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Energiekosten Handwerk klagt über Benachteiligung bei EEG-Umlage

Über 30.000 Euro hat die Bäckerei Link aus Trossingen 2016 allein für die EEG Umlage gezahlt. Das entspricht in etwa 77.000 Brötchen. Seit Jahren fordert das Handwerk eine gerechtere Verteilung der Kosten für die Energiewende, denn die EEG-Umlage wird maßgeblich von Privathaushalten sowie kleinen Unternehmen gezahlt, während Großunternehmen oft befreit sind.

Themenseite: EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz)

Über 30.000 Euro hat die Bäckerei Link aus Trossingen 2016 allein für die Erneuerbare-Energien-Umlage EEG gezahlt. Das entspricht in etwa 77.000 Brötchen, die zusätzlich verkauft werden müssen, um die Kosten wieder reinzuholen. Seit Jahren fordert das Handwerk eine gerechtere Verteilung der Kosten für die Energiewende, denn die EEG-Umlage wird maßgeblich von Privathaushalten sowie kleinen Unternehmen gezahlt, während Großunternehmen oft befreit sind.

EEG-Umlage über Steuern finanzieren

„Wir können nicht jedes Jahr die EEG-Umlage erhöhen und dabei einige aussparen. Das Handwerk steht hinter der Energiewende, aber die Kosten müssen gerecht auf alle Schultern verteilt werden. Mittelständische Unternehmen und Privathaushalte müssen entlastet werden“, fordert Gotthard Reiner, Präsident der Handwerkskammer Konstanz. Denkbar wäre beispielsweiseweise eine Finanzierung der Energiewende aus Steuermitteln.

Das ist ein wesentlicher Punkt, den der Zentralverband des deutschen Handwerks in seiner neuen Energiewende-Agenda des Handwerks aufgenommen hat. Die Umstellung auf eine Haushaltsfinanzierung solle aber nichtl zu einer Mehrbelastung der Verbraucher und Unternehmen durch neue Steuern, Abgaben und Umlagen führen.

Steigende Stromkosten können nicht an Kunden weitergegeben werden

Für Bäckermeister Daniel Link aus Trossingen und seine eher kleine, handwerkliche Bäckerei ist die Umlage eine enorme Belastung. „Wir konnten in den letzten Jahren unseren Stromverbrauch durch neue Maschinen und LED-Beleuchtung massiv senken, dennoch steigen die Stromkosten stetig an“, sagt Link. „Wir können als kleine Bäckerei die steigenden Zusatzkosten nicht in voller Höhe an die Kunden weitergeben, das wird nicht akzeptiert“, erklärt Link. Fassungslos ist er darüber, dass industriell arbeitende Großbäckereien, die die Discounter beliefern, nach wie vor von der EEG Umlage befreit sind. „Das ist extrem wettbewerbsverzerrend“, beschwert sich der junge Bäckermeister.

Großverbraucher werden erneut bevorzugt

Und schon steht die nächste Erhöhung vor der Tür. Das neue Netzentgeltmodernisierungsgesetz sieht vor, bei der Offshore-Haftungsumlage erneut Großverbraucher zu bevorzugen – auf Kosten der Privathaushalte und des Mittelstands. „Ein solches Verfahren ist aus meiner Sicht intransparent und in der Sache nicht hinnehmbar“, sagt Daniel Link und erhofft sich mehr Unterstützung von der Politik vor Ort.

Mehr zur  Energiewende-Agenda des Handwerks des Zentralverbands des deutschen Handwerks:

https://www.zdh.de/presse/beitraege/positionen-des-handwerks-zur-energiewende/

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