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Neues Gütesiegel Jetzt echte deutsche Wertarbeit nachweisen

Mit dem Zertifikat „Hergestellt in Deutschland“ (HID) können Unternehmen ab sofort besser zeigen, dass Rohstoffe und Produkte wirklich nur aus Deutschland stammen. Um das von ZDH-Zert entwickelte Gütesiegel zu nutzen, müssen sich Betriebe einer Vor-Ort-Prüfung unterziehen.

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Das übliche „Made in Germany“ war Udo Schmidt-Steingraeber für sein Unternehmen einfach nicht stark genug. Schließlich kann jeder, der seine Einzelteile irgendwo auf der Welt einkauft und diese nur hier in Deutschland zusammenfügt, mit dem Siegel werben. Das habe sich natürlich auch bei seinen Kunden in Asien herumgesprochen. „In unserem Unternehmen ist der Qualitätsanspruch ein ganz anderer. 90 Prozent der Materialien, die wir verwenden, stammen aus Deutschland, ja bevorzugt sogar aus der Region, noch dazu wird alles zu 100 Prozent in Bayreuth verarbeitet“, erklärt der Inhaber der Klaviermanufaktur Steingräber in Bayreuth. Um diesen Vorteil gegenüber seinen vorwiegend ausländischen Kunden besser transportieren zu können, hat er ein neues Gütesiegel angeregt, das genau diesen Wettbewerbsvorteil nachweist.

Wo Deutschland draufsteht, ist auch Deutschland drin

So entstand in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer für Oberfranken, Bayern Handwerk International und dem Begutachtungspartner für Handwerk und Mittelstand, ZDH-Zert, das neue Gütesiegel „Hergestellt in Deutschland“ (HID). Es bescheinigt deutschen Herstellern, dass mindestens 80 Prozent aller verwendeten Rohstoffe eines Produktes aus Deutschland stammen und diese Rohstoffe auch zu mindestens 80 Prozent in Deutschland verarbeitet werden. Die Grundlage 80 Prozent wurde gewählt, damit auch andere Betriebe dieses Gütesiegel nutzen können. Klaus Kainath von ZDH-Zert hat die Zertifizierung bei Steingraeber persönlich durchgeführt: „Ich habe mit Mitarbeitern gesprochen und sämtliche Lieferscheine eingesehen, Steingraeber produziert zu 100 Prozent in Bayreuth und nutzt fast ausschließlich deutsche Materialien.“

Knapp 2.000 Euro für das erste Audit

Entwickelt wurde das Zertifikat nach Auskunft von Peter Löpp, Leiter Managementsysteme bei ZDH-Zert, vor allem für produzierende Betriebe und das Zuliefererhandwerk, der Einsatz könne sich jedoch wie im Fall Steingraeber auch für Betriebe mit Privatkunden lohnen. Wer das Siegel nutzen möchte, muss den Prüfern von ZDH-Zert in einem Vor-Ort-Audit nachweisen, das 80 Prozent der Rohstoffe aus Deutschland stammen und auch zu mindestens 80 Prozent in Deutschland verarbeitet werden. Die Erstbegutachtung durch die ZDH-Zert-Prüfer kostet für Betriebe mit einem Standort und maximal 50 Mitarbeitern 1.950 Euro, dafür kann der Betrieb das Siegel für zwei Jahre nutzen. Dann ist ein erneutes Audit für 1.550 Euro erforderlich.  

Nachhaltiges Image sorgt für mehr Umsatz

Obwohl das Siegel so neu ist, das es dazu noch keine Werbeunterlagen gibt, liegen ZDH-Zert nach Auskunft von Peter Löpp bereits Anfragen von mehreren Unternehmen vor. Kein Wunder, stellt das Zertifikat doch eine gute Chance für nachhaltig agierende Betriebe dar, diesen Wettbewerbsvorteil entsprechend zu kommunizieren. Laut Studie von Serviceplan Corporate Reputation in Berlin ist ein nachhaltiges Image schon heute in vielen Unternehmen für bis zu 15 Prozent des Umsatzes verantwortlich.

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