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Zeitgeschichte und Uhren Jahresrückblick 2019: Das Jahr der Jubiläen

2019 gab es jede Menge Jubiläen zu feiern. Genießen Sie mit handwerk magazin einen Rückblick auf großartige Momente der Uhren- und Zeitgeschichte.

Themenseite: Handwerker privat

Omega: 50 Jahre Mondlandung mit der Speedmaster

„Speedmaster Apollo 11 50th Anniversary”



Atemberaubend. Minuten voller Spannung. Mehr als 500 Millionen Menschen erlebten am 21. Juli 1969 mit, als Apollo 11 auf dem Mond landete. Damit gehört die Mondlandung zu den zehn wichtigsten Fernsehereignissen der Historie.

Auch eine Uhr schrieb damals Geschichte: Am Handgelenk von Buzz Aldrin wurde der Chronograph Speedmaster von Omega die erste Uhr auf dem Mond. Ursprünglich war der Zeitmesser bereits 1957 für den Rennsport konzipiert worden, doch als die NASA in den 1960er-Jahren eine Uhr für ihre Astronauten suchte, war die Speedmaster die einzige, die alle Tests bestand und sowohl extremen Temperaturen, Vibrationen und Stößen als auch Schallwellen standhielt.

Bis heute ist die Speedmaster die offizielle Uhr der NASA für den bemannten Raumflug. Und Omega hat nicht nur den Klassiker in fast unverändertem Design, aber moderner Ausstattung im Programm, sondern auch zahlreiche Variationen.

Sondermodell zur Mondlandung: „Speedmaster Apollo 11 50th Anniversary” von Omega aus Edelstahl mit einem neuen Handaufzugswerk, 9000 Euro.

 Michel Herbelin: 20 Jahre Newport Trophy

Newport Trophy Automatik

Wind, Wasser und Wellen: Der Segelsport ist eine wichtige Inspiration für Michel Herbelin. Die vor über 70 Jahren gegründete Uhrenmarke verbindet zudem zwei Welten: traditionelle französische Eleganz und Schweizer Präzisionsmechanik.

Beides floss in der Linie Newport zusammen, die aus der Begeisterung für das Segeln entstand. Vor genau 20 Jahren wurde dann die Newport Trophy kreiert – die markanteste Uhr der sportlich-eleganten Kollektion. Zum Jubiläum bietet die Neuheit Newport Trophy Automatik hochwertige Materialien wie Edelstahl, Keramik und Saphirglas sowie Mechanik vom Werkhersteller Sellita.

Das Edelstahlgehäuse mit Keramiklünette der Newport Trophy Automatik von Michel Herbelin ist bis 30 bar (300 Meter) wasserdicht. Mit Automatikwerk für 859 Euro.

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A. Lange & Söhne: 25 Jahre Lange 1

Lange 1 in Weißgold mit Handaufzugswerk

Fast das ganze Jahr hat A. Lange & Söhne gefeiert: Jeden Monat stellte die sächsische Uhrenmanufaktur ein Sondermodell der Lange 1 vor. Nun umfasst die Jubiläumskollektion „25th Anniversary“ genau zehn Uhren, die für die Erfolgsgeschichte des Hauses stehen.

Diese begann vor 25 Jahren mit den ersten Lange-Uhren der Neuzeit. Für die Renaissance der Glashütter Luxusuhren sorgten Walter Lange, Urenkel des legendären Gründers und Uhrmachers Ferdinand Adolph Lange, und die Lange 1 als eines der ersten Uhrenmodelle. Ihr Kennzeichen ist bis heute die getrennte Darstellung der Anzeigen auf dem Zifferblatt.

Die Nummer 1 der Jubiläumskollektion „25th Anniversary“ von A. Lange & Söhne: Neuauflage der klassischen Lange 1 in Weißgold mit Handaufzugswerk, limitiert auf 250 Stück. Preis: 43.700 Euro.


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 Chronoswiss: 25 Jahre Grand Regulator

Flying Grand Regulator

44 Millimeter am Handgelenk – da weiß man, was man hat. Dieses Gardemaß bietet seit 25 Jahren der Handaufzugs-Regulator von Chronoswiss. Die Marke hat sich auf die ungewöhnliche Zifferblattaufteilung des Regulators spezialisiert.

Dabei werden die Minuten mit einem Zeiger aus der Mitte dargestellt; die Stunde wird separat bei 12 Uhr, die kleine Sekunde bei 6 Uhr abgelesen. Mittlerweile ist diese Optik dreidimensional: Unverkennbar sind die von kleinen Sockeln emporgehobenen Anzeigen für Stunden und Sekunden. Diesen modernen Look unterstreicht beim limitierten Flying Grand Regulator das schwarze Edelstahlgehäuse.

