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Kunden Hundehalsbänder - Traditionelles Handwerk als Luxusprodukt

Miriam Klinkert will die Premium-Zielgruppe ansprechen, die Spaß daran hat, ihre Vierbeiner mit schicken Accessoires zu verwöhnen. Die junge Feintäschner-Meisterin gestaltet und produziert noch von Hand - und richtet sich dabei ganz individuell nach den Wünschen der Kunden.

In Miriam Klinkerts Werkstatt sucht man vergebens nach moderner Technik. Ihr Atelier, wie die 30-Jährige ihren kleinen Arbeitsraum in einem Dresdner Altbau nennt, wirkt wie aus der Zeit gefallen: Eine robuste, altgediente Nähmaschine ist das einzige motorisierte Gerät im Raum. Mit Stift, Hammer, Zwirn, Messer, Zange und Pinsel entwirft, gestaltet und produziert sie hier von Hand, auf Maß und nach Kundenwunsch gefertigte Leder-Halsbänder und -Leinen für anspruchsvolle Hundebesitzer und deren Vierbeiner.

Viele Kunden geraten ins Schwärmen, wenn sie in Klinkerts Atelier durch die handbeschrifteten Holzschubladen, Vitrinen und Schaukästen voller Materialproben stöbern, berichtet die junge Feintäschner-Meisterin. Von dieser Begeisterung lässt sie sich gerne anstecken: Kunden, die persönlich vorbeikommen, sind ihr die liebsten. „Meine Produkte muss man anfassen, um ihren Wert zu schätzen“, sagt sie. Butterweiches Hirschleder, gegerbt in der letzten traditionellen Altsämischgerberei in Bayern. In Pastell- und Metallicfarben bunt schillerndes Fischleder. Glänzende Swarovski-Kristalle. Accessoires aus Edelmetallen. Die 30-Jährige wählt ihre Materialien sorgfältig aus.

Traditionelles Handwerk als Luxusprodukt

Das hat seinen Preis: Ein Hundehalsband kostet in ihrem „Atelier Poet“ etwa 150 bis 400 Euro, eine Leine ist ab 450 Euro zu haben. „Traditionelles Handwerk ist eben heute ein Luxusprodukt“, sagt Klinkert. „Und ich will eine Kundschaft ansprechen, die gerade das schätzt: die Sorgfalt, die Individualität, die hochwertigen Materialien, die Nachhaltigkeit.“

Der Markt für Hundebedarf ist riesig: Zehn Millionen Deutsche leben mit mindestens einem Hund im Haushalt, eine Milliarde Euro geben sie jährlich für die Vierbeiner aus. Hundehalter haben hohe Kaufkraft: Zwei Drittel besitzen Wohneigentum, Freiberufler und Selbstständige mit Einkommen von mehr als 2.500 Euro netto sind überrepräsentiert. Diese Premium-Zielgruppe, die Spaß daran hat, ihre vierbeinigen Freunde zu verwöhnen und mit schicken Accessoires zum Statussymbol hochzurüsten, will Klinkert ansprechen.

Ein Start-Up benötigt moderne Vertriebswege

Dafür braucht sie allerdings einen modernen Vertriebsweg. Sie muss die Aufmerksamkeit ihrer Kunden online gewinnen, zeigt daher Einblicke in ihr Atelier auf einer professionell gestalteten Webseite mit eigenem Webshop. „Die Zielgruppe, die ich anspreche, ist vergleichsweise klein und speziell“, räumt Klinkert ein. Um zahlungskräftige Kunden mit Faible für Hunde-Accessoires zu finden, setzt sie auf ihren eigenen Blog, auf Pressearbeit in Lifestyle-Magazinen wie Dog´s Avenue, auf Auftritte bei Instagram, Youtube und Facebook. „Außerdem sende ich meine Produkte an Prominente, die Hunde haben und lieben.“

Von ihrem Auftritt bei der Internationalen Handwerksmesse im März 2018 verspricht sich Klinkert neue Kontakte zu potenziellen Vertriebs- und Kooperationspartnern, die ihrem Startup zum Durchbruch verhelfen. „Wo, wenn nicht auf einer Handwerksmesse, trifft man schließlich auf Menschen, die echtes Handwerk zu schätzen wissen?“

Fakten zum Atelier Poet

Unternehmen: Atelier Poet

Bundesland, Stadt: Sachsen, Dresden

Website: www.atelier-poet.com 

Gewerk: Feintäschner

Gegründet: 2016

Konzept: Design und Herstellung maßgefertigter Hundeleinen und –Halsbänder mit traditionellen Handwerkstechniken, Online-Vertrieb .


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