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GmbH-Chefs: Mehr Spielräume beim Gehalt

Wenn GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführer zu viel verdienen, geht der Betriebsprüfer schnell von einer verdeckten Gewinnausschüttung aus. Ein neues Urteil des Sächsischen Finanzgerichts eröffnet neue Spielräume.

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Häufig sind die Geschäftsführergehälter im Fremdvergleich zu hoch. Der Fiskus achtet aber auch darauf, dass der GmbH ein angemessener Gewinn verbleibt. Die Richter stellen in der Entscheidung (Az: 6 K 701/12) klar: Bewegen sich die Gesamteinkünfte des Geschäftsführers innerhalb der Bandbreite von Fremdvergleichswerten und verbleibt der Gesellschaft nach Abzug der gezahlten Vergütung ein angemessener Gewinn bzw. eine angemessenen Kapitalausstattung, ist alles im grünen Bereich.

Fiskus geht bei verdeckten Gewinnausschüttungen häufig von Schenkung aus

Nach dem Urteil spielt es keine Rolle, wenn der verbleibende Gewinn der Firma vor Ertragssteuern weniger als die gezahlten Geschäftsführergehälter beträgt. Sofern also die Geschäftsführergehälter höher sind als der verbleibende Gewinn, kann deswegen keine verdeckte Gewinnausschüttung angenommen werden.

Der Fiskus nimmt bei verdeckten Gewinnausschüttungen häufig auch eine Schenkung an. In einem aktuellen Fall hatte der Bruder eines GmbH-Gesellschafters vom Betrieb eine Immobilie erworben. Weil das Finanzamt einen zu geringen Kaufpreis annahm, war nach Auffassung der Prüfer eine verdeckte Gewinnausschüttung gegeben. Zusätzlich setzte das Finanzamt darauf noch Schenkungsteuer fest.

Anhängiges Verfahren

Das Finanzgericht Münster (Az: 3 K 103/13 Erb) entschied, dass für eine Schenkung in einem solchen Fall kein Raum besteht. Das Finanzamt pocht allerdings weiter auf die Schenkungssteuereinnahme. Daher ist die Revision beim Bundesfinanzhof unter dem Aktenzeichen II R 44/13 anhängig. Betroffene Handwerker sollten den eigenen Steuerfall unter Verweis auf das anhängige Verfahren offen halten.

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