Der Flying Grand Regulator mit schwarz DLC-beschichtetem Edelstahlgehäuse, grau schwarzem Zifferblatt und Handaufzugswerk ist auf 30 Exemplare limitiert (9.700 Euro).
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 Sinn: 25 Jahre Firmenübernahme durch Lothar Schmidt

Finanzplatzuhr „6012 Roségold Jubiläum“

Was geschieht, wenn ein Ingenieur eine Uhrenmarke übernimmt? Dann wird Technik zum neuen Mittelpunkt. Tatsächlich hat Lothar Schmidt nach der Übernahme der Uhrenmarke Sinn vor genau 25 Jahren einen neuen Kurs eingeschlagen und die 1967 gegründete Firma neu aufgestellt.

Lothar Schmidt sorgte für neue Technologien, die noch mehr Alltagstauglichkeit und Einsatzfähigkeit mit sich brachten. Außerdem begründete der Chef vor genau 20 Jahren die klassische Modellreihe der Frankfurter Finanzplatzuhr als Hommage an die Heimatstadt von Sinn. Dort steht im Ortsteil Sossenheim seit 2017 auch der neue Firmensitz der Uhrenmarke.

Die Frankfurter Finanzplatzuhr „6012 Roségold Jubiläum“ von Sinn bietet Mondphasen- und Vollkalenderanzeige. In dem Roségoldgehäuse arbeitet ein Automatikwerk (14.950 Euro).

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Zenith, Seiko, TAG Heuer und Breitling: 50  Jahre Automatik-Chronograph

Forschen und entwickeln, testen und experimentieren – und alles ganz, ganz heimlich! In den 1960er-Jahren machten sich gleich mehrere Uhrenfirmen auf, eine der ganz großen horologischen Herausforderungen zu bewältigen – die Konstruktion eines Automatik-Chronographen.

 Automatik-Chronograph

Da sich Automatikaufzug und Chronographenkadratur eigentlich gegenseitig im Weg stehen, musste die verzwickte Mechanik also ganz neu gedacht werden. Das versuchten unabhängig voneinander Zenith und Seiko sowie ein Zusammenschluss der Uhrenmarken Heuer (heute TAG Heuer) und Breitling.

Und wer machte das Rennen? Jeder der Akteure auf seine Weise: Zenith stellte im Januar 1969 das entsprechende Werk vor und nannte es sinnigerweise „El Primero“, „der Erste“. Heuer und Breitling präsentierten im Frühjahr 1969 die ersten kompletten Kollektionen, und Seiko gelang es, im Mai 1969 den ersten Automatik-Chronographen zu verkaufen.

Die moderne Version des Chronographen "El Primero" von Zenith:

 Automatik-Chronograph

Der limitierte Chronograph El Primero Chronomaster 2 mit völlig neu gestaltetem Uhrwerk, Titangehäuse und Keramiklünette für 9.600 Euro.

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Blick zurück auf die "Navitimer Chrono-Matic" von Breitling:

historischer Navitimer Chrono-Matic, den Breitling 1969 mit dem neuen Automatik-Chronographenwerk Kaliber 11 vorstellte.

historischer Navitimer Chrono-Matic


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TAG Heuer: 50 Jahre Kult-Uhr Monaco

Chronograph Monaco

Ein radikales Design, eine moderne Ausstattung und im Inneren wegweisende Mechanik: Die 1969 von Heuer mit dem neuen Chronographen-Kaliber 11 vorgestellte Monaco war die erste wirklich wasserdichte Uhr mit rechteckigem Gehäuse. Zur Ikone wurde der Chronograph durch seine Rolle am Handgelenk von Steve McQueen im Film „Le Mans“.

Seit Ende der 1990er-Jahre gehört die Monaco wieder fest zur Kollektion von TAG Heuer. Die Schweizer Marke feierte das Jubiläum der Kult-Uhr mit fünf Sondereditionen, die im Laufe des Jahres vorgestellt wurden. Sie sind auf je 169 Exemplare limitiert und alle leider schon ausverkauft.

