Internationale Handwerksmesse -

Checkliste und Prognose In vier Schritten zum automatisierten Handwerksbetrieb

Automatisierung kann wettbewerbsfähiger machen – und zum Treiber von Innovation und Wachstum werden. Wer Prozesse im Unternehmen erfolgreich automatisieren will, sollte die Umstellung strategisch angehen. Vier wichtige Schritte zu mehr Automation im Handwerksbetrieb:

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1. Bestandsaufnahme Digitalisierung und Automation im Betrieb

Am Anfang steht ein ehrlicher Blick auf den Stand der Dinge:

  • Wie weit sind wir schon bei der Digitalisierung von Prozessen im Einkauf, im Projektmanagement, in der Produktion und im Vertrieb?
  • Erfassen wir Kunden- und Produktionsdaten bereits systematisch?
  • Wie leistungsfähig sind vorhandene IT-Software und -Hardware?
  • Wie gut kennen sich Chef und Mitarbeiter mit neuen Technologien aus?

2. Taschenrechner raus und Neuinvestitionen überprüfen

Roboter, Drohnen, 3D-Drucker, ein Online-Konfigurator für die Webseite oder auch moderne Automatisierungs-Software kosten viel Geld.

  • Bei welchen Prozessen und Abläufen im Unternehmen können sie den größten Nutzen bringen?
  • Wie viele Stunden pro Tag muss ein Roboter beschäftigt werden, damit sich die Investition rechnet?
  • Wie viel müssen wir zusätzlich in Weiterbildung investieren?
  • Wie viele Stunden Arbeit sparen wir im Backoffice, wenn eine intelligente Software Alltagsaufgaben erleichtert?
  • Wo können wir Kunden durch Automatisierung einen spürbaren Mehrwert bieten, für den sie auch bereit sind, zu zahlen?

3. Mitarbeiter in den Automatisierungsprozess einbinden

  • Will der Chef uns jetzt alle durch Roboter ersetzen?
  • Wird aus der Werkshalle eine Fabrikhalle?
  • Müssen wir jetzt alles anders machen als früher?
  • Sind meine handwerklichen Fähigkeiten nichts mehr wert?
  • Was, wenn ich den Umgang mit neuen Technologien nicht mehr erlernen kann oder möchte?

Diese Fragen stellen sich Mitarbeiter, wenn im Unternehmen Automatisierungs-Projekte anstehen. Deshalb ist Transparenz gefragt. Chefs müssen erklären, warum der Wandel notwendig ist – und wie alle davon profitieren können.

4. Kunden für den Automatisierungsprozess sensibilisieren

Wenn der Handwerker des Vertrauens auf einmal Roboter einsetzt, mit Drohnen oder Modellen aus dem 3D-Drucker aufwartet, dann sind auch manche Kunden skeptisch: Ist das noch Handwerk?

Es gilt, klarzumachen: Hier wird auch in Zeiten von Digitalisierung und Automation keine beliebige, industrielle Massenware hergestellt. Sondern lediglich neue, zeitgemäße Werkzeuge und Arbeitsmethoden für modernes Handwerk eingesetzt.

Prognose und Ergebnis der Transformation: Wie automatisiert ist das Handwerk 2050?

Trend- und Marktforscher sind sich sicher: Mittelfristig kommt kaum ein Unternehmen im Handwerk an den neuen, digitalen Automatisierungstechniken vorbei. Das heißt nicht, dass bald in jedem Handwerksbetrieb Roboter zu Werke gehen. Aber um den Einsatz digitaler Assistenzsysteme, die Prozesse und Abläufe schneller und komfortabler machen, führt kein Weg herum.

Der Grund: Kunden gewöhnen sich rasch an schnellere, bequemere digitale Services, die sie aus anderen Branchen und Lebensbereichen kennen. Und fordern diese dann auch von Handwerkern ein. Wochenlang auf ein Angebot, eine Rückmeldung oder einen Termin beim Handwerker warten? Darauf haben Kunden keine Lust mehr.

Wer sich darauf nicht einstellt, überlässt das Feld digitalen Plattformen und der Industrie, die sich schneller auf die Kundenbedürfnisse einstellt.

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