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Immobilienfinanzierung: Umschulden ohne hohe Kosten

Bei privaten Darlehen sieht das etwas anders aus. Grundsätzlich besteht bei Verbraucherkrediten nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) ein ordentliches Kündigungsrecht, wenn der Vertrag schon vor mindestens zehn Jahren abgeschlossen wurde und die Sollzinsbindung endet. Die Kündigungsfrist beträgt dann sechs Monate. Verträge ohne Zinsbindung, also zum Beispiel Baukredite mit variabler Verzinsung, können jederzeit mit einer Frist von nur drei Monaten gekündigt werden.

„Ein berechtigtes Interesse an einer frühzeitigen Vertragsauflösung können Kreditnehmer zum Beispiel aus privaten Gründen haben, etwa bei einer Ehescheidung sowie auch bei der Gelegenheit zu einer zinsgünstigen Umschuldung“, erklärt Holger Spiegelberg, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht in Rostock. Ob der Kreditnehmer eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen muss, hängt dann von der Widerrufsbelehrung im Vertrag ab.

Widerruf nicht ohne Profi
Für Darlehensnehmer ist es schwierig, selbst zu prüfen, ob der Bank bei der Widerrufsbelehrung Fehler unterlaufen sind und der Vertrag deshalb unwirksam ist. Die Verbraucherzentrale Hamburg (vzhh.de) bietet privaten Darlehensnehmern für 60 Euro an, die Klauseln im Vertrag individuell zu prüfen. Alternativ kann ein Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht unterstützen.

Widerrufsbelehrung prüfen

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat in einer aktuellen Umfrage ermittelt, dass zwei Drittel der Schriftstücke Fehler enthalten. Oftmals sind sie damit unwirksam. Folge: „Der Darlehensnehmer kann den Vertrag jederzeit widerrufen und ohne Vorfälligkeitsentschädigung aussteigen“, sagt Spiegelberg.

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