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Junioren des Handwerks: "Wir wollen ein europäisches Netzwerk aufbauen"

Es brauche ein klares Signal an alle Verbände, speziell an politische Verbände, dass die Junioren des Handwerks immer noch da sind, meint der neue Bundesvorsitzende René Fornol. In seinem ersten Interview verrät er, was sonst noch geplant ist.

Sie haben angekündigt, einen Neuanfang zu wagen. Ist ein Neuanfang notwendig?

Ein Neuanfang in dem Sinne brauchen wir nicht. Was wir brauchen, ist ein klareres Signal an alle Verbände, speziell an politische Verbände, dass wir immer noch da sind, dass wir aktiv sind, dass es eine Gruppe von jungen Menschen gibt, die sich auch für ihre eigene Zukunft einsetzt, das heisst speziell für die Zukunft des deutschen Handwerks. Das muss klarer nach außen gebracht werden. Und das ist in letzter Zeit ein wenig vernachlässigt worden.

Wofür stehen die Junioren des Handwerks? Was ist aus Ihrer Sicht die Kernidee der Junioren des Handwerks?

Die Kernidee ist eigentlich nur eine: Wir wollen junge Menschen fürs Handwerk begeistern. Zusätzlich ist uns wichtig, dass wir fürs duale Ausbildungssystem stehen und natürlich auch ganz besonders für die Pflichtqualifikation durch den Meister, so wie es jetzt hier bei uns in Deutschland ist. Das sind Sachen, die wir uns nicht nehmen lassen wollen und das ist das, wofür wir ehrenamtlich arbeiten.

Gibt es hier Veränderungsbedarf?

Nein, gibt es nicht. Das Netzwerken muss ein bisschen intensiver gelebt werden. Denn wir sind nicht nur Handwerker, Unternehmer und Geschäftsleute, sondern wir sind auch Netzwerker. Es muss da keine Veränderung geben, sondern eine Idee, wie man das umsetzen kann und sollte. Die Verbände und die einzelnen Mitglieder müssen das viel mehr leben und die müssen merken und spüren, dass dieses Netzwerk für sie einen Nutzen hat.

Welche Projekte wollen Sie als erstes angehen und wie?

Zunächst müssen wir mehr Mitglieder bekommen. Wir müssen junge Menschen fürs Handwerk begeistern. Wie wollen wir das umsetzen? Am besten durch die persönliche Empfehlung unserer eigenen Mitglieder, indem wir den Nutzen für die Mitglieder stärker in den Focus stellen. Wir wollen weiter ein europäisches Handwerk-Netzwerk aufbauen, in dem wir uns mit jungen Handwerkern aus verschiedenen Ländern hier in Europa austauschen, um Vor- und Nachteile  verschiedener Systeme einfach mal auf den Grund zu gehen und daraus zu lernen und neue Ideen zu ziehen.

Wie wollen Sie die Kommunikation zwischen Landesverbänden und Bundesverband verbessern?

Durch regen Kontakt. Das Netz macht das möglich. Ob das bei Facebook ist, in geschlossenen Räumen, ob es eine zusätzliche Konferenz ist mit den Geschäftsführern der einzelnen Landesverbände, den Landesvorsitzenden, mit denen wir den Kontakt halten. Wir wollen den Austausch in die kleinste Landes- oder Kreisebene bringen. Beim Treffen auf der IHM 2015 wollen wir eine Art „Bundesrat“  etablieren, wo sich die Vertreter der Bundesländer austauschen und wo die auch die Geschicke auf Bundesebene mit beeinflussen.

Welche Projekte wollen Sie bis Ende nächsten Jahres abgeschlossen haben?

Ich möchte gerne weitere Landesverbände, z.B. Thüringen, mit ins Boot holen. Ich möchte auf jeden Fall eine strategische Ausrichtung, die sichtbar ist, die vergleichbar ist mit dem ZDH. Ich möchte die europäischen Handwerksorganisationen vorantreiben. Das ist ein wichtiges Thema, weil wir dadurch wirklich einen Nutzen ziehen können.

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