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Fahrverbote für Diesel Handwerk ist stark betroffen

In Stuttgart soll es ab 2018 Fahrverbote für Dieselautos geben, die nicht der Euro-6-Norm entsprechen. Das Handwerk fordert nun Ausnahmeregelungen für Firmenfahrzeuge. Und Kfz-Handwerker fürchten, auf ihren Gebrauchtfahrzeugen sitzen zu bleiben.

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Die grün-schwarze Landesregierung von Baden-Württemberg einigte sich darauf, vom nächsten Jahr an bei Feinstaubalarm besonders belastete Straßen für viele Diesel zu sperren, die nicht die Abgasnorm Euro 6 erfüllen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann erneuerte auch seine Forderung zur Einführung der blauen Plakette auf Bundesebene als "das wirksamste Instrument der Luftreinhaltung". Allein in Stuttgart herrschte im letzten Jahr an 59 Tagen Feinstaubalarm. Für die blaue Plakette gibt es bislang aber keine Mehrheit auf Bundesebene. Verkehrsminister Alexander Dobrindt lehnt sie ab. Allerdings könnten ähnlich wie in Baden-Württemberg auch andere Städte Fahrverbote aussprechen.

Handwerk will Ausnahmeregeln

Das Handwerk fordert nun, die Ausgestaltung der Ausnahmegenehmigungen für den Wirtschaftsverkehr zügig anzugehen. Thomas Hoefling, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart: „Es darf nicht erst eine Entscheidung auf Bundesebene über die Blaue Plakette abgewartet werden, bereits jetzt muss für den Fall einer Ablehnung geplant werden."

Die Betriebe seien angesichts des Beschlusses stark verunsichert. Viele Unternehmer würden sich melden, weil sie dringend Rechts- und Planungssicherheit wegen anstehender Investitionen in den Firmenfuhrpark brauchen. Auch dürften Betriebe nicht gezwungen werden, fast neue Fahrzeuge außer Dienst zu stellen.

Händler fürchten Preisverfall

Das Kfz-Gewerbe sieht das geplante Fahrverbot für ältere Diesel-Fahrzeuge in Stuttgart ebenfalls skeptisch. „Durch Fahrverbote könnten Diesel-Pkw enorm an Wert verlieren“, warnte Harry Brambach, Präsident des Kfz-Landesverbands Baden-Württemberg im Fachmagazin kfz-betrieb. Dies belaste zum einen die Kfz-Händler, deren Gebrauchtwagenbestände abgewertet würden, aber auch die Bevölkerung. „Kaum jemand, der heute einen gebrauchten Diesel fährt, kann sich ohne Weiteres ein Neufahrzeug leisten“, so Brambach.

Ansgar Klein, Geschäftsführender Vorstand des Bundesverbandes freier Kfz-Händler, sieht die Preise für Dieselfahrzeuge bereits massiv unter Druck. Klein sagte dem Branchendienst Automobilwoche: "Wir gehen davon aus, dass sich im Moment die Preise um 10 bis 20 Prozent nach unten bewegen." In dem Verband sind 900 deutsche Autohändler organisiert.

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