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Chronograph Monaco


Jubiläumsuhr zum 50-jährigen Jubiläum des Chronographen Monaco von TAG Heuer. Wie beim Original befindet sich die Krone auf der linken Gehäuseseite ( 5.950 Euro).
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Seiko: 50 Jahre Quarzarmbanduhr Astron


Es war eine Zeitenwende: Am 25. Dezember 1969 verkaufte Seiko die erste Quarzarmbanduhr der Welt. Noch nie zuvor hatte eine Armbanduhr so genau die Zeit anzeigen können wie dieses Modell mit Namen

Seiko Jubiläumsmodell in Gelbgold

Statt im besten Fall einigen Sekunden Gangabweichung pro Tag bei einer mechanischen Uhr waren es nun nur noch einige Sekunden im Monat. Die Astron war vor 50 Jahren eine exklusive Uhr, die genauso viel kostete wie ein Mittelklasseauto. Als es Seiko auch noch gelang, Quarzwerke viel, viel billiger herzustellen, eroberte diese Technik die Welt. Die „Quarzkrise“ kostete viele Uhrenfirmen ihre Existenz.

Seiko feiert das Jubiläum der Quarztechnologie mit einem Sondermodell in Gelbgold mit einem ultramodernen GPS- Solar-Uhrwerk; limitiert auf 50 Stück für je 38.000 Euro.

Davosa: 50 Jahre Selbstleucht-Technologie von mb-microtec

Licht, das keine Energie benötigt? Was wie eine Utopie klingt, wird 1969 mit der Gründung der Firma mb-microtec wahr. Die Schweizer stellen sogenannte selbstaktivierte Lichtquellen her:

Argonautic Lumis T25

Dafür wird Tritiumgas mit Zinksulfid aktiviert, sodass ein jahrelanges Leuchten beginnt. Dies geschieht in hermetisch versiegelten Glasröhrchen. Die Firma mb-microtec nennt diese Selbstleucht-Technologie „trigalight“ und kann extrem kleine Leuchtelemente herstellen – sogar mit dem Durchmesser eines menschlichen Haars.

Seit 1989 kommen die Komponenten auf dem Zifferblatt von Uhren zum Einsatz und sorgen für gute Ablesbarkeit. Auf Zeigern und Stundenmarkierungen der Argonautic Lumis T25 von Davosa befinden sich selbstleuchtende Tritium-Glasröhrchen.

Die Automatikuhr mit Edelstahlgehäuse kostet ab 858 Euro.
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Mido: 75 Jahre Taucheruhr Ocean Star

Früher war eine Uhr ein sensibles Messinstrument, mit dem man sorgsam und stets p fleglich umgehen musste. Sport mit einer Uhr am Handgelenk – oh nein. Oder etwa schwimmen – Hilfe! Diese Zeiten sind vorbei und dazu hat die Uhrenmarke Mido beigetragen. Mido hat in den 1930er- Jahren ein Dichtungssystem aus Kork für die Aufzugskrone entwickelt. „Das war bahnbrechend für die absolute Wasserdichtheit“, sagt Mido-Präsident Franz Linder heute.

Ocean Star

Dank dieser Konstruktion stellte Mido vor 75 Jahren die Taucheruhr Ocean Star vor. Ein Kultmodell, zu dessen Jubiläum zwei Sondereditionen erscheinen. Ihr Ursprung liegt im Jahr 1944, ihr Design ist von den 1960er-Jahren inspiriert, aber die Technik ist ganz von heute.


Zum Jubiläum der Ocean Star von Mido gibt es ein Sondermodell mit Edelstahlgehäuse und einem modernen Automatikwerk mit 80 Stunden Gangreserve.
Der Preis: 990 Euro

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Iron Annie, Junghans und Namos Glashütte: Uhren im Stil von 100 Jahren Bauhaus

Modernes Design, oder was? Egal, wohin man blickt, ob Einrichtung, Geräte oder auch Uhren, was uns überaus modern erscheint, hat seine Wurzeln oft in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Denn das Bauhaus beeinflusst die Welt um uns bis heute. 1919 von dem Berliner Architekten Walter Gropius in Weimar als Kunstschule gegründet, begann mit dem Bauhaus eine gestalterische Revolution. Nun ging es nicht länger nur um schönes Aussehen, sondern um viel mehr: Unter der Führung der Architektur sollten sich alle Künste vereinen und mit dem Handwerk zu einer Einheit werden. 1925 zog die Schule in die Industriestadt Dessau und 1933 nach Berlin; dort musste man wegen des politischen Drucks der Nazis und wegen fehlender Mittel aufgeben.

