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Handwerk hilft Industrie

Ohne Firma Kownatzki könnte kein A 380 fliegen, und die größten Uhrzeiger der Welt würden sich nicht bewegen.

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Viele Handwerksbetriebe sind Zulieferer großer Industriekonzerne. Einige entwickeln aber auch selbst kleine, wichtige Bauteile, ohne die industrielle Produkte nicht funktionieren würden. Die Kownatzki GmbH & Co. KG im südbadischen Wehr ist solch eine Tüftlerschmiede.

Fast hundert Mitarbeiter, die meisten Maschinenbaumechaniker und -ingenieure, haben sich ganz dem Antrieb verschrieben: Zahnräder, Lenkstangen, komplexe Konstruktionen, die etwa große Transportmittel in Bewegung setzen. Zum Beispiel das größte Passagierflugzeug A 380.

Kownatzki hat für den Antrieb der Start- und Landeklappen des Riesenfliegers ein Fertigungsverfahren entwickelt. „Ein verzahntes Bauteil aus Luftfahrtstahl, welches dreimal pro Flügel eingebaut wird, ermöglicht Starts und Landungen“, erklärt Geschäftsführer Michael Kownatzki. Zwar werden die schuhschachtelgroßen Teile inzwischen vom A 380-Hersteller Liebherr Aerospace selbst gebaut, „doch wir stehen weiterhin als Fertigungspartner zur Verfügung“.

Auch bei anderen Herausforderungen ist der 1965 gegründete Familienbetrieb gefragter Partner für große Projekte. So etwa für die von Perrot in Calw gebaute größte Uhr der Welt an der Spitze des Mecca-Clock-Towers in Saudi-Arabien. Den 24 Meter langen Minuten- und den 17 Meter langen Stundenzeiger treibt eine Konstruktion von Kownatzki an. Und auch schon für die Mondlandung 1969 hatte der Betrieb einen Antrieb geliefert.

Bei diesem Erfolg fürchtet sich Michael Kownatzki nicht vor der angekündigten Konjunkturschwäche: „Präzisionsbauteile wie unsere werden immer nachgefragt, und als Spezialist haben wir keine große Konkurrenz“. hbk

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