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Handwerker kämpft für die Menschenwürde "Gaffer Stop" soll Blicke auf Unfallopfer verhindern

Immer öfter behindern Schaulustige an Unfallstellen die Rettungskräfte bei ihrer lebensrettenden Arbeit. Metallbaumeister Jürgen Duesmann will das mit seinem „Gaffer Stop“ jetzt verhindern.

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Vor zweieinhalb Jahren fuhr Metallbaumeister Jürgen Duesmann aus Gronau auf der Autobahn zurück von einem Kundentermin. Auf der Gegenfahrbahn ein Unfall mit leider typischem Bild: Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte im Großeinsatz – und „Gaffer“, die das Geschehen mit dem Smartphone festhalten wollen.

Unfallstelle absperren

Ein Detail machte ihn aber stutzig: Die Feuerwehr versuchte notdürftig, mit Bauzäunen die Unfallstelle so abzusperren, dass keine Blicke mehr auf Opfer und Rettungskräfte möglich sind. Da dachte sich der 48-jährige Westfale spontan: „Das kann ich besser“ – die Idee für den patentierten „Gaffer Stop“ war geboren.

Heute, nach etwa 500 Arbeitsstunden und einer gemeinsamen Startinvestition von fast 30.000 Euro ist das zusammen mit dem SHK-Meister Dieter Dankbar aus Ochtrup entwickelte Anti-Gaffer-System reif für den Markt. „Die ersten 60 Meter habe ich bereits verkauft. Das entspricht in etwa drei Koffern“, freut sich Duesmann. „Wenn die Feuerwehr Aachen mein Produkt gut findet, können es aber auch schnell fünf Koffer werden.“

System muss feuer- und sturmfest sein

Die Zielgruppe des Schweißfachmanns prüft die Innovation sehr genau: „Das System muss feuer- und sturmfest sein“, betont der Chef von 14 Mitarbeitern. Letzteres haben die Erfinder während des Sturmtiefs Friederike eindrucksvoll bewiesen: „Wir installierten den ‚Gaffer Stop‘ an einer auf einem 40-Fuß-Überseecontainer angebrachten Leitplanke und warteten den Sturm ab. Das Ergebnis: Trotz verbogener Stangen war das System intakt.“

Die Aussichten sind also bestens für die Jürgen Duesmann Stahlbau GmbH &. Co. KG: „Ein Feuerwehrausstatter bestätigte mir, dass der Bedarf in Deutschland bei circa 6.000 bis 8.000 Koffern liegt. Bei einem Stückpreis von 1.550 Euro je Koffer können sich die Investitionen also recht schnell amortisieren.“

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