Obwohl das Bauhaus also nur 14 Jahre bestand, hat es das gestalterische und künstlerische Schaffen weltweit verändert. Das Bauhaus wurde zum Vorläufer des Industriedesigns. Zu den Idealen der Schule gehörte der legendäre Grundsatz, dass „die Funktion die Form bestimmt“. So entstand ein sachliches Design, das der Maxime von gestalterischer Ordnung, Schlichtheit und Reduktion folgt. Ein Stil, auf den sich heute auch Uhrenmarken berufen.

Automatikuhr Bauhaus 1
Automatikuhr Bauhaus 1

von der deutschen Uhrenmarke Iron Annie mit Edelstahlgehäuse und Automatikwerk für
479 Euro.
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Chronograph max bill Chronoscope

100 Jahre Bauhaus von Junghans mit beschichtetem Edelstahlgehäuse und Automatikwerk für 1.995 Euro.

Chronograph max bill Chronoscope

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Nomos Glashütte

Das Design bezieht sich auf das Bauhaus. Hier die Automatikuhr Tangente Sport neomatik 42 date für 3.980 Euro.

Tangente Sport neomatik 42 date

Nomos Glashütte

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Rolex: 100  Jahre Firmensitz in Genf

Die Uhrenmarke mit der Krone ist legendär. Seltene Modelle von Rolex gehören zu den gesuchtesten Uhren weltweit. Das hat mit der Geschichte des Hauses ebenso zu tun wie mit der sprichwörtlichen Qualität. Fachleute sind sich darüber einig, dass keine andere Uhrenmarke so viel zur Entwicklung der Armbanduhr beigetragen hat wie Rolex.

Hans Wilsdorf, der die Marke 1908 gründete, erfand das hermetisch verschraubte, wasserdichte „Oyster“-Gehäuse, setzte früh auf automatisch aufgezogene Uhrwerke und auf Stoßsicherheit. Hans Wilsdorf war es auch, der 1919 beschloss, den Sitz seiner Uhrenmarke von London nach Genf zu verlegen, da die Stadt international als Zentrum der Uhrmacherkunst galt. Diesen Ruf hat Genf bis heute – auch dank Rolex. .

Oyster Perpetual Yacht-Master


Neu und kaum zu bekommen: Automatikuhr Oyster Perpetual Yacht-Master 42 von Rolex mit Weißgoldgehäuse und Keramiklünette für 25.250 Euro.
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Casio: 115  Jahre Flüssigkristalle von Merck

Da kommt Nostalgie auf: Beim Anblick von Uhren mit LCD-Anzeigen wird man unwillkürlich in die 1970er-Jahre zurückversetzt. Damals waren Uhren mit besagter Flüssigkristallanzeige der große Trend. „Liquid Crystal Display“ beziehungsweise LCD galt als absolut zukunftsweisend. So futuristisch viele Uhrendesigns damals auch wirkten – die Idee geht mehr als hundert Jahre zurück.

1904 brachte die deutsche Firma Merck sogenannte Flüssigkristallstoffe auf den Markt. Weil man mit ihnen nichts anzufangen wusste, erlosch das Interesse wieder. Erst als in den 1960ern zwei Physiker feststellten, dass Flüssigkristalle sich unter elektrischer Spannung neu anordnen und lichtundurchlässig werden, kam man auf die Idee mit den Anzeigen. Ein Uhrentrend war geboren.

Casiotron

Casio legt die Casiotron aus den 1970er-Jahren wieder auf. Heute gibt es die Designikone in verschiedenen Designs, Farben und Größen für 40 bis 150 Euro.

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Mühle-Glashütte: 150 Jahre Firmengründung

Seit fünf Generationen steht der Name Mühle für Präzision und präzises Messen: 1869 gründete Robert Mühle in der aufstrebenden Uhrenindustrie im sächsischen Glashütte sein eigenes Unternehmen und spezialisierte sich auf Messgeräte für Uhrmacher. Seine Kinder und Enkel folgten ihm – mit Erfolg. In den 1920er-Jahren etablierte sich der Betrieb mit Tachometern, Autouhren und Messgeräten als Zulieferer für die Autoindustrie.

Weltkrieg, Sozialismus und Enteignung beendeten diese Erfolgsgeschichte. Nach der Wiedervereinigung erfolgte vor 25 Jahren die Neugründung durch Hans-Jürgen Mühle. Unter seiner Ägide setzte man auch auf Armbanduhren. Heute steht die Marke unter der Leitung von Thilo Mühle für eine sportliche bis elegante Kollektion.

Mondphase

Die Jubiläumsuhr Robert Mühle Mondphase ist mit einem eigenen Handaufzugswerk von Mühle-Glashütte ausgestattet. In Edelstahl kostet die Sonderedition 8.500 Euro.

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