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Ifo-Institut: Aufschwung der deutschen Wirtschaft setzt sich fort

Die deutsche Wirtschaft wächst laut Ifo-Konjunkturprognose weiter: Dieses Jahr um 1,9 Prozent und im kommenden Jahr um 1,8 Prozent. Die niedrigen Zinsen sorgen weiter für einen Bauboom.

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Die jüngsten Zahlen des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo) dürften allen Unternehmern gefallen: In Deutschland wuchs die Wirtschaft im ersten Quartal diesen Jahres um 0,3 Prozent, im letzten Quartal 2014 sogar um 0,7 Prozent. Insgesamt soll das reale Bruttoinlandsprodukt 2015 um 1,9 Prozent steigen, nächstes Jahr bleibt der Wert stabil bei prognostizierten 1,8 Prozent. Begründet werden diese Zahlen von den Münchener Wirtschaftsforschern vor allem mit der starken Binnennachfrage.

Arbeitslosigkeit sinkt weiter

Die große Stütze des Aufschwungs ist der private Konsum, der sich vor allem auf die hohe Erwerbstätigkeit gründet: Die Arbeitslosenquote sinkt laut Ifo-Institut dieses Jahr auf 6,3 Prozent, im kommenden Jahr sogar auf sechs Prozent. Das bedeutet 2015 rund 235.000 Erwerbstätige mehr, auch die Verdienste sollen weiter ansteigen. Großer Profiteur der guten Konjunktur ist das deutsche Finanzministerium – die Staatsschulden sinken gemäß der veröffentlichten Zahlen in Relation zum Bruttoninlandsprodukt von 75 Prozent im letzten Jahr auf 67 Prozent 2016.

Baubranche freut sich über günstiges Finanzierungsumfeld

Nach einer kleinen Delle im Sommerhalbjahr 2014 erholte sich das Ifo-Geschäftsklima seit vergangenem Herbst deutlich, der Spielraum für Investitionen ist wieder größer geworden. Besonders darüber freuen können sich Handwerksbetriebe im Umfeld der Baubranche: Durch die anhaltend niedrigen Zinsen nehmen Investitionen in Gebäude dieses Jahr laut Institut um zwei Prozent zu, 2016 um 1,8 Prozent. Letztes Jahr half zudem noch der milde Winter mit: Vor allem der Gewerbebau zog noch einmal stark an und sorgte für eine rekordverdächtige Zunahme von 3,4 Prozent.

Risiko Fachkräftemangel, Griechenland und Ölpreis

Ein dauerhaftes Problem für den Aufschwung ist laut Ifo-Institut der Fachkräftemangel, der die Arbeitskosten erhöht und somit im kommenden Jahr das Tempo der Arbeitsnachfrage bremst. Gefahr drohe der starken deutschen Konjunktur aber auch von externen Faktoren: Die angespannte finanzielle Lage Griechenlands birgt laut den Wirtschaftsforschern unvorhersehbare Risiken für die ganze Eurozone. Damit ist nicht nur ein potenzieller Staatsbankrott gemeint, sondern auch die Folgen einer weiteren Einigung zwischen der EU und dem angeschlagenen Mittelmeerland. Regierungen anderer gefährdeter europäischer Staaten könnten aufgrund des griechischen Vorbilds notwendige Reformen zurücknehmen und so die gesamte Währungsunion gefährden. Auch der Ölpreis ist laut Ifo-Experten ein Risiko: Bislang ein wichtiger Motor des Aufschwungs, schwächt sich dessen Wirkung auf die allgemeine Kaufkraft langsam ab - das jetzige Tempo des Wirtschaftswachstums wird so nicht zu halten sein. Zudem sei das niedrige Preisniveau des Ölpreises generell durch politische Krisen im Nahen Osten oder beispielsweise auch in Libyen und Russland gefährdet.

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