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Anlegerstudie Geldanlage: Frauen für Nachhaltigkeit

Spannende Ergebnisse einer repräsentativen Studie zum Anlageverhalten der Deutschen. Zum elften Mal ließ die Gothaer Asset Management AG (GoAM) von der forsa Politik- und Sozialforschung im Januar 2020 herausfinden, wie die Deutschen ihr Geld anlegen. Größter Unterschied: Die Rendite ist für 15 Prozent der Männer das wichtigste Anlagekriterium - bei den Frauen sind es nur fünf Prozent.

Topic channels: TS Geldanlage und TS Kapitalmarkt

Frauen sind anders. Männer auch. Beim Geldausgeben unterscheiden sich die geschlechtertypischen Verhaltensweisen sehr. Beim Geldanlegen auch - das hat die Studie der Gothaer Asset Management AG wieder einmal belegt: 47 Prozent der deutschen Frauen messen dem Klima- und Umweltschutz bei der Geldanlage die größte Bedeutung zu, bei den Männern sind es nur 41 Prozent. Bei der Investitionsbereitschaft in nachhaltige Geldanlagen - auch unter der Prämisse, dass die Nachhaltigkeit zu Lasten der Rendite gehen könnte - liegen die Männer mit 57 Prozent vorn. Nur 50 Prozent der Frauen sind zu diesem Kompromiss bereit. Mithilfe computergestützter Telefoninterviews wurden 1.001 Bundesbürger ab 18 Jahren nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählt und befragt.

Umwelt- und Klimaschutz bei der Geldanlage ist vor allem bei Frauen ein Thema

Das Bewusstsein für Umwelt- und Klimaschutz ist bei Frauen besonders ausgeprägt. Auf die Frage, welche Facette von Nachhaltigkeit – Umwelt- und Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit oder verantwortungsvolle Unternehmensführung – ihnen am wichtigsten sei, nannten 47 Prozent der deutschen Frauen den Umwelt- und Klimaschutz. Die Männer liegen mit knapp sechs Prozentpunkten dahinter (41 Prozent). Jeweils 28 Prozent der deutschen Frauen und Männer messen bei der Geldanlage der sozialen Gerechtigkeit die zweitgrößte Bedeutung zu. Eine verantwortungsvolle Unternehmensführung ist nur 22 Prozent der befragten Frauen am wichtigsten. Die Männer liegen dabei mit 26 Prozent weiter vorne .

Bei Investitionen zurückhaltend

Auch wenn das Thema Nachhaltigkeit bei den befragten Frauen hoch im Kurs steht, sind sie bei der Investition in nachhaltige Geldanlagen etwas zurückhaltender als Männer. Die Hälfte der weiblichen Befragten wäre bereit, zugunsten der Nachhaltigkeit auf Rendite zu verzichten, bei den Männern sind es 57 Prozent. Zusammengefasst: 47 Prozent der Frauen sehen Umwelt- und Klimaschutz als wichtigste Facette von Nachhaltigkeit. Noch mehr, nämlich 50 Prozent, sind bereit trotz geringerer in nachhaltige Geldanlagen Rendite zu investieren.

Fondsinvestments werden noch nicht umfassend genutzt

Insgesamt investieren derzeit erst sechs Prozent der Deutschen in nachhaltige Fonds. „Aus den Ergebnissen unserer Befragung lässt sich aber ein neuer Zukunftstrend bei der Geldanlage ablesen, der wahrscheinlich mit der politischen Debatte zum Klimawandel in den letzten Monaten zusammenhängt. Besonders für Frauen hat der Umwelt- und Klimaschutz offensichtlich einen hohen Stellenwert, die Hälfte von ihnen ist sogar bereit in nachhaltige Geldanlagen zu investieren, wenn sie dafür auf eine höhere Rendite verzichten müssten“, erläutert Carmen Daub, Fondsmanagerin bei der Gothaer Asset Management AG.

So legen die Deutschen ihr Geld an

Nach wie vor ist das Sparbuch mit aktuell 48 Prozent die erste Wahl. Bei den Frauen sind es sogar 50 Prozent, die diese Form der Geldanlage nutzen. Das sind ein Prozent mehr als 2019, obwohl das Zinsniveau weiter sinkt. Auch bei den männlichen Befragten steht das Sparbuch mit 46 Prozent an erster Stelle (2019: 47 Prozent). Auf Platz zwei rangieren Immobilien mit 32 Prozent, allerdings sind Frauen hier mit 29 Prozent deutlich zurückhaltender als Männer (35 Prozent).
Frauen setzten stattdessen eher auf (Kapital-)Lebensversicherungen, im Vergleich zum Vorjahr ist hier bei den Frauen (32 Prozent) ein leichter Anstieg zu verzeichnen (2019: 30 Prozent).

Wunsch nach Sicherheit

Es scheint der Wunsch nach Sicherheit zu sein, der den Zulauf zu Sparbüchern und Lebensversicherungen begründet. Insgesamt messen 55 Prozent der befragten Frauen und 48 Prozent der Männer der Sicherheit der Geldanlage die größte Bedeutung bei. Allerdings ist dieser Wert im Vergleich zum Vorjahr etwas gesunken: 2019 sprachen sich noch 60 Prozent der Frauen und 53 Prozent der Männer für die Sicherheit als wichtigsten Aspekt aus. Flexibilität in der Anlage spielt jeweils für 31 Prozent der Frauen und Männer die wichtigste Rolle (2019: 29 Prozent). Der größte Unterschied zwischen den Geschlechtern zeigt sich aber beim Thema Rendite: Während die Rendite für 15 Prozent der männlichen Befragten ein wichtiges Kriterium ist, ist sie nur für fünf Prozent der befragten Frauen ausschlaggebend (2019: 6 Prozent).

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