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Digitalisierungsgrad - Folge 5 Im Bauhauptgewerbe ist noch Luft nach oben

Maurer, Betonbauer, Dachdecker, Straßenbauer, Gerüstbauer, Zimmerer - der Digitalisierungsgrad des gesamten Bauhauptgewerbes befindet sich auf niedrigem bis mittlerem Niveau. Digitale Technologien kommen in der Verwaltung sowie in der Kommunikation mit Kunden und Lieferanten zum Einsatz.

Themenseiten: TS Digitalisierung, Themenseite Digitalisierungsgrad der Gewerke und TS Zukunftsperspektiven im Handwerk

Maurer und Betonbauer

Der Digitalisierungsgrad der befragten Maurer und Betonbauer liegt auf niedrigem bis mittlerem Niveau. In allen Betrieben werden heute insbesondere in der Verwaltung mehrmals täglich digitale Endgeräte genutzt.

Im Allgemeinen ist der eigentliche Produktionsprozess bei den Maurer- und Betonbaubetrieben klassisches Handwerk. Allerdings werden hierbei die Planungsphase, die Kalkulation, die Materialbestellung und die Abrechnung heute digital unterstützt. So ist die elektronische Beschaffung von Material, der Einsatz mobiler Endgeräte für Planung und Baufortschrittskontrolle, die digitale Erstellung eines Aufmaßes und der Einsatz von branchenspezifischer Software zur Kalkulation, Abrechnung und Planung bei vielen Betrieben bereits Standard.

Aktuelle Potenziale gibt es vor allem beim Einsatz von Software zur Dokumentation des Projektfortschritts und bei der mobilen Arbeitszeiterfassung. Trends im Maurer- und Betonbauerhandwerk bestehen in der Verwendung von Augmented Reality-Anwendungen, im Einsatz modernster Materialien für intelligente Fassaden und Gebäude sowie im 3D-Druck. Auch Building Information Modeling (BIM) wird in Zukunft in der Planung und Abstimmung mit anderen Gewerken an Bedeutung gewinnen.

Betriebsabläufe bei den Maurern und Betonbauern
  • Heute: Mobile digitale Endgeräte u. vernetzte IT Elektronischer Versand und Empfang von Auftragsdaten. Nutzung digitaler AufmaßDaten für Angebote und Rechnungslegung. Mobiler Zugang zu internen Planungsdaten
  • Künftige Potenziale: Einsatz datenbankgestützter Dokumentenablage und -verwaltung mittels Dokumentenmanagementsystem (DMS). Verwendung vernetzter ERP-Software, Kopplung mit Systemen zur digitalen und mobilen Zeiterfassung. Einsatz vernetzter Planungs-, Kalkulations-, Bestell- und Buchhaltungssoftware und Cloud-Lösungen.
Kundenbeziehung bei den Maurern und Betonbauern
  • Heute: Digitale Maßnahmen zur Kundengewinnung und -bindung Kundendatenanalyse mittels Kundenmanagementsystem (CRM). Erklärungen mittels digitaler visueller Darstellung, Skizzen und Zeichnungen
  • Künftige Potenziale: Nutzung von Kundenbeziehungsmanagementsystemen (CRM) zur systematischen Kundenbearbeitung und Datenanalyse. Allgemeine Auffindbarkeit im Internet

Gerüstbauer

Der Digitalisierungsgrad der befragten Gerüstbauer liegt auf eher niedrigem bis mittlerem Niveau. Digitale Technologien kommen in ersten Ansätzen in den Planungs- und Verwaltungsprozessen sowie für die Kommunikation mit Kunden und Lieferanten zum Einsatz.

Der eigentliche Auf- und Abbau von Gerüsten ist mehrheitlich von klassischer Handarbeit geprägt. Allerdings planen bereits erste Betriebe die Verwendung von Barcodes an den Gerüstteilen zur lückenlosen und teilautomatisierten Dokumentation der Standorte und Lagerplätze für eine digitale Lagerhaltung. Die Planung, Kalkulation und Abrechnung erfolgt heute schon bei einigen Betrieben über branchenspezifische Software. In sehr wenigen befragten Betrieben werden bereits Cloudservices für den mobilen Zugriff auf Dokumente und Programme eingesetzt.

