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Online-Druckereien Günstiger Preis, weniger Service

Sie sind für viele Betriebe oft die erste Wahl, wenn Flyer oder Broschüren benötigt werden. Zu Recht? handwerk magazin hat die Online-Angebote mit einer herkömmlichen Druckerei verglichen.

Wer für sein Unternehmen werben will, etwa mit Flyern, Infobroschüren, Gutscheinmailings oder Plakaten, für den ist der erste Ansprechpartner dafür die lokale Druckerei im Ort. Doch auch in dieser Branche ist das Internet im Vormarsch, denn immer mehr Online-Druckereien bieten ihren Service an. Das funktioniert so: Die Kunden senden ihre Vorlagen online ein, passen ihre Bestellung selbst im Internetformular an und der Anbieter wickelt alles elektronisch ab.

Seit etwa 15 Jahren wächst die Zahl der Onlineunternehmen, entweder konventionelle Druckereien, die in die Onlineschiene gewechselt haben oder Start-Ups, die lediglich als Vermarkter agieren. Damit wächst auch der Preiskampf unter den Druckereien, denn Onlineangebote locken mit günstigeren Kosten und kurzen Lieferzeiten. Doch wie schaffen sie das?

Konnten die Internetbetriebe zu Beginn vor allem wenige Standardformate und -papiere anbieten, so locken die großen Unternehmen bereits mit tausenden Artikeln. handwerk magazin hat fünf der bekanntesten Online-Druckereien sowie die konventionelle Druckerei Hemmersbach Druck in Köln nach ihren Konditionen befragt. Das Ergebnis finden Sie im Preisvergleich Seite 43 und in der Tabelle auf Seite 44.

Die Menge macht’s

Möglich sind die günstigen Preise vor allem aufgrund der größeren Auftragslage. Denn Online-Druckereien bearbeiten nicht einzelne Aufträge, sondern sammeln die Wünsche mehrerer Kunden und bearbeiten sie dann im sogenannten Sammeldruck: Sie kombinieren mehrere ähnliche Aufträge, nutzen größere Maschinen und Bögen und trennen die einzelnen Bestellungen erst danach wieder. Auf diese Weise benötigen sie weniger Andruckbögen und es entsteht weniger Ausschuss. Das ermöglicht auch einen günstigeren Preis.

Das Sammeln von Bestellungen ist natürlich nur dann möglich, wenn die Format- und Papierwünsche der Kunden identisch sind. Aus diesem Grund können Nutzer bei den Angeboten der Online-Druckereien meist nicht völlig frei wählen, auch wenn die Artikelzahl in modernen Unternehmen bereits äußerst vielfältig ist. Denn je mehr Aufträge die Online-Druckereien bearbeiten, desto mehr Kombinationsmöglichkeiten haben sie. Für die meisten Wünsche bieten sie deshalb heutzutage etwas an. Ebenfalls ist die Auflagenzahl nicht immer frei wählbar, sondern hängt von Format und Zuschnittmöglichkeiten ab.

20,8 Milliarden Euro Umsatz hat die gesamte deutsche Druckindustrie im Jahr 2014 laut Bundesverband Druck und Medien (BVDM) gemacht – 2,4 Milliarden davon erwirtschafteten allein Online-Druckereien. Tendenz stark steigend: Zwischen 2009 und 2014 ist der Umsatz jährlich um etwa 24 Prozent angestiegen, während die Konjunktur der Gesamtbranche eher schwächelt. Experten gehen inzwischen von mehr als 50 aktiven Online-Druckereien aus.

Gestaltung liegt beim Kunden

Ein weiterer Sparfaktor bei online ist, dass die meisten Aufgaben bei der Erstellung von Flyern oder Broschüren an den Kunden ausgelagert werden. Er erstellt die Vorlagen am eigenen Computer und lädt sie meist als PDF auf den Server der Online-Druckerei. Auch sein Angebot wählt er komplett in Eigenregie: Grammatur, Anzahl, Drucktechnik, Veredelung.

Doch gerade hier besteht für viele Handwerkskunden das Problem: Man braucht ein Händchen für die Gestaltung von Werbematerial sowie ausreichend Kenntnis über Drucktechniken, Formate und Papiersorten. Andernfalls wird gegebenenfalls aus einem schönen Werbeflyer ein wenig ansprechender Handzettel. Während für einige Nutzer also das Arbeiten in Eigenregie gerade den Vorteil und Mehrwert mit sich bringt, bedeutet er für andere Kunden ein großes Hindernis.

Zwar entwickeln die Online-Druckereien ihre Internetplattformen stetig weiter und gestalten sie benutzerfreundlicher. Auch einen gewissen Kundenservice bieten einige durch Telefonhotlines, Echtzeit-Chats oder durch Unterstützung von Grafikern gegen eine Zusatzzahlung an. Ein persönliches Beratungsgespräch beim Drucker oder Mediengestalter bleibt jedoch aus. Auf der anderen Seite bedeutet dies aber, dass auch weiterhin der Bedarf an konventionellen Druckereien bleibt.

Spezieller Service

Immer mehr konventionelle Druckereien bieten aus diesem Grund zusätzlich ebenfalls Online-Shops an, wie beispielsweise das Unternehmen Hemmersbach Druck in Köln. Es bedient Kunden über das Internet deutschlandweit, bietet gleichzeitig aber für regionale Kunden – bei Onlinebestellung sowie persönlichem Besuch – einen speziellen Service an: Sie erhalten Probeandrucke, wenn der Bedarf besteht, und können ihre Drucksachen in der Druckerei in Köln persönlich abholen und die Ware dabei sofort begutachten.

Fazit für Druckkunden aus dem Handwerk: Wer sich auskennt, gerne selbst gestaltet und weiß, was er will, wird sich schnell online zurechtfinden. Wer allerdings kaum Erfahrung mit Gestaltungsprogrammen hat und wem die Hintergrundinformationen zu Formaten und Grammaturen fehlen, dem bleiben die konventionellen Druckereien als bessere Option. Dort steht der Ansprechpartner von Beginn an beratend zur Seite.   

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