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Interview mit Rüdiger Keinberger Smart Home und Sanierung: "Intelligente Gebäudeautomation ermöglicht echte Nachhaltigkeit"

Gebäudeautomations-Hersteller Loxone zeigt in seinem neuen Showroom in Wien, wie sich moderne Haussteuerung auch in älteren Gebäuden installieren lässt. Dazu zählen eine intelligente Steuerungen für Licht, Beschattung und Sound sowie Lösungen für Zutritt und Sicherheit.

Topic channels: TS Energieberater, TS Smart Home, TS Energieeffizienz, TS IT-Sicherheit, TS IT-Trends, TS Nachhaltigkeit und TS Restaurierung
Herr Keinberger, in Wien beziehen Sie derzeit ein neues Firmengebäude, das jedoch nicht neu, sondern ein Sanierungsbau ist: Welches Zeichen wollen Sie damit setzen?

Rüdiger Keinberger: Mit der Eröffnung des Office & Experience Centers setzen wir mehrere Zeichen. Der Showroom zieht in Wien in einen ehrwürdigen, denkmalgeschützten Altbau aus dem 18. Jahrhundert. Damit zeigen wir auch im Herzen der Altstadt Wiens, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, dass wir jedes Gebäude intelligent umrüsten könne n, egal ob Neubau oder Sanierung. Ich selbst wohne beispielsweise mit meiner Familie in einem 120 Jahre alten Haus, das wir ohne Probleme nach unserem Einzug mit einer umfangreichen intelligenten Gebäudeautomation ausgerüstet haben. Unsere Sanierungsprojekte stehen auch immer vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit. Wie am Beispiel unseres neuen Office & Experience Centers zu sehen ist, können wir auch einen wunderschönen Altbau intelligent automatisieren, um so den Energieverbrauch des Gebäudes zu optimieren.

Von jeher gibt es den Ratschlag, sich am besten vor dem Bau eines Gebäudes mit der Smart Home-Technik zu beschäftigen. Gilt diese Regel nicht mehr?

Die Regel sollte mindestens erweitert werden: Auch bei einer Kernsanierung oder Sanierung raten wir immer dazu, sich für eine intelligente Gebäudeautomation zu entscheiden. Nur so lässt sich der Energiebedarf optimieren und die Sicherheit sowie der Komfort für die Bewohner oder Benutzer erhöhen. Bei Kernsanierungen lassen sich kabelgebundene Systeme wie die Loxone Tree-Lösung installieren oder es kommt eine Funklösung wie etwa Loxone Air zum Einsatz. Natürlich ist auch eine Kombination aus Kabel- und Funklösung denkbar – etwa, wenn es um Anbindung von Peripheriegebäuden oder Anbauten geht.

Welche Herausforderungen treten auf, wenn ein bereits bestehendes Gebäude mit intelligenter Haustechnik ausgestattet werden soll?

Wirkliche Herausforderungen haben wir bei der Umrüstung nicht. Unsere Systeme sind hochflexibel und durch die Möglichkeiten der Tree- und Air-Lösungen können wir jedes Problem lösen. In Gewerbegebäuden sind beispielsweise häufig schon Bus-Systeme vorhanden. Diese können wir nutzen. Sollte kein Bus-System installiert sein, können wir das Gebäude mit Funklösungen umrüsten, falls nicht ohnehin eine Kernsanierung geplant ist. Über unsere Linktechnologie gibt es viele Schnittstellen in andere Welten. Damit sind viele Lösungsansätze denkbar und eine Komplettlösung kann entstehen, um das Gebäude sicherer, komfortabler und energieeffizienter zu realisieren.

Was waren die speziellen Anforderungen bei der Sanierung des neuen Office & Experience Centers?

Die größte Aufgabe bei der Sanierung war die Beachtung des Denkmalschutzes. Die Substanz des Altbaus durfte natürlich nicht beschädigt werden. Deswegen stellte uns vor allem die Installation der Beschattungsanlagen vor eine besondere Herausforderung. Unsere Elektriker haben aber schnell eine schonende Lösung gefunden. Denn der Altbau hat Doppelfenster. Das heißt, dass es Innen- und Außenfenster mit einem Hohlraum dazwischen gibt. In diesen haben unsere Elektriker den 24-Volt-Motorcontroller der Beschattungsanlage eingebaut. Die Beschattung wird nun zwischen den Innen- und Außenfenstern heruntergefahren, sodass weder die Fenster noch die Fassade verändert werden mussten.

Welche weiteren Automationslösungen kommen beim Firmengebäude zum Einsatz?