Zur Außenkommunikation nutzen heute nahezu alle der befragten Gerüstbau-Betriebe eine eigene Homepage. Allerdings werden sehr selten bereits CRM-Systeme zur systematischen Kundendatenanalyse und -ansprache verwendet. Potenziale und zukünftige Trends im Gerüstbauer- Handwerk liegen in der Verwendung von RFID-Chips und ähnlichen Technologien zur vollautomatisierten Lagerverwaltung. Ein weiteres Potenzial bietet in vielen Betrieben die digitale mobile Arbeitszeiterfassung zur verbesserten Steuerung der Ressourcen. Auch Building Information Modeling (BIM) wird in Zukunft in der Planung und Abstimmung mit anderen Gewerken an Bedeutung gewinnen.

Betriebsabläufe bei den Gerüstbauern
  • Heute: Digitale Endgeräte und vernetzte IT Software zur Kalkulation und Abrechnung. Personalsuche über Online-Portale
  • Künftige Potenziale: Datenbankgestützte Dokumentenablage und -verwaltung mittels Dokumentenmanagementsystem (DMS). Einsatz von Building Information Modeling (BIM). Einsatz eines Enterprise-Resource- Planning-Systems (ERP)
Kundenbeziehung bei den Gerüstbauern
  • Heute: Digitale Maßnahmen zur Kundengewinnung und -bindung
  • Künftige Potenziale: Nutzung von Kundenbeziehungsmanagementsystemen (CRM) zur systematischen Kundenbearbeitung und Datenanalyse. Allgemeine Auffindbarkeit im Internet

Dachdecker

Der Digitalisierungsgrad der befragten Dachdecker liegt auf niedrigem bis mittlerem Niveau. In allen Betrieben werden heute insbesondere in der Verwaltung mehrmals täglich digitale Endgeräte genutzt.

Der eigentliche Produktionsprozess ist bei den Dachdeckern im Allgemeinen k lassisches Handwerk. Allerdings werden hierbei die Planungsphase, die Kalkulation, die Materialbestellung und die Abrechnung heute digital unterstützt. So ist die Online- Beschaffung von Material, der Einsatz mobiler Endgeräte für die Planung und zur Baufortschrittskontrolle, die digitale Erstellung eines Aufmaßes und der Einsatz von branchenspezifischer Software zur Kalkulation, Abrechnung und Planung in einigen Betrieben heute bereits üblich.

Auch die Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen findet zunehmend digital statt. Aktuelle Potenziale gibt es vor allem beim Einsatz von Software zur Dokumentation des Projektfortschritts und bei der mobilen Arbeitszeiterfassung.

Trends im Dachdeckerhandwerk bestehen in der Verwendung von Augmented-Reality- Anwendungen, im Einsatz fernsteuerbarer Multicopter (Drohnen) zur Sichtung und Aufmaß-Erstellung sowie im Einsatz von modernen Baumaterialien, wie z. B. Solarziegeln. Auch Building Information Modeling (BIM) wird in Zukunft in der Planung und Abstimmung mit anderen Gewerken an Bedeutung gewinnen.

Betriebsabläufe der Dachdecker
  • Heute: Einsatz mobiler digitaler Endgeräte und mobil vernetzter IT Elektronischer Versand und Empfang von Auftragsdaten. Nutzung digitaler Aufmaß-Daten zur Angebotserstellung und Rechnungslegung
  • Künftige Potenziale: Einsatz datenbankgestützter Dokumentenablage und -verwaltung. Verwendung vernetzter ERP-Software und Kopplung mit Systemen zur digitalen und mobilen Zeiterfassung. Einsatz vernetzter Planungs-, Kalkulations-, Bestell- und Buchhaltungssoftware sowie Cloud-Lösungen
Kundenbeziehungen der Dachdecker
  • Heute: Digitale Maßnahmen zur Kundengewinnung und -bindung. Erklärungen mittels digitaler visueller Darstellung, Skizzen und Zeichnungen
  • Künftige Potenziale: Nutzung von Kundenbeziehungsmanagementsystemen (CRM) zur systematischen Kundenbearbeitung und Datenanalyse. Allgemeine Auffindbarkeit im Internet

Straßenbauer

Der Digitalisierungsgrad der befragten Straßenbauer liegt auf mittlerem bis hohem Niveau. In den meisten Betrieben werden heute insbesondere in der Verwaltung aber auch im Planungsprozess mehrmals täglich digitale Endgeräte genutzt.

Die A usschreibungs- und Planungsphase, die Kalkulation, die Materialbestellung und die Abrechnung werden bei den Straßenbauern bereits heute häufig digital unterstützt. So ist die Online-Beschaffung von Material, der Einsatz mobiler Endgeräte für die Planung und zur Baufortschrittskontrolle, die digitale Erstellung eines Aufmaßes und der Einsatz von branchenspezifischer Software zur Kalkulation, Abrechnung und Planung bei vielen Betrieben heute Standard. Auch die T eilnahme an öffentlichen Ausschreibungen findet zunehmend digital statt.

