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Kurze Auszeit für Handwerker Gründe für Sonderurlaub: Wann Mitarbeiter frei bekommen

Hochzeit, Geburt, Umzug oder Todesfall in der Familie: Für besondere Anlässe können Mitarbeiter im Handwerksbetrieb Sonderurlaub verlangen. Wann das der Fall ist und welche Gründe relevant sind, erfahren Sie hier.

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Wann Mitarbeiter Sonderurlaub erhalten oder bezahlt frei bekommen, das ist häufig im Tarif- oder Arbeitsvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung geregelt. Gibt es keine solche Regelung, dann können Mitarbeiter dennoch auf der Grundlage des Paragraphen 616 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) Sonderurlaub beantragen, den der Arbeitgeber nicht von den im Arbeitsvertrag vereinbarten Urlaubstagen abziehen darf.

Das ist möglich, wenn sie unverschuldet und nur für kurze Zeit ihrem Job nicht nachkommen können. "Was genau zu den wichtigen persönlichen Gründen zählt, ist nicht genau gesetzlich geregelt", sagt Ecovis-Rechtsanwältin Anja Waertel in Weiden. Ob der Unternehmer den Wunsch im Einzelfall erfüllt, hängt also vom Anlass ab:

Das sind gängige Anlässe für Sonderurlaub:

  • Arztbesuch: Der Arbeitgeber muss freigeben, falls der Mitarbeiter akut krank geworden ist oder falls kein Termin außerhalb seiner Arbeitszeiten zu bekommen ist. Üblich ist eine Verrechnung mit dem Gleitzeitkonto. Der Betrieb muss in diesem Fall seinen Mitarbeiter aber nur für die Behandlungszeit inklusive An- und Abfahrt bezahlt freistellen.
  • Eine schwere Erkrankung eines Kindes unter zwölf Jahren: In diesem Fall stehen dem Mitarbeiter bis zu zehn Sonderurlaubstage im Jahr zu.
  • Eine schwere Erkrankung eines im Haushalt lebenden Angehörigen: Hier steht dem Arbeitnehmer ein Sonderurlaubstag im Jahr zu.
  • Tod eines Angehörigen ersten Grads, also ein Elternteil, Ehepartner oder Kind: Das bedeutet zwei Tage Sonderurlaub.
  • Eigene Hochzeit: Für diesen Freudentag steht dem Mitarbeiter ein Tag zur Verfügung.
  • Geburt eines Kindes: Auch für dieses freudige Ereignis steht dem Mitarbeiter ein Tag zur Verfügung.
  • Ehrenamtliche Tätigkeiten: Wenn der Mitarbeiter zum Beispiel bei der örtlichen Tafel oder im Altenheim tätig werden will, braucht der Chef ihm dafür nicht frei zu geben. Anders sieht das aus, falls er sich für das Technische Hilfswerk oder die Feuerwehr bei einer Naturkatastrophe einsetzt. Tipp: Der Unternehmer kann sich seine Kosten von den Organisationen erstatten lassen.
  • Umzug: In den Manteltarifverträgen gibt es hierfür meist ein bis zwei Tage Sonderurlaub. Der gesetzliche Anspruch ist umstritten. Bei betrieblich bedingten Umzügen gehen viele Experten davon aus, dass dem Mitarbeiter ein Tag Urlaub zu gewähren ist.

Tipp: Für tarifgebundene Betriebe, Firmen, die den Manteltarifvertrag freiwillig anwenden oder bei allgemein verbindlichen Tarifverträgen, gelten jeweils die darin enthaltenen Regelungen. Fragen Sie im Zweifel Ihre Innung oder Handwerkskammer.

Wichtig: Alle Mitarbeiter müssen gleich behandelt werden

Ist Gleitzeit im Betrieb üblich, dann müssen Arbeitgeber ihren Mitarbeitern nur dann bezahlt freigeben, wenn sich die persönlichen Verpflichtungen nicht außerhalb der Kernarbeitszeit regeln lassen. Das kann etwa bei einem Arztbesuch der Fall sein. "Wichtig ist, dass Arbeitgeber ihre Mitarbeiter gleich behandeln, wenn es um Sonderurlaub geht. Geben sie beispielsweise bei der Geburt eines Kindes zwei Tage frei oder für einen privaten Umzug einen Tag, sollte das dann auch für andere Kollegen gelten", sagt Ecovis-Rechtsanwältin Waertel.

Gut zu wissen: Je nach Betrieb kann die Vorschrift des Paragraphen 616 BGB allerdings auch zu Ungunsten des Arbeitnehmers durch einen Tarifvertrag, eine Betriebsvereinbarung oder eine Regelung im Arbeitsvertrag außer Kraft gesetzt sein.

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