Gold als Geldanlage -

Goldpreis ist vom Dollar abhängig (Gold als Geldanlage Teil 3)

In den vergangenen Jahren erlebte Gold als Anlage einen wahren Boom, der Kurs schoss nach oben. Mittlerweile ist der Goldpreis wieder gefallen. Viele Privatanleger fragen sich darum: Sollte ich jetzt in Gold zu investieren? In unserer Reihe "Gold als Geldanlage" haben wir fünf unabhängige Finanzexperten befragt. Im dritten Teil lesen Sie die Bewertung von Jürgen Grüneklee, Inhaber Grüneklee Wealth Managament GmbH & Co. KG.

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Sollten Privatpersonen jetzt in Gold investieren?

Jürgen Grüneklee: Eine Beimischung von Gold bei der Vermögensanlage ist grundsätzlich empfehlenswert. Bei dem aktuellen Goldpreis von ca. 1.300 US-Dollar gibt es zwar noch Kursrisiken nach unten, langfristig dürfte sich der Goldpreis aber wieder stabilisieren. Mehr als 5 bis 10 Prozent des Gesamtvermögens sollten es aber nicht sein. Wenn jemand noch gar nicht investiert hat, kann er jetzt beispielsweise mit der Hälfte der geplanten Gesamtinvestition einsteigen. Gold bringt keine Zinsen und da der Goldpreis in US-Dollar ausgewiesen wird, müssen die Währungsrisiken beziehungsweise -chancen berücksichtigt werden. Der Anlagezeitraum sollte mittel- bis langfristig gewählt werden.

Lohnt es sich eine kurzfristige Anlage in Gold?

Jürgen Grüneklee: Für eher kurzfristig orientierte und spekulative Anleger bieten sich Zertifikate an, da diese meist eine begrenzte Laufzeit haben. Hier gibt es auch Varianten mit einem Risikopuffer und/oder einer Währungsabsicherung. Bei sogenannte ETC (Exchange-Traded Commodities) handelt es sich um Produkte, bei denen die Anleger meistens einen Lieferanspruch auf physisches Gold haben. Da es sich bei beiden Anlagearten um Schuldverschreibungen handelt, ist auf die Bonität des Anbieters zu achten. Im Gegensatz zu den ETCs, die durch das hinterlegte Gold einen gewissen Schutz bieten, ist bei den Zertifikaten im Falle einer Insolvenz des Emittenten ein Totalverlust möglich.

Weiterhin besteht die Möglichkeit in Investmentfonds zu investieren. Hier wird allerdings nicht die Entwicklung des Goldpreises abgebildet, sondern es werden beispielsweise Aktien von Goldminenbetreibern gekauft. Neben dem Wechselkurs- und Preisrisiko existiert das normale Aktienrisiko. Denn die Profitabilität der Unternehmen hängt nicht nur mit der Entwicklung des Goldpreises zusammen. Zertifikate und ETC werden an der Börse gehandelt und gibt es eine Geld-/Briefspanne (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs) die je nach Anbieter unterschiedlich ist. Bei den ETC gibt es noch eine jährliche Managementgebühr, meist zwischen 0,20 Prozent und 0,50 Prozent pro Jahr. Die Bankprovisionen für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren kommen noch hinzu. Beim Kauf von Investmentfonds ist meistens ein Ausgabeaufschlag zu entrichten, die jährlichen Managementgebühren liegen deutlich höher als bei den ETC.

Gold als Ersatzwährung. In welche Produkte sollte man investieren?

Jürgen Grüneklee: Alternativ können Anleger Gold auch physisch in Form von Barren oder Münzen kaufen. Das geht entweder über die Hausbank oder bei einigen Internetanbietern. Neben eventuellen Verwahrkosten im Tresor oder Schließfach ist die Differenz zwischen An- und Verkauf deutlich höher als bei den Anlageprodukten.

Welche Rolle spielen Steuern bei der Goldanlage?

Jürgen Grüneklee: Während beim physischen Gold eventuelle Gewinne nach einer Haltedauer von einem Jahr steuerfrei sind, unterliegen Zertifikate oder Investmentfonds der Abgeltungssteuer, da es sich hier um Wertpapiere handelt. Eine Besonderheit gibt es bei den ETC die vollständig mit Gold unterlegt sind und die Anleger ausschließlich einen Lieferanspruch haben. Aktuell gibt es zwei Urteile (FG Sachsen Az. 1 K 1406/13 und FG Münster Az. 12 K 3284/13 E) die hier eine steuerliche Behandlung wie bei physischem Gold sehen. Die Entwicklung bleibt abzuwarten, da die Finanzverwaltung noch gegen die Urteile Revision beim Bundesfinanzhof einlegen kann.

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