Auslandsgeschäft -

Globalisierung Handwerk wird Exportschlager

Handwerk und Märkte sind im Umbruch. Betriebe, die sich schon jetzt nach neuen Märkten umsehen und auch bereit sind, Fehlentscheidungen zu riskieren, werden künftig die Nase vorn haben.

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Die Welt wächst zusammen: „Globalisierung ist ein eindeutiger Megatrend, der auch vor dem Handwerk nicht haltmacht“, sagt Simone Kauffeld von der TU Braunschweig. „Wir erleben bei einigen Gewerken derzeit einen enormen Wettbewerbsdruck, der zukünftig nicht nachlassen wird.“ Betriebe, die sich schon jetzt nach neuen Märkten umsehen und auch bereit sind, Fehlentscheidungen zu riskieren, werden zukünftig die Nase vorn haben. „Wer glaubt, dass ausländische Märkte nur etwas für große Unternehmen wären, irrt gewaltig: Deutsches Handwerk hat in der Welt einen ganz ausgezeichneten Ruf.“

Handwerk wird Exportschlager

Schreiner konzipieren und bauen Yachten im Ausland, Konditoren verkaufen Tortenkreationen in die ganze Welt, Tischler reisen bis nach Spanien, um dort an Projekten mitzuarbeiten. Das ist erst der Anfang: Etliche Forschungsinstitute prognostizieren eine enorme Kräfteverschiebung für die Zukunft. Handwerker können durchaus auch neue Märkte in den USA und Russland, in Entwicklungs- und Schwellenländern wie China oder Indien erschließen. Besonders in solchen Bereichen, in denen Deutschland als Innovator gilt: Wie etwa Erneuerbare Energien oder -Metall- und Anlagenbau.

Das mittelständische Unternehmen Paravan ist mit 158 Mitarbeitern im baden-württembergischen Aichelau tätig und hat sich auf Fahrzeugumbauten, Elektro-Rollstühle und andere individuelle Lösungen für Mehrfach- und Schwerstbehinderte spezialisiert. Geschäftsführer Roland Arnold hat bereits vor mehr als zehn Jahren festgestellt, dass sein Unternehmen Märkte im Ausland erschließen muss, damit es weiter wachsen kann.

Aus Schwaben in die ganze Welt

„Auf der schwäbischen Alb, also in unserer direkten Umgebung, sind etwa ein Prozent aller Bewohner behindert“, sagt er. „Das reicht natürlich nicht, um langfristig zu bestehen.“ Arnold begann also, seinen Markt auszudehnen: Er machte deutschlandweit Werbung und organisierte einen Versandservice für seine Produkte. Als ihn erste Anfragen aus dem Ausland erreichten, aus Frankreich, Großbritannien und Italien, da wiegelte er nicht ab, sondern schickte Vertriebler aus seinem Betrieb direkt zu den potenziellen Kunden. Zusätzlich ging er Kooperationen mit Händlern vor Ort ein. Inzwischen arbeiten weltweit Vertriebler für den Handwerker aus Schwaben.

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