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Maßschneider: Kunden wollen nachhaltige Kleidung

Das deutsche Maßschneider- und Kürschnerhandwerk hat eine Marktbefragung durchgeführt, die maßgeblich zur Zukunftssicherung der Betriebe beitragen soll. Dabei wurde festgestellt, dass es mehr Kunden gibt, die auch bei der Bekleidung Wert auf Nachhaltigkeit legen.

Themenseite: Internationale Handwerksmesse
Maßschneider
Pressekonferenz des Maßschneider- und Kürschnerhandwerks. Im Bild Inge Szoltysik-Sparrer, Vorsitzende des Bundesverbands des Maßschneiderhandwerks e.V. -

Um den Bedürfnissen der Kunden optimal gerecht werden zu können, hat der Bundesverband des Maßschneiderhandwerks eine Marktbefragung durchgeführt. Als Gründe, warum ein Kunde in ein Maßatelier geht, wurden folgende Antworten genannt:
- Der Maßkunde legt Wert auf perfekte Paßform und Individualität
- Der Maßkunde hat einen hohen Beratungsbedarf und einen hohen Qualitätsanspruch
- Der Maßkunde legt Wert auf erstklassiges Material und beste Verarbeitung und erwartet ein gutes Preisleistungsverhältnis.
Wichtig ist den Kunden::
- Pünktlichkeit und Einhalten von Terminen
- Individuelle Beratung, freundliches Auftreten und serviceorientiertes Personal
- Tadellose Ausführung der Arbeit und angenehme Atelieratmosphäre
- Der Wunsch, auch den Ehemann oder die Ehefrau miteinzukleiden
- Informationen über Modetrends zu bekommen und ein bezahlbares Produkt zu erhalten

Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren ist zunehmend einen Trend zu einem Kleidungsstück mit „Nachhaltigkeit“ festzustellen. " Wir können förmlich spüren, wie sich unsere Kunden nach einer Alternative zu überteuerter Designermode oder billigem Ramsch aus Fernost sehnen", erklärte Inge Szoltysik-Sparrer, Vorsitzende des Bundesverbands des Maßschneiderhandwerks. Nachhaltigkeit bei Bekleidung stelle hohe Anforderungen an gutes Design, klassische Elemente in der Schnittführung und langlebige Materialien mit hohem Tragekomfort, so die Vorsitzende. Es sei Ziel, beim Endverbraucher ein Stück Bewußtseinsarbeit zu leisten, weil den meisten Konsumenten nicht bewußt sei, dass sie mit fast jedem konfektionierten Kleidungsstück einen Arbeitsplatz in Fernost subventionieren, meist sogar in Schwellenländern, in denen Kinderarbeit und extreme Unterbezahlung einen hohen Faktor haben.

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