Der Showroom im Office & Experience Center ist vollständig mit Automationslösungen für alle Einsatzbereiche ausgestattet: Von intelligenter Licht-Steuerung über Sicherheitslösungen wie Brand- und Wassermelder sowie Zutrittslösungen, aber auch Audio-, beziehungsweise Sound-, bis hin zur Beschattungs-Lösung können Besucher hier unser ganzes Leistungsspektrum erleben. Die Lösungen zeigen wir aber nicht nur Besuchern des Showrooms, wir schulen hier auch unsere Partner und natürlich werden auch unsere Mitarbeiter vor Ort in ihrem Arbeitsalltag von der intelligenten Gebäudeautomation unterstützt. Und: Wenn das Gebäude am Wochenende leer steht, wird es durch die intelligente Gebäudeautomation geschützt.

Natürlich ist es im Sinne der Klimaschutzziele nachhaltiger, schon bestehende Gebäude nach modernen Standards umzubauen und mit Smart Home-Technik nachzurüsten. Wie zahlt die Technologie auf die Nachhaltigkeit weiter ein?

Erst eine intelligente Gebäudeautomation ermöglicht echte Nachhaltigkeit bei der Gebäudenutzung. Dank der Sensorik erkennt der Miniserver als Gehirn jeder Loxone-Lösung etwa Präsenz, Helligkeit, Temperatur und trifft die richtigen Entscheidungen, um Energie einzusparen und den Komfort zu steigern. Dabei berücksichtigt er verschiedene Parameter wie Luftqualität und -temperatur, Sonnenstand, aber auch die Windgeschwindigkeit und reagiert entsprechend. Wird beispielsweise eine zu schlechte Luftqualität festgestellt, sorgt die Gebäudeautomation automatisch für Frischluft – natürlich in Abhängigkeit mit der gewünschten Innentemperatur und der aktuellen Außentemperatur. Auch an dem Zusammenspiel von Heizung, Klima und Beschattung lassen sich die nachhaltigen Vorteile zeigen. Denn neben dem Bedienkomfort und dem angenehmen Raumklima ergibt sich auch eine deutliche Einsparung der Heiz- und vor allem Kühlenergien. Das gilt zu jeder Jahreszeit.

Was läuft dabei technisch im Hintergrund ab?

Alle Informationen aus den einzelnen smarten Gewerken kommen im Miniserver zusammen, der dann Raum für Raum die je richtige Entscheidung zur Ansteuerung von Heizung, Beschattung, Lüftung oder Klimaanlage trifft. Das klingt einfach, aber in diese intelligenten Prozesse fließen jahrelange Erfahrung und Learnings aus mehr als 156.000 mit unseren Partnern realisierten Projekten weltweit ein. Der zweite wichtige Punkt beim Thema Nachhaltigkeit ist die Zukunftssicherheit der Produkte selbst. Produkte wie unser Miniserver sind für Gebäudeleben lang entwickelt und gebaut. Durch kostenlose Updates werden der Miniserver und der Miniserver Go stets auf dem aktuellen Stand gehalten. Und last but not least: Wir setzen natürlich auch bei allen Produkten auf niedrigen Eigenverbrauch, etwa im Bereich Beleuchtung durch den Einsatz von LEDs, aber auch durch die Entscheidung für die 24 Volt-Versorgung bei vielen Produkten.

Welche neuen Geräte stehen zur Verfügung und wie wird der Markt weiter erschlossen?

Das neueste Produkt ist die Intercom, unser intelligentes Türsystem und ein Game Changer beim Thema smarte Türtechnologien. Hier werden ultrakompakte Komponenten wie Lautsprecher und Kameras eingesetzt, wie sie auch bei hochwertigen Smartphones verwendet werden. Damit hat die Intercom auch eine sehr flache Bauform, für die man beim Einsetzen keine Unterputzdose mehr benötigt. Auch die Software der Intercom ist State-of-the-Art: Innovative Bild- und Audioprozessoren sorgen für hochqualitative Kamerabilder und einen optimalen Sound ohne Rauschen oder Windgeräusche. Vor allem aber ist die Montage der Intercom einfach. Mit praktischen Push-In-Klemmen und einer Spannungsversorgung durch eine integrierte Tree Extension kann die Intercom ganz leicht an das Loxone-System angeschlossen werden. Die Integration der Intercom verläuft dann wie gewohnt per Mausklick über die Loxone Config. Nicht nur über neue Geräte wachsen wir weiter, auch über neue Partner: Allein im Jahr 2020 kamen mehr als 2.000 Elektro-Profis auf uns zu, mit denen wir jetzt kooperieren. Hier zeigt sich: Viele Köpfe bringen wahres Wachstum. Mit unseren Partnern gemeinsam bleibt unser Ziel, Weltmarktführer im Bereich der intelligenten Gebäudeautomation zu werden.

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