Betrieb -

Gesundheit, Energie und Co: Das ändert sich 2016

Höhere Krankenkassenbeiträge, höhere Renten, höheres Porto, höhere Strompreise. Bei Gesundheit, Energie und Co. gibt es 2016 zahlreiche Veränderungen und Reformen. handwerk magazin verrät, was auf Verbraucher zukommt.

Krankenversicherung: Beiträge steigen

Die Versicherten etlicher gesetzlichen Krankenkassen müssen 2016 höhere Beiträge bezahlen, weil der sogenannte Zusatzbeitrag steigen wird. Er wird sich zum Jahreswechsel auf im Schnitt 1,1 Prozent erhöhen. Es sind aber nicht alle Kassen betroffen, auch die Höhe des Aufschlags können die Kassen mit Blick auf ihre ökonomischen Situation jeweils selbst festlegen. Die Aufsichtsgremien vieler Kassen werden erst im Laufe des Dezembers entscheiden.

Telefonieren: Im Ausland wird es billiger

Ab 30. April 2016 wird das Telefonieren und Surfen im europäischen Ausland billiger. Es treten EU-Vorschriften in Kraft, die die Höhe der Roaming-Gebühren begrenzen. Anbieter dürfen für Verbindungen im Ausland dann zusätzlich zum Heimtarif höchstens fünf Cent pro Minute bei Telefonaten sowie zwei Cent pro SMS fordern. Bei Internetnutzung ist der Roaming-Aufschlag auf fünf Cent pro Megabyte begrenzt. Hinzu kommt jeweils noch die Mehrwertsteuer.

Strompreise: Entgelte steigen

Viele Netzbetreiber werden 2016 die Entgelte erhöhen, außerdem steigt die Ökostromumlage von 6,17 auf 6,35 Cent. Zwar sinken die Preise an der Strombörse, unter dem Strich wird Strom aber wohl für viele Haushalte teurer. Allerdings sind die Verbraucher nicht wehrlos: Bei Preiseerhöhungen durch den Versorger sollten Kunden einen Tarif- oder Anbieterwechsel zu prüfen. In diesem Fall haben Verbraucher nämlich immer ein Sonderkündigungsrecht. Wer Hilfe beim Wechsel benötigt, kann sich an einen Energieberater der Verbraucherzentrale wenden.

Briefporto: Es wird wieder teurer

Bereits zum vierten mal in den vergangenen vier Jahren werden die Briefentgelte enthöht. Zum 1. Januar 2016 steigen die Portopreise der Deutschen Post deutlich: Nach dem Jahreswechsel müssen Postkunden für einen Standardbrief innerhalb Deutschlands 70 Cent zahlen. Derzeit sind hierfür noch 62 Cent fällig. Das Porto für den sogenannten Maxibrief steigt von 2,40 Euro auf 2,60 Euro. Auch die Zuschläge für Einschreiben und Einwurf-Einschreiben werden teurer: Jeweils 35 Cent mehr als bislang müssen Postkunden ab dem kommenden Jahr für diese Zusatzleistungen zahlen. Die gute Nachricht für Postkunden: Bis Ende 2018 dürfen die jetzt genehmigten Entgelte nicht mehr erhöht werden.

Heizung: Nationale Effizienzlabel für Altgeräte

Neue Heizgeräte müssen schon seit vergangenem September das EU-Energielabel tragen – ähnlich wie Waschmaschinen. Ergänzt wird dieses ab dem 1. Januar 2016 durch eine eigene Kennzeichnung für Heizungsgeräte im Bestand, das sogenannte „Nationale Effizienzlabel für Altgeräte“. Schritt für Schritt sollen ab 2016 alle Heizkessel, die älter als 15 Jahre sind, gekennzeichnet werden, zum Beispiel von einem Energieberater oder dem Schornsteinfeger. Das Anbringen des Labels ist für Verbraucher kostenlos, darf aber auch nicht verweigert werden.

Energielabel: Auch für Wohnraumlüftungsgeräte

Ein Energielabel gibt es ab dem 1. Januar 2016 auch für Wohnraumlüftungsgeräte. Ausgewiesen werden auf dem Etikett die Energieeffizienzklasse von A+ bis G, die Geräuschemissionen sowie der Volumenstrom, also die Menge bewegter Luft.

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung: Neuer Vordruck

Neu ab Januar 2016 ist der Mustervordruck der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung), die der Arzt kranken Beschäftigten ausstellt. Dieser besteht aus einem vierteiligen, gelben Formular aus selbstdurchschreibendem Papier. Es umfasst je eine Ausfertigung für die Krankenkasse, den Arbeitgeber, den Versicherten und den Arzt. Die Bescheinigung wird künftig für die gesamte Dauer der Arbeitsunfähigkeit ausgestellt.

Nachrüstung mit Rauchmeldern

In den meisten Bundesländern müssen Neu- und Umbauten schon seit längerem mit den unter Umständen lebensrettenden Rauchmeldern ausgestattet sein. Sachsen führt diese Pflicht nun zum 1. Januar 2016 ein. In drei weiteren Bundesländern läuft die Frist zum Nachrüsten von Bestandsimmobilien zum 31. Dezember 2015 aus: In Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt müssen bis spätestens zum Jahreswechsel auch in älteren Gebäude Rauchwarnmelder installiert werden. Nur Berlin und Brandenburg haben damit bislang noch keine verpflichtende Regelung.

Zweites Pflegestärkungsgesetz: Neuerungen für Pflegebedürftige und Pflegekräfte

Das zweite Pflegestärkungsgesetz tritt am 1. Januar 2016 in Kraft und bringt einige Neuerungen mit sich. Mit dem Gesetz wird zum Beispiel die Beratung von Pflegebedürftigen verbessert. Auch soll die ärztliche Versorgung in Pflegeheimen optimiert und der sogenannte Pflege-TÜV überarbeitet werden, der die Qualität der Pflege misst und sichert. Das Pflegestärkungsgesetz bringt nicht nur Vorteile für die Pflegebedürftigen, sondern soll auch den Angestellten im Pflegebereich die Arbeit erleichtern. So sollen die Pflegekräfte zum Beispiel durch eine vereinfachte Dokumentation entlastet werden und damit mehr Zeit für die Patienten haben. Besonders interessant dürfte die neue Definition des Pflegebedürftigkeitsbegriffs sein, nach der es ab 2017 fünf statt der bisherigen drei Pflegestufen geben wird. Dadurch werden mehr Menschen mit leichten Einschränkungen Unterstützungsleistungen erhalten können. Und auch Demenzkranke sollen künftig bei den Pflegestufen berücksichtigt werden.

Nährwert: Alle verpackten Waren müssen Angaben tragen

Zum 13. Dezember 2016 enden alle Übergangsfristen zur Einführung der neuen EU-Lebensmittelkennzeichnungsverordnung. Alle Waren, die verpackt verkauft werden, müssen dann zwingend Angaben zum Nährwert tragen - also Informationen über ihren Energie-, Fett-, Zucker- oder Salzgehalt. Nur alkoholische Getränke bleiben ausgenommen. Die meisten Hersteller praktizieren die Kennzeichnung schon.

Lesen Sie auch Änderungen für Autofahrer, im Handwerk, bei Steuern und Finanzen

Aufgepasst: Das ändert sich für Autofahrer 2016

Das müssen Sie wissen: Die wichstigsten Änderungen im Handwerk 2016

Steuern und Finanzen: Die wichtigsten Änderungen 2016

© handwerk-magazin.de 2021 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen