Arbeitsrecht -

Krankmeldung: Besser erst abmahnen

Themenseite: Arbeitsrecht

Feiert ein krankgeschriebener Mitarbeiter kräftig im Kölner Karneval mit, ist es nur allzu menschlich, wenn der Chef rot sieht und ihm fristlos kündigt. Juristisch ist das allerdings unklug, wie ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Köln zeigt (Az.: 11 Sa 407/13). Der Arbeitnehmer war nämlich wegen psychischer Probleme krankgeschrieben worden. Deshalb hatte der Arzt den Besuch der Karnevalsveranstaltung ausdrücklich unterstützt. Resultat in dem Arbeitsprozess: Der Arbeitgeber musste den Mitarbeiter wieder einstellen, weil das Gericht die Kündigung für unwirksam hielt. Es fehlte die vorherige Abmahnung. „Sobald die Gesundheit und die Genesung gefährdet werden, darf ein Arbeitgeber kündigen. Beim Vortäuschen einer Krankheit in der Regel ohne Abmahnung - bei genesungswidrigem Verhalten sollte zuvor eine Abmahnung erfolgen“, rät Anwalt Gregor Dornbusch, Partner bei Baker & McKenzie.

© handwerk-magazin.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen