Geschäftsidee des Monats -

Augenoptik Handarbeit fürs Gesicht

Ulrike Siebigteroth verkauft in ­ihrem Optikerladen Brillen aus kleinen Manufakturen in Deutschland und Europa.

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Das Konzept

Die zehn größten Augenoptikerfilialisten besitzen über 16 Prozent aller deutschen Betriebsstätten und erwirtschaften mehr als 38 Prozent des Branchenumsatzes von 4,4 Milliarden Euro.  Kleine Betriebe haben es oft schwer, gegen diese scheinbar übermächtige Konkurrenz zu bestehen. Ulrike Siebigteroth hat keine Probleme mit der Konkurrenz, denn sie macht alles anders. In ihrem Laden Option Augenoptik in Karlsruhe verkauft die Augenoptikermeisterin Brillengestelle kleiner Manufakturen.

„Das ist mein Alleinstellungsmerkmal“, sagt sie. Fast alle Gestelle werden in Deutschland oder Europa produziert, die Optikerin kennt die Herstellungsbedingungen. In ihrem Sortiment sind zum Beispiel Kunststoffbrillen des deutschen Herstellers Martin & Martin oder Blechbrillen des Labels ic! Berlin. Beide Hersteller fertigen ihre Produkte in Handarbeit. Diese Brillen sind bei Fielmann und Co. nicht zu bekommen, sondern nur bei kleineren Optikern, die auf ein besonderes Sortiment setzen. Zudem bietet die Optikerin individuell angefertigte Gläser an. Die Augen von Kunden, die eine Gleitsichtbrille benötigen, werden mit neuster Technik vermessen, die Gläser genau angepasst: „Damit werden viel größere Sehbereiche geschaffen.“

Die Umsetzung

Nach ihrer Meisterprüfung arbeitete Ulrike Siebigteroth in leitender Position bei einem Augenoptiker. Doch es kam ein Punkt, an dem es nicht mehr weiterging. „Ich konnte keine eigenen Ideen mehr umsetzen“, sagt sie. Für sie war schnell klar, dass sie sich selbständig machen würde. Auf Fachmessen und im Internet fand sie kleine Manufakturen, die außergewöhnliche Brillenmodelle aus Kunststoff, Holz, Blech oder Leder anbieten.

Die Gestelle erhält sie über Außendienstler oder Vertriebsgesellschaften, teilweise steht sie sogar mit den Designern selbst in Kontakt. Mittlerweile kommen die Hersteller mit neuen Produkten auf sie zu. Ihre Gründung plante die Augenoptikerin akribisch, erstellte einen umfassenden Business- und Finanzplan und ließ sich von der Handwerkskammer beraten. Nach einem halben Jahr Vorbereitung konnte sie den Laden eröffnen.

Der Erfolg

Als Ulrike Siebigteroth im Jahr 2010 ihr Optikergeschäft gründete, arbeitete sie schon seit 20 Jahren in ihrem Beruf. Viele ihrer Kunden wollten sich weiterhin von ihr beraten lassen und folgten ihr in den neuen Laden. „Das habe ich völlig unterschätzt“, sagt sie. Aber auch bei Neukunden kam das Konzept an. Mittlerweile kommen die Kunden sogar aus dem weiteren Umkreis, ihr besonderes Angebot hat sich herumgesprochen.

Seit der Gründung wächst der Kundenstamm stetig. Meist sind die Käufer zwischen Mitte 30 und 60 Jahre alt. Leute, die hochwertige, besondere Modelle suchen und bereit sind, dafür etwas mehr auszugeben. Zwischen 100 und 500 Euro liegt die Preisspanne der Brillengestelle, die die Optikerin anbietet. In den nächsten Jahren möchte Ulrike Siebigteroth ihren Laden weiter etablieren und den begonnenen Weg weitergehen: „Bisher funktioniert es genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte.“

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