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Graffiti-Entfernung Im Kampf gegen Schmierereien

Peter Hollmann macht Berlin jeden Tag ein Stückchen reinlicher. Mit seinem Service sagt er Graffiti-Sprayern den Kampf an.

Graffitis gibt es in Städten wie Sand am Meer. Für Spaziergänger ist es die alltägliche Kunstschau im Vorbeigehen, für Hauseigentümer dagegen eine strafrechtlich zu verfolgende Sachbeschädigung. Peter Hollmann ist als Gebäudereiniger in der Bundeshauptstadt Berlin täglich gegen die Gemälde und geschmierten Parolen an den Berliner Hauswänden im Einsatz.

Manchmal hilt aber nur noch der Maler

„Unsere Auftragslage ist saisonal bedingt und hängt in der letzten Zeit auch viel von politischen Ereignissen ab, die von den Sprayern entsprechend ‚kommentiert‘ werden“, sagt der Betriebsleiter, der für die bundesweit tätige Gebäudereinigergruppe Niederberger in Berlin die Verantwortung trägt.

Beschmierte Flächen bearbeiten die Gebäude­reiniger vor allem auf Häuserwänden privater und öffentlicher Gebäude. Gesäubert werden sie durch verschiedene Reinigungssysteme wie Hochdruck-, Sand- oder Partikelstrahler. „Problematisch wird es dann, wenn die Häuser energetisch saniert wurden und sich unter dem dünnen Putz die Wärmedämmung aus Styropor befindet.“

Der Hochdruckreiniger würde hier nicht nur das Graffiti entfernen, sondern auch Schäden am Gebäude verursachen. „Dann müssen wir unseren Auftraggebern von einer Reinigung abraten.“ In diesem Fall, sagt Hollmann weiter, „gibt es für den Kunden nur noch die Option, den Maler zu beauftragen, der die Schmierereien überstreicht“.

Job bunter als sein Image

In den letzten 20 Jahren beauftragen immer mehr Eigentümer Hollmanns Team nicht nur mit der Reinigung, sondern auch mit einer gerichtsverwertbaren Dokumentation der Schäden. In der Gerichtsverhandlung mache dies die Beweisführung für die klagenden Hausbesitzer wesentlich unkomplizierter.

30 Gesellen und 15 Auszubildende entfernen fachmännisch die Graffitis. „Der Beruf ist bei den jungen Leuten uncool, weil viele denken, sie stünden dann mit dem Putzeimer im Treppenhaus“, sagt Hollmann. Dabei sei der Job viel bunter als sein Image.

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