Griechische Staatsanleihen -

Anteil globaler Aktien erhöhen (Griechenland-Anleihe Teil 3)

Ein Zinsatz von 4,75 Prozent lässt viele Privatanleger hellhörig werden. Doch lohnt es sich wirklich in griechische Staatsanleihen zu investieren oder ist das nur etwas für Zocker? handwerk magazin hat für Sie fünf unabhängige Vermögenssberater um ihre Einschätzung gebeten - und nach Alternativen für Sparer gefragt. Im dritten Teil lesen die Bewertung von Thomas Freiberger, Inhaber der Thomas Freiberger Vermögensverwaltung GmbH.

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Ist die konkrete Anleihe ein Kauf? Welche Gründe sprechen dagegen?

Thomas Freiberger :  Die Wissenschaft zeigt, dass die Risikoprämien aus schlechter Bonität und mittlerer und langer Laufzeit in keinem vernünftigen Verhältnis zum eingegangenen Risiko stehen. Ein Ausfallrisiko durch einen eventuellen Bruch der Euro-Zone und Abwertung der Nachfolgewährungen sind vorhanden.
Es gibt sinnvolle Risiken, wir nennen diese systematische Risiken. Systematische Risiken lassen eine positive reale Rendite erwarten. Und es gibt sinnlose Risiken, wir nennen diese unsystematische Risiken. Unsystematische Risiken erzielen nur zufällig positive oder negative Renditen. Die Konzentration auf einzelne Länder oder Regionen gehört zu den unsystematischen Risiken. Diese Risiken sollten Sie vermeiden.

Sollte man überhaupt als Privatanleger Staatsanleihen der Olivenländer oder Irland kaufen? Bislang wurde doch alles von der EU erfolgreich gerettet?

Thomas Freiberger : Die sogenannte Euro-Schuldenkrise ist im Grunde keine Krise der Staatsschulden, sondern eine Krise europäischer Institutionen. Der Europäischen Zentralbank, EZB, werden wesentliche Aufgaben einer vollwertigen Zentralbank verweigert: Lender of last resort.
Deshalb gewährt die EZB keine explizite und implizite Deckung der Staatsschulden Griechenland und Irlands. Da beide Länder ihre Notenbanksouveränität an die EZB abgaben, letztere ihre Aufgabe nicht erfüllen kann, ist die Verschuldung beider Länder vom Gutdünken kapitalkräftiger EUR-Länder, wie Deutschland abhängig.
Staatsanleihen der schwächeren Euro-Länder sind für keinen Anleger geeignet.

Ist die Euro-Krise bereits vorbei?

Thomas Freiberger : Die Verliererstrategie ist, sich um die Dinge zu kümmern, die Sie nicht beeinflussen können. Mit Prognosen erhöhen Sie nicht die erwartete Rendite Ihres Wertpapierportfolios. Denn Prognosen über Kapitalmarktentwicklungen, wie der Euro-Institutionenkrise, sind zufällig richtig oder falsch.

Wenn ich investieren will in diesem Bereich, gäbe es Alternativen zu einem direkten Anleihekauf?

Thomas Freiberger : Die Aufgabe von Anleihen besteht in der Senkung der Wertschwankungen eines Wertpapierportfolios auf die subjektive und objektive Risikotragfähigkeit eines Anlegers. Diese Aufgabe können nur kurzlaufende Anleihen guter und sehr guter Bonität in der jeweils heimischen Währung eines Anlegers erfüllen. Für einen in Deutschland beheimaten Anleger sind Bundesanleihen, Anleihen deutscher Länder und deutsche Pfandbriefe und Kommunalobligationen geeignet. Die erwartete Rendite von Anleihen ist zweitrangig. Der Wunsch nach mehr erwarteter Rendite ist besser durch einen höheren globalen Aktienanteil erreichbar.
Staatsanleihen der schwächeren Euro-Länder sind für keinen Anleger geeignet, ob direkt oder indirekt über einen Anleihenfonds gekauft.

Wo hätte ich Alternativen, um mein Geld ähnlich gewinnbringend anzulegen?

Thomas Freiberger :  Die Gewinnerstrategie ist, sich mit den Dingen zu beschäftigen, die Sie beeinflussen können.
  • Entwickeln Sie eine finanzielle Lebensplanung mit einem Honorar-Vermögensverwalter! Vermeiden Sie den Kontakt mit Banken und Versicherungen, die Ihnen nur Produkte verkaufen!
  • Erkennen Sie, dass mehr erwartete Rendite nur durch mehr Risiko zu erreichen ist! Der beste Weg die erwartete Rendite zu erhöhen, ist die Erhöhung des Aktienanteils eines Portfolios!
  • Diversifikation so weit wie möglich, z.B. in über 11.000 einzelne Aktien aus aller Welt!
  • Durch Investition in passive kostengünstige Investmentfonds halten Sie die Kosten niedrig!
  • Senken Sie die Steuerbelastung des Portfolios durch eine niedrige Umschlagshäufigkeit!

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