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Kundenmanagement Geschäftskonzepte der Zukunft

In der Kombination unterschiedlicher Daten liegen die Geschäftskonzepte der Zukunft, gerade für kleine und mittlere Betriebe, sagt Christian Steiger, Geschäftsbereichsleiter der Innovationsabteilung der Haufe Gruppe im Interview mit handwerk magazin.

Themenseite: Digitalisierung

Viele Handwerksunternehmer berichten uns, dass Social Media im Premium-Markt im Augenblick der stärkste Hebel ist, um neue Kunden zu generieren. Damit wird die Integration von Kontaktdaten aus externen Quellen, etwa aus Facebook, immer relevanter. Das Management von Leads wird ein Erfolgsfaktor.

Hubs wie etwa Google, Facebook und andere große Plattformen leiten ja die User-Ströme und damit auch die Wahrnehmung von Firmen-Websites. Diese neue Art von Markt- und Kundenmanagement ist wichtig für die Zukunft von kleinen und mittelgroßen Betrieben. Deshalb kann man Kontaktdaten aus Facebook mit unseren Lösungen integrieren. Wie auch andere Daten.

Lösungen integrieren mehr Funktionen und Tools

Damit entstehen wahrscheinlich auch neue Geschäftsmodelle?

Das sehen wir auch so. Vor allem durch die Verbindung von unterschiedlichen Daten entstehen neue Geschäftsmodelle. Das Fachliche wird im wesentlichen so bleiben wie heute und hat mit rein handwerklicher Tradition und Expertise zu tun, etwa einen Tisch fachgerecht zu bauen. Aber in der Auswertung und Kombination von Daten liegt künftig das Potential für neue Konzepte und Geschäftsmodelle.

Damit müssen Unternehmer neue Fähigkeiten entwickeln. Beispielsweise ein Verständnis aufbauen, warum Marketing immer stärker semantisch funktioniert. Oder einfacher formuliert: Warum man auf die richtigen Begriffe setzen muss, um im Internet gefunden zu werden. Außerdem müssen sie lernen mehr Marketing- und Vertriebskanäle zu managen.

Aus diesem Grund werden unsere Lösungen immer mehr Funktionen und andere Tools und Apps integrieren können, etwa Shop-Lösungen, Kassen-Lösungen, Planungswerkzeuge usw. Damit wird ein Ökosystem geschaffen, in dem man unterschiedliche Daten zusammenführen kann. Und das werden die Gewinner im Markt sein: Unternehmer, die verstanden haben, wo hier der Mehrwert liegt.

Apps und Webservices werden verknüpft

Wie werden sich Firmen weiter untereinander vernetzten? Beispiele liefern heute die Automobilindustrie oder Lieferanten wie etwa Richter+Frenzel - allerdings sind das meist proprietäre, also abgeschlossene Systeme? Wird es einen offenen Standard für die Vernetzung von Firmen untereinander geben?

Das wird gar nicht mehr nötig sein. Denn Software wird sich untereinander verbinden, zumal sich diese Verbindungen immer einfacher realisieren lassen. Etwa über Datenschnittstellen oder über so genannte Webservices, also darüber, dass eine Software bei einer anderen Software bestimmte Funktionen auslösen kann, weil sie deren Sprache versteht.

Gibt es dafür schon Beispiele?

Ein Beispiel ist etwa der Diensteanbieter „IFTTT“. Die Abkürzung steht für „If This Then That“, auf Deutsch „Wenn dies dann das“. Er ermöglicht über eine einfache Sprache, dass verschiedene Webanwendungen - zum Beispiel Facebook, twitter, Evernote oder Dropbox - mit einfachen Anweisungen verknüpft werden können. IFTTT bietet mittlerweile Trigger und Aktionen für mehr als 250 Dienste. Mit anderen Worten: Die Apps und die Webservices werden verknüpft. Facebook etwa ist eine reine App-Welt. Damit existiert die Grundlage für die Vernetzungen von Firmen bereits. Man kann sich das so vorstellen, wie wir heute problemlos Kontaktdaten von Handy zu Handy übermitteln.

Vielen Dank für das Gespräch.

Teil 1 des Interviews können Sie in der Ausgabe 06/2017 von handwerk magazin lesen!

Vita Christian Steiger

Der heutige Geschäftsbereichsleiter der Innovationsabteilung der Haufe Gruppe studierte Medieninformatik an der Fachhochschule Furtwangen und stieg 1999 als Leiter Technik bei der Haufe Gruppe ein. 2005 wurde er zum Leiter Produktkonzeption & Projektmanagement. Seit 2012 arbeitet er in seiner heutigen Funktion. Die Haufe Gruppe ist einer der deutschlandweit führenden Anbieter digitaler Arbeitsplatzlösungen. Sie beschäftigt 1.650 Mitarbeiter an 18 Standorten und erzielt einen Jahresumsatz von rund 304,5 Millionen Euro.

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