Einkommensteuern -

Jobticket: Auf Preisnachlässe hinweisen

Außer beim Lohn und Gehalt kassieren Finanzamt und Sozialversicherung auch bei geldwerten Extras Lohnsteuer und Abgaben. Mit guter Begründung lassen sich diese verringern.

Zum Hintergrund

Zu den Einnahmen aus der Arbeitnehmertätigkeit gehört alles was dem Mitarbeiter im Geld oder Geldeswert zufließt. Wenn daher der Chef das Jobticket bezahlt, ist auch dies ein zu versteuernde Sachbezug.

Monatliche Freigrenze

Sofern ein solcher Sachbezug pro Monat jedoch 44 Euro nicht übersteigt, kann eine Besteuerung unterbleiben. Auch Sozialversicherung fällt in diesem Fall nicht an. Wird also monatlich ein neues Ticket dem Mitarbeiter gegeben, braucht dieses nicht versteuert werden, wenn der Ticketpreis (abzüglich einer eventuellen Zuzahlung des Arbeitnehmers) 44 Euro im Monat nicht überschreitet.

Problem Jahresticket

Häufig kauft der Betrieb jedoch direkt ein Jahresticket für den Mitarbeiter. In diesem Fall ist es unstrittig, dass der Sachbezug (also das komplette Jahresticket) auch direkt komplett zufließt. Ein gestaffelter Zufluss ist leider nicht möglich, weshalb auch die 44-Euro-Hürde gerissen wird und eine Versteuerung eintritt.

Preisnachlässe abziehen

Bei der Berechnung des geldwerten Vorteils vergessen die Finanzbeamten jedoch ganz gerne Preisnachlässe. Häufig erhält nämlich der Arbeitgeber beim Kauf eines Jahrestickets oder mehrerer Jahrestickets erhebliche Preisnachlässe. Das Finanzamt möchte in solchen Fällen regelmäßig den üblichen Kaufpreis für das Ticket ansetzen und nur die Zuzahlung des Arbeitnehmers abziehen. Dies ist jedoch falsch! So auch der Bundesfinanzhof (Az: VI R 56/11) in einer aktuellen Entscheidung.
Tipp:
Weisen Sie en Fiskus auf die Entscheidung hin und ziehen auch Preisnachlässe ab.

Berechnungsformeln

Klar und deutlich urteilen die Richter, wie  Preisnachlässe abzuziehen sind. Der zu versteuernde Sachbezug ermittelt sich danach wie folgt:

Üblicher Kaufpreis des Jobtickets
- Zuzahlung des Arbeitnehmers
- Preisnachlässe oder sonstige Minderungen

= zu versteuernder Sachbezug             

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