Wirtschaft -

Konjunktur: 1,8 Prozent Wachstum im nächsten Jahr

Die führenden Wirtschaftsinstitute haben ihre gemeinsame Konjunkturprognose für dieses Jahr auf ein Wachstum von 1,8 Prozent gesenkt. Für 2016 gehen sie ebenfalls von einem Wachstum in Höhe von 1,8 Prozent aus.

Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem verhaltenen Aufschwung, erklärten die Konjunkturforscher der führenden Wirtschaftsinstitute in ihrem gemeinsamen Herbstgutachten. Das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem und im kommenden Jahr um jeweils 1,8 Prozent steigen. Getragen wird die Expansion vom privaten Konsum. Die Investitionen beleben sich allmählich. Angesichts der mäßigen Expansion der Weltwirtschaft dürften die Exporte hingegen nur leicht steigen, zumal die belebende Wirkung der Euro-Abwertung allmählich nachlässt. Die Beschäftigung werde wieder rascher ausgeweitet. Dennoch dürfte die Arbeitslosigkeit im Verlauf des kommenden Jahres leicht steigen, weil die derzeit große Zahl von Asylsuchenden nach und nach am Arbeitsmarkt ankommt. Für die öffentlichen Haushalte in Deutschland zeichnet sich für das kommende Jahr ein Überschuss von 13 Milliarden Euro ab. Dieser dürfte damit deutlich geringer sein als der für 2015 erwartete Überschuss in Höhe von rund 23 Milliarden Euro – nicht zuletzt aufgrund zusätzlicher Ausgaben für die Bewältigung der Flüchtlingsmigration.

Die Effekte der Flüchtlinge auf den Arbeitsmarkt werden nach Ansicht der Institut eher gering bleiben. Demnach sollen in diesem Jahr nur 89.000 Neuankömmlinge dem Arbeitsmarkt zusätzlich zur Verfügung stehen. Im kommenden Jahr sollen allerdings noch einmal mehr als 200.000 zusätzliche Erwerbsfähige, die hierzulande arbeiten dürfen, dazukommen.

Die Wirtschaftsinstitute haben ihre Prognose offiziell am 8.10.2015 vorgelegt. Sie ist Grundlage für die Konjunkturprognose der Bundesregierung in der kommenden Woche und für die anstehende Steuerschätzung. Beteiligt an der Prognose sind unter anderem das Münchener Ifo-Institut, das Berliner DIW, das Essener RWI und das IWH aus Halle.

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