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Flüchtlingsförderung Investitionen versprechen elf Milliarden Rendite

Mehr staatliche Unterstützung beim Deutschlernen und mehr Investitionen in die Bildung von Geflüchteten verbessert nicht nur deren Integration in den deutschen Arbeitsmarkt, sondern lohnen sich langfristig richtig für die öffentlichen Haushalte. Die 3+2-Regelung ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

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Zusätzliche Investitionen von 3,3 Milliarden Euro in Sprachkenntnisse und Bildung der 2015 zugewanderten Flüchtlinge können die fiskalischen Kosten bis zum Jahr 2030 um elf Milliarden Euro reduzieren. Das ist das Ergebnis einer Simulation der fiskal-politischen und gesamtwirtschaftlichen Effekte von Investitionen in die Integration, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) durchgeführt haben. Die Autoren fordern dazu auf, angesichts der hohen Renditemöglichkeiten weitere Investitionen zu erwägen.

Als eine der konkreten Maßnahmen in die richtige Richtung benennen die Autoren dabei die Ausbildungsduldung über die 3+2-Regelung, da diese Rechtssicherheit herstellen könne und damit als Fördermittel von Bildungsinvestitionen wirke.

Integrationskurse für alle Asylbewerber öffnen

Weiterhin förderlich sei es, vor dem Hintergrund der vergleichsweise niedrigen Kosten eine Öffnung der Integrationskurse für alle Asylbewerber zu überdenken, da ein guter Teil der bislang weiterhin ausgeschlossenen Flüchtlingsgruppen doch länger in Deutschland bleiben wird.

Positiv erwähnen die Autoren außerdem die vielfältigen Maßnahmen von Schulen, Hochschulen, Unternehmern und Kammern, über die Flüchtlinge in die regulären Bildungs- und Ausbildungsgänge integriert werden. Auch hier seien angesichts der zu erreichenden hohen Erträge weitere Investitionen in Erwägung zu ziehen.

Bildung und Deutschkenntnisse entscheidend

Die Autoren sehen ihre Ergebnisse dadurch gestützt, dass eine aktuelle Studie des IAB, welche die volkswirtschaftliche Wirkung der Zuwanderung seit 1970 ökonometrisch abschätzt, ähnliche Potenziale aufweist. Da zwar bei Flüchtlingsmigration negative Effekte auftreten würden, dies jedoch nicht für Zuwanderung zutreffen würde, müsse es darum gehen, die aktuellen Flüchtlinge ähnlich wie andere Migranten zu qualifizieren und in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Für die Simulation gingen die Autoren davon aus, dass in der Vergangenheit der Erwerb eines deutschen Bildungsabschlusses und das Erreichen von guten oder sehr guten Deutschkenntnissen die Beschäftigungswahrscheinlichkeit von Flüchtlingen jeweils um rund 20 Prozentpunkte und die Verdienste jeweils um rund 20 Prozent erhöht hat. Auch die gegebene Qualifikationsstruktur der Flüchtlinge sowie die Erträge von Bildungsabschlüssen und Sprachkompetenz wurden verglichen bzw. für die Zukunft ähnlich hoch angesetzt wie bisher.

Mehr Infos erhalten Sie im IAB-Kurzbericht 2/2017

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  • Handwerkliche Vokabeln für Flüchtlinge (PDF, 2560 kB)

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