaufspreise stärker als bisher an die Verbraucher weitergeben. So sank zum Beispiel der Einkaufspreis der Versorger an der Leipziger Strombörse in den vergangenen beiden Jahren um über 20 Prozent, während der effektive Strompreis im selben Zeitraum stabil blieb.

Erst in diesem Jahr gab es einen leichten Rückgang um insgesamt 1,4 Prozent: „Wenn Energieversorger die sinkenden Einkaufspreise weiterhin nicht in vollem Maße weitergeben, werden Verbraucher im kommenden Jahr wieder mit höheren Energiekosten rechnen müssen“, erklärt Klaus Hufnagel, Geschäftsführer des Vergleichsportals TopTarif. Im Falle einer Preiserhöhung profitieren Verbraucher von einem Sonderkündigungsrecht.

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