GEZ: Zusatzkosten von einer Milliarde Euro im Jahr

Die Bundesvereinigung Bauwirtschaft (BV) fordert Änderungen bei der Reform der Rundfunkfinanzierung. Die Reform koste die Bauwirtschaft ansonsten eine Milliarde Euro mehr im Jahr.

"Die Politik hat offenbar noch nicht gemerkt, dass hier Hunderte Euro Mehrbelastung auf das einzelne Unternehmen zukommen können, für eine Leistung, die er gar nicht in Anspruch nimmt. Wir fordern die Bundesländer auf, die derzeit diskutierte Neuordnung der Rundfunkfinanzierung zu korrigieren." So der Geschäftsführer der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Karl Robl.

Für einen durchschnittlichen Baubetrieb mit zehn Beschäftigten und drei Kraftwagen kämen ab 2013 Kosten in Höhe von mehr als 430 Euro pro Jahr zu anstelle von derzeit 70 Euro, argumentiert der BV. "Das ist eine Steigerung von mehr als 600 Prozent. Auf die rund 300.000 Mitgliedsbetriebe des deutschen Bau- und Ausbauhandwerks hoch gerechnet, sind das Mehrkosten von rund einer Milliarde Euro", krtisiert Robl.

Hinzu komme, dass zukünftig die Abgabe nicht pro Betrieb als Ganzes sondern pro Betriebsstätte erhoben werden soll. Im Gegensatz zu anderen Wirtschaftszweigen gäbe es in der Bauwirtschaft demnach nicht nur eine Betriebsstätte, sondern aufgrund der außerordentlichen Vielzahl von Baustellen eine enorme Anzahl davon: "Die Erhebung würde ein gewaltiger bürokratischer Aufwand bedeuten und die Unternehmen des Bau- und Ausbauhandwerks gegenüber anderen Branchen finanziell deutlich benachteiligen", so Robl.

"Daher fordern wir", so der BVB-Geschäftsführer, "erstens Betriebe bis maximal zehn Beschäftigte ganz von zusätzlichen Belastungen freizustellen, zweitens Betriebe mit maximal 20 Beschäftigten nur mit einem Drittel des Pauschalbetrages zu belasten, und drittens für Betriebe über 20 Beschäftigte nur einen einfachen Beitrag anzusetzen, bevor ab 40 Beschäftigten eine weitere Steigerung denkbar ist."

Tipp: Sollte die Reform der Rundfunkgebühren wie geplant durchgesetzt werden, kommt auf viele Handwerksbetriebe ab 2013 eine Mehrbelastung zu. Wieviel das im einzelnen Fall ist, können Betriebe mithilfe des Rundfunkgebühren-Rechners herausfinden.

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