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Krankenzusatzversicherung vom Arbeitgeber: Freigrenze entfällt

Das Finanzministerium hätte die Rechtsprechung ohne triftige Gründe gekippt, kritisieren  die privaten Krankenversicherer. Das BMF hat darauf verwiesen, dass anfangs steuerfreie Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge später nachgelagert besteuert werden. Für Zukunftssicherungsleistungen, wie die Alters- oder Krankenvorsorge gelte ein eigenes System, in das eine Freigrenze nicht passe. „Die Steuerfreiheit sollte für den Arbeitgeber nicht das Hauptargument für den Abschluss einer bKV sein. Viel stärker sollte die Mitarbeiterbindung und
-findung sowie die Reduzierung von Ausfallzeiten in den Fokus rücken“, gibt Thomas Lochen von der Signal Iduna zu bedenken.

Experten raten betroffenen Handwerksunternehmen mit einer betrieblichen Krankenzusatzversicherung, bei ihren Finanzämtern einen Antrag zu stellen und prüfen zu lassen, ob für den laufenden Vertrag Bestandsschutz besteht. Bei einem negativen Bescheid ist eine Klage möglich. Alternativ sollten Betriebe prüfen lassen, ob die Beiträge pauschal besteuert werden können.

Verträge nicht vorschnell kündigen

Von einer Kündigung bestehender Verträge raten Experten aber ab. Uwe Jüttner vom Versicherungsmakler Aon warnt, dass die Kündigung Nachteile für die Mitarbeiter mit sich bringt. „Ein selbst versteuerter bKV-Vertrag, der für den Mitarbeiter eine Belastung von rund 15 Euro pro Monat bedeutet, wird als privater Einzelvertrag viel teurer – zwischen 30 und 50 Euro“, so Jüttner. Zudem müsse der Mitarbeiter eine erneute Gesundheitsprüfung machen und eventuell hohe Risikozuschläge zahlen.

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