Selten werden bereits Fahrzeugdisposition und Kundendatenanalysen mittels softwarebasierten Lösungen vorgenommen. Aktuelle Potenziale gibt es vor allem beim Einsatz von Software zur Dokumentation des Projektfortschritts und bei der mobilen Arbeitszeiterfassung.

Trends im Straßenbauhandwerk bestehen in der Verwendung von Augmented-Reality-Anwendungen für den Straßenbau. Satellitengestützte Systeme in vernetzten Straßenbaumaschinen werden zukünftig vermehrt zur Erfassung von Ortsdaten, Betriebsstunden und Wartungsintervallen verwendet. Auch Building Information Modeling (BIM) wird in Zukunft in der Planung und Abstimmung mit anderen Gewerken an Bedeutung gewinnen

Betriebsabläufe bei den Straßenbauern
  • Heute: Mobile digitaler Endgeräte und mobil vernetzter IT Elektronischer Versand und Empfang von Auftragsdaten
  • Künftige Potenziale: Nutzung von Kundenbeziehungsmanagementsystemen (CRM) zur systematischen Kundenbearbeitung und Datenanalyse. Einsatz von digitalen Skizzen in der Kundenberatung
Kundenbeziehungen bei den Straßenbauern
  • Heute: Digitale Maßnahmen zur Kundengewinnung und -bindung
  • Künftige Potenziale: Nutzung von Kundenbeziehungsmanagementsystemen (CRM) zur systematischen Kundenbearbeitung und Datenanalyse. Einsatz von digitalen Skizzen in der Kundenberatung

Zimmerer

Der Digitalisierungsgrad der befragten Zimmerer liegt auf geringem bis mittlerem Niveau. Allerdings werden heute in allen Betrieben insbesondere in der Verwaltung mehrmals täglich digitale Endgeräte genutzt. Die Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen mittels elektronischer Verfahren hängt vor allem von der Größe der Betriebe ab. Einige Zimmerer Unternehmen betreiben bereits eigene Homepages und sind in der Lage Kundendaten mittels Software zu analysieren.

Der eigentliche Produktionsprozess ist bei den Dachdeckern im Allgemeinen klassisches Handwerk. Allerdings werden hierbei zunehmend die P lanungsphase, die Kalkulation, die Materialbestellung und die Abrechnung heute digital unterstützt.

So ist die Online-Beschaffung von Material, der Einsatz mobiler Endgeräte zur Baufortschrittskontrolle und der Einsatz von branchenspezifischer Software zur Kalkulation, Abrechnung und Planung bei einigen Betrieben heute bereits Standard. Aktuelle Potenziale gibt es vor allem beim Einsatz von Software zur Dokumentation des Projektfortschritts, bei der elektronischen, mobilen Arbeitszeiterfassung und bei der Gewinnung von Fachkräften.

Trends im Zimmererhandwerk bestehen im Einsatz fernsteuerbarer Multicoptern (Drohnen) zur Baubesichtigung und Aufmaß-Erstellung Auch Building Information Modeling (BIM) wird in Zukunft in der Planung und Abstimmung mit anderen Gewerken an Bedeutung gewinnen.

Betriebsabläufe bei den Zimmerern
  • Heute: Mobile digitale Endgeräte und mobil vernetzte IT Elektronischer Versand und Empfang von Auftragsdaten. Nutzung digitaler Aufmaß-Daten zur Angebotserstellung und Rechnungslegung. Mobiler Zugang zu internen Planungsdaten
  • Künftige Potenziale: Einsatz datenbankgesützter Dokumentenablage u. -verwaltung Verwendung vernetzter ERP-Software, Kopplung mit Systemen zur digitalen und mobilen Zeiterfassung. Einsatz vernetzter Planungs-, Kalkulations-,Bestell- und Buchhaltungssoftware und Cloud-Lösungen
Kundenbeziehungen bei den Zimmerern
  • Heute: Digitale Maßnahmen zur Kundengewinnung und -bindung Erklärungen mittels digitaler visueller Darstellung, Skizzen und Zeichnungen
  • Künftige Potenziale: Nutzung von Kundenbeziehungsmanagementsystemen (CRM) zur systematischen Kundenbearbeitung und Datenanalyse. Allgemeine Auffindbarkeit im